Raugerinne
wasserbauliches Bauwerk
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Ein Raugerinne ist ein wasserbauliches Bauwerk, das in Bächen und Flüssen unter anderem als Ersatz für Staustufen oder Wehre, als Fischaufstiegsanlage, zur Renaturierung oder zum Hochwasserschutz eingesetzt wird.[1][2]

Aufbau
Ein Raugerinne ist durch unregelmäßig angeordnete Natursteine oder Blockmaterial auf der Gewässersohle gekennzeichnet, die eine stufen- oder rampenartige Struktur ausbilden. Die zwischen den Steinen geschaffenen Hohl- beziehungsweise Zwischenräume bieten wechselnde Fließgeschwindigkeiten mit Ruhe- und Rückzugszonen, die insbesondere für flussauf- oder -abwärts wandernde Fische von Bedeutung sind und ihnen damit im Gegensatz zu Staustufen oder Wehren das Passieren ermöglichen.
Raugerinnen können je nach Zweck ohne Einbauten, mit Störsteinen oder mit Beckenstrukturen errichtet werden. Im Gegensatz zu Betonrampen sind Raugerinne bewusst rau ausgeführt und damit naturnäher und ökologisch vorteilhafter.
In der wasserbaulichen Praxis kommen hauptsächlich zwei Bauformen zum Einsatz: Gewässerbreite Raugerinne erstrecken sich über die gesamte Breite des Gerinnes und werden vor allem dann eingebaut, wenn ein Höhenunterschied gleichmäßig und flächig abgebaut werden soll. Ein teilbreites Raugerinne nimmt nur einen Teil der gesamten Flussbreite ein; der übrige Bereich kann als stärker durchströmter Hauptabfluss oder als gesondertes Niedrigwassergerinne ausgebildet sein.