Raymond Unger

deutscher bildender Künstler und Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Raymond Unger (geboren 1963 in Buxtehude) ist ein deutscher bildender Künstler und Autor von Romanen und Sachliteratur.

Raymond Unger (2024)

Leben und Werk

Unger arbeitete bis Ende der 1990er Jahre in der Naturheilkunde als Therapeut und Dozent, bevor er sich der Malerei und Schriftstellerei widmete.[1] Er arbeitete zunächst abstrakt und informell und wandte sich dem expressiven Realismus zu. Ab 2004 trug er Farbe nur noch mit dem Spachtel auf und verzichtete auf Malpinsel.

Im Jahr 2010 gründete Unger das Deutsche Forum für Remodernismus, deren Mitglieder die Bedeutung von Visionen und Emotionen betonen. Eine Überbetonung des Intellekts in der postmodernen Kunst sehen sie als Irrweg, der Kunst elitär und blutleer mache und den Zugang erschwere. Nach Darstellung des Journalisten und Kunstkritikers Ralf Sziegoleit versucht Unger, „selbstkonfrontativ“ zu arbeiten und sich mithilfe seiner Malerei selbst zu erkennen.[2][1] 2014 lud ihn die Europäische Kommission unter José Manuel Barroso als Maler und Autor zur dritten Generalversammlung Narrative for Europe (NFW).[1]

2016 erschien Ungers autobiografischer Roman Die Heimat der Wölfe, der von der Chronik seiner eigenen Familie während des Zweiten Weltkriegs und danach handelt und von deren Schicksal, das durch Umsiedlung und Vertreibung aus den Ostgebieten und Obdachlosigkeit nach Bombenangriffen geprägt war. Er sucht nach den Ursachen von emotionaler Kälte und mangelnder Empathie der Eltern und befasst sich ganz allgemein mit deren Auswirkungen auf die Generation der Baby-Boomer, deren Eltern in der Nachkriegszeit Kinder waren und die selbst „im unsichtbaren Traumanetz ihrer Vorfahren gefangen“ seien.[2]

Unger veröffentlichte 2018 Die Wiedergutmacher: Das Nachkriegstrauma und die Flüchtlingsdebatte, das sich mit den Reaktionen der Babyboomer-Generation auf die Flüchtlingskrise in Deutschland 2015/2016 und deren Ursachen auseinandersetzt.[3] 2019 war er mit einem Text Gastautor bei der Achse des Guten.[4] Unger veröffentlicht auch auf der verschwörungsideologischen Website Manova.[5]

2025 erschien der dystopische Wissenschaftsthriller KAI. Der Roman thematisiert die Gefahren einer unkontrollierten Künstlichen Intelligenz (KI) und spielt in einer Welt nach der Covid-19-Pandemie, in der gesellschaftliche Themen wie Pandemieschutz, Kriegsgefahr, Migration und Klimaschutz eine Rolle spielen. Eine Rezension der Berliner Zeitung titelt: „Apokalypse als Erzählung: Raymond Ungers literarischer Befreiungsschlag. Zwischen Thriller, Zeitdiagnose und Mythos entfaltet „KAI“ ein Panorama unserer Gegenwart, das so bildgewaltig wie provokant ist. Eine Erzählung gegen das Vergessen – und gegen die Vereinfachung.“[6] Über das Gesamtwerk Ungers schreibt der Nordkurier: „Der 1963 in Buxtehude geborene Maler, Autor und Therapeut ist ein kreativer Grenzgänger, dessen Werk tief in den Brüchen des 20. Jahrhunderts wurzelt – und doch hellwach die Gegenwart beobachtet.“[7]

Raymond Unger lebt und arbeitet in Berlin.

Auszeichnungen

Publikationen

Belletristik

Sachbücher

Herausgeberbücher (Beteiligungen)

Einzelnachweise

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