Red Jordan Arobateau
US-amerikanischer Autor, Dramatiker, Dichter und Maler
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Red Jordan Arobateau (* 15. November 1943 in Chicago; † 25. November 2021 in San Francisco) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Künstler.[1] Er veröffentlichte mehr als 80 literarische Werke und gilt als einer der produktivsten Vertreter der Street-Lit, die trans- und lesbenzentrierte Erotik aus dem Blickwinkel der armen Arbeiterklasse sichtbar machte.[1][2] Er trat unter anderem in den Dokumentarfilmen Before Stonewall (1984) und Transgender Tuesdays: A Clinic in the Tenderloin (2012) auf.[1]
Leben und Wirken
Arobateau wurde 1943 in Chicago als Kind einer afroamerikanischen Mutter und eines honduranischen Vaters geboren.[1] Er begann im Alter von 13 Jahren mit dem Schreiben; in den 1960er-Jahren lebte er kurzzeitig in New York und siedelte 1967 nach San Francisco über.[1] In den frühen 1990er-Jahren vollzog er seine Transition und lebte fortan als Transmann; zugleich blieb sein wirtschaftliches Leben von prekären Anstellungen und Phasen der Armut geprägt, da sowohl große Verlage als auch viele LGBTQ-Verlage seine Manuskripte zurückwiesen und er seine Veröffentlichungen oft selbst finanzierte.[1][2] Im Jahr 2019 wurde er als erster Mieter in die neue LGBTQ-seniorenfreundliche Wohnanlage an der 95 Laguna Street aufgenommen; in einer Gebäude-Lotterie war er als Erster ausgewählt worden.[1][3] Arobateau starb Ende 2021 im Alter von 78 Jahren; ein öffentlicher Gedenkgottesdienst fand Ende März 2022 in der Grace Cathedral in San Francisco statt.[4]
Seit dem späten 20. Jahrhundert veröffentlichte Arobateau ein umfangreiches, meist im Selbstverlag verbreitetes Werk aus Romanen, Erzählungen, Theaterstücken und Gedichten, das sich am Leben der Straße orientierte und die Lebenswelten von Sexarbeitern, Butch-und-Femme-Kulturen, Transpersonen und der radikalen Armen zum Thema machte.[2] Sein Frühwerk umfasste Titel wie The Bars Across Heaven (1975) und Ho Stroll: A Black Lesbian Novel (1975), mit denen er sich als queerer Vertreter innerhalb der Street-Lit und als Wegbereiter einer offen erotischen, feministischen und transperspektivischen Erzählweise einen Namen machen konnte.[2] Seine Texte zirkulierten zunächst über lesbische Bars, feministische Buchläden und den Direktverkauf auf der Straße, ehe kleinere Verlage und Anthologien einzelne Arbeiten übernahmen, darunter Daughters of Africa (1992).[2][1] Überdies wurde Arobateau in bekannten queeren Dokumentarfilmen porträtiert, namentlich in Before Stonewall sowie in Transgender Tuesdays: A Clinic in the Tenderloin, welcher die Geschichte der transspezifischen Versorgung am Tom Waddell Health Center in San Francisco nachzeichnet.[1]