Redressement National

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Das Redressement National war eine 1936 in der Schweiz gegründete rechtsbürgerliche Vereinigung.

Geschichte

Das Redressement National wurde 1936 von rund 50 Personen als Reaktion auf die eher aus linken Kreisen lancierte Kriseninitiative von 1935 gegründet. Die unter dem Namen Verein Aktionsgemeinschaft Nationaler Aufbau, respektive Aktionsgemeinschaft Nationaler Wiederaufbau/Redressement national[1] gegründete Organisation sollte als Koordinationsstelle für Abstimmungskämpfe dienen. Ziel war es, ein Gegengewicht zu bilden gegen den Ruf nach Verstaatlichung, Zentralisierung und Abbau der Demokratie.[2]

Ab 1941 wirkte Eduard Seiler im Sekretariat sowie ab 1943 als Geschäftsleiter.[2] Als solcher erstellte er Schriften, schrieb Eingaben und lancierte Aktionen.[3] 1952 hatte Seiler das erste “Giessbach-Seminar” als Vernetzungsanlass für junge Akademiker initiiert,[2] welches mindestens 25 Jahre durchgeführt wurde.[4] 1974 schied Eduard Seiler aus der Geschäftsleitung des Redressement aus.[2] Sein Nachfolger wurde Rudolf Rohr, der von 1974 bis 1998 als Direktor wirkte und von 1981 bis 2001 für die FDP im Aargauer Grossen Rat sass.[5]

Das Schweizer Fernsehen zitierte 1976 eine Schrift von 1961, in welchem das Redressement National es als die Aufgabe der Völker des Westens sah, ein «geistiges und militärisches Bollwerk gegen die kommunistische Herrschaft» zu bilden. Das Redressement betreibe Öffentlichkeitsarbeit und benutze Initiativen und Referenden. Um 1976 gab es laut Eigenangabe 1400 Vereinsmitglieder, der Verein verfügte dabei über ein jährliches Budget von bis zu einer halben Million Franken.[4] Das Redressement lancierte unter anderem Anfang der 1980er Jahre eine Volksinitiative zum Ausgleich der Kalten Progression.[6] Nach dem Rückzug der Initiative zugunsten des Gegenvorschlags[7] wurde 1985 die automatische Eliminierung der kalten Progression im Gesetz der Bundessteuer verankert. Zuvor hatte das Redressement den Konjunkturartikel bekämpft, wobei das Referendum im März 1975 vom Volk angenommen wurde, jedoch das Ständemehr verpasste.[8][1]

Schon 1961 war der Name auf Vereinigung für Freiheit, Föderalismus und Recht geändert worden und der Verein konzentrierte sich auf Bundesfinanz- und Steuerfragen. Nach 2001 nannte er sich Liberale Aktion.[9] Eine gleichnamige Stiftung wurde 2010 errichtet[10] und 2017 gelöscht.[11] Der Bestand des Redressement National befindet sich im Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich.[1]

Einzelnachweise

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