Reform-Werke

österreichischer Fahrzeughersteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Reform-Werke sind ein österreichischer Hersteller von Spezialfahrzeugen für die Landwirtschaft (Berglandtechnik) und Kommunalwirtschaft.

Schnelle Fakten Reform-Werke Bauer & Co Gesellschaft m.b.H. ...
Reform-Werke
Bauer & Co Gesellschaft m.b.H.
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Rechtsform Ges.m.b.H.
Gründung 1910
Sitz Wels, Österreich
Leitung
  • Markus Wieshofer
  • Wolfgang Zauner[1]
Mitarbeiterzahl ca. 400
Branche Fahrzeugbau
Website www.reform.at
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Reform Ladewagen am Steilhang

Als Nischenanbieter exportiert das rund 400 Mitarbeiter beschäftigende KMU weltweit, die Exportquote beträgt rund 70 %. Bekanntestes Produkt ist der Reform Muli, eine Mischung aus Kleintransporter und Traktor, der weltweit als Spezialkleintransporter bei schwierigen Geländebedingungen eingesetzt wird. Zur Unternehmensgruppe zählen die Reform-Werke in Wels (Österreich), die Agromont AG (Hünenberg, Schweiz) sowie die Kiefer GmbH (Dorfen, Deutschland)[2].[3]

Geschichte

Johann Bauer, Sohn eines Landwirtes, gründete 1910 das Unternehmen mit sieben Mitarbeitern. Erstes Produkt war die Sämaschine „Welsia“. Bis 1940 wurde die Produktpalette laufend erweitert. So wurden nun auch Jauchepumpen und -fässer, Getreideputzmühlen und Kartoffelroder hergestellt.[4]

Johann Bauer war auch Inhaber der Silbermalzkaffeefabrik Wels, die wegen mangelnder Rentabilität geschlossen wurde. Während der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich wurden beide Unternehmen durch Franz Blumentritt kommissarisch verwaltet. Ob sie in jüdischem Besitz waren, ist unklar, da sich hierüber keine Akten finden.[5]

Nach einem Produktionsstopp im Zweiten Weltkrieg wurde 1945 das alte Programm wieder aufgenommen. 1947 wurde die hauseigene Grau- und Tempergießerei zur Teilefertigung eröffnet. Der erste Motormäher „R1“ ging 1948 vom Band, der Mähwender „2000“ ab 1965. In den folgenden Jahren wurde der erste Universal-Transporter „Muli 25“ gebaut (1968) und in der Schweiz das Tochterunternehmen Agromont (1979/80) gegründet. 1977 startete die Produktion des ersten Zweiachsmähers „Metrac 3000“.[6]

1993 wurde mit dem „Metrac 4004H“ das erste hydrostatisch angetriebene Gerät angeboten. 1999 erschien der Bergtraktor „Mounty“ als ein Traktor mit vier gleich großen Rädern. Die Palette der Mäher wurde 2003 mit der Übernahme der Motormäher mit hydrostatischem Fahrantrieb von Bucher Industries erweitert. Anfangs hat Reform-Werke Wels diese Motormäher lediglich importiert und unter der Marke Reform verkauft. Später wurde der Bereich Motormäher von Bucher Industries übernommen und die Bucher Elite Motormäher werden seitdem als Reform M9 bzw. M14 verkauft.

Seit 2010 werden die Motormäher der Schweizer Rapid Holding übernommen und in Österreich in Rot unter der Marke Reform verkauft. Die Typenbezeichnungen lauten RM7 (Rapid Rex), RM8 (Rapid Swiss), RM9 (Rapid Mondo), RM13 (Rapid Universo) und RM20 für das Parallelmodell vom Rapid Euro.[7] Die Motormäher sind bis auf die rote Farbe weitestgehend identisch.

Ab 2014 wurde die Kiefer GmbH aus Deutschland in die Reform-Unternehmensgruppe aufgenommen. Mit ihr erweiterte sich die Produktpalette um schmalspurige Kommunalfahrzeuge und Friedhofsbagger der Marke Boki.

Produkte

Reform entwickelt und produziert Spezialfahrzeuge für den Ganzjahreseinsatz in der Bergland- und Kommunaltechnik. Das Unternehmen stellt Hanggeräteträger (Metrac), Spezialtransporter (Muli und Boki), einachsige Motormäher (Motech), Friedhofsbagger (Boki Bagger) sowie Anbaugeräte her. Die Maschinen werden in Wels und Dorfen gefertigt.[8]

Metrac

Der Reform Metrac ist ein kompakter, hangtauglicher Mehrzweckgeräteträger, der speziell für extreme Steilhangbedingungen entwickelt wurde. Charakteristisch sind sein besonders niedriger Schwerpunkt, die breitspurige Bauweise sowie ein fein abstimmbarer Allradantrieb mit wahlweise Allrad-, Front- oder Hecklenkung. Die Kombination aus geringem Eigengewicht, hoher Spurbreite und optimaler Gewichtsverteilung sorgt für große Hangstabilität. Moderne Hydrostat- oder Schaltgetriebevarianten, leistungsfähige Hydrauliksysteme und zwei vollwertige Anbauräume (Front und Heck) ermöglichen den Einsatz einer großen Bandbreite von Arbeitsgeräten für professionelle Grünland- und Kommunalarbeiten.[3]

Der Metrac wird vor allem in der Berg- und Grünlandbewirtschaftung, bei Gemeinden sowie in Dienstleistungsbetrieben eingesetzt. Zu seinen typischen Anwendungen zählen Mäh- und Mulcharbeiten, Böschungs- und Hangpflege, Transportaufgaben sowie kommunale Tätigkeiten wie Straßen- und Wegrandanlagenpflege. Dank seiner hohen Geländegängigkeit, Wendigkeit und Anpassbarkeit eignet sich der Metrac besonders für Arbeiten in schwierigem Terrain.[3]

Mounty

Der Reform Mounty wurde seit 1999 produziert, entfiel aber 2024 dem Produktportfolio. Der Reform Mounty ist ein hangtauglicher Geräteträger mit besonders niedrigem Schwerpunkt, Allradantrieb und vier Lenkungsarten (Front-, Heck-, Allrad- und Hundeganglenkung).[3]

Eingesetzt wird der Mounty vor allem in Berg- und Grünlandwirtschaft, im Kommunalbereich sowie in der Forst- und Winterarbeit. Typische Anwendungen reichen vom Mähen und Mulchen über Transport und Pflegearbeiten bis hin zu Schneeräumung, Streudiensten oder Frontlader- und Forsteinsätzen. Durch seine Vielseitigkeit und Geländegängigkeit ist der Mounty besonders dort geeignet, wo Sicherheit, Wendigkeit und hohe Maschinenflexibilität entscheidend sind.[3]

Der Mounty wurde aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Gründe waren unter anderem notwendige Anpassungen an aktuelle Abgasvorschriften, die aufgrund der Platzverhältnisse in der Maschine unmöglich waren.

Muli

Der Reform Muli ist ein vielseitiger Transporter und Geräteträger, der für Einsätze in alpinem Gelände entwickelt wurde. Er verfügt über einen stabilen Rahmen, einen niedrigen Schwerpunkt sowie Allradantrieb mit optionalen Lenkungsvarianten, die eine hohe Geländegängigkeit und Wendigkeit ermöglichen. Durch seine Portalachsen ist der Muli zudem extrem beanspruchbar und besonders geländegängig, was ihn auch unter schweren Lasten und auf unwegsamem Terrain sehr widerstandsfähig macht. Die Kombination aus leistungsstarker Motorisierung, moderner Hydraulik und einer großen Ladefläche macht ihn zu einem zuverlässigen Fahrzeug für Transport- und Gerätearbeiten in schwierigem Gelände.[3]

Sein Einsatzbereich liegt vor allem in der Berg- und Landwirtschaft, im Kommunalwesen sowie im Transportdienst in schwer zugänglichen Regionen. Typische Anwendungen reichen von Material- und Gütertransporten über Pflegearbeiten mit angebauten Geräten bis hin zu kommunalen Aufgaben wie Winterdienst oder Straßenerhaltung. Durch seine hohe Nutzlast, die vielseitigen Ausstattungsmöglichkeiten und seine Eignung für steiles, unwegsames Gelände ist der Muli besonders geeignet für Betriebe, die ein sicheres, flexibles und leistungsfähiges Universalfahrzeug benötigen.[3]

Commons: Reformwerke Wels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikibooks: Traktorenlexikon: Reform – Lern- und Lehrmaterialien

Einzelnachweise

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