Refotografie

Foto von gleichem Standort zu späteren Zeitpunkt aufnehmen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Refotografie oder Rephotography ist die wiederholte Aufnahme des gleichen Motivs, welches zu einem früheren Zeitpunkt schon aufgenommen wurde.[1][2] Häufig werden alte Stadtansichten als Vorlage verwendet – mangels Zugang zu anderen überlieferten Bildern oft von alten Postkarten. Der grundlegende Aspekt des Refotografierens liegt in dem ersichtlichen Unterschied der beiden Aufnahmen.[1][3]

Das Crocker Art Museum in Sacramento
Die Granby Street in Leicester 1903 und 2009
Oben eine Postkarte von 1923 (links Schule, leicht rechts Straße), und 2023. Oben Menschen im Bild, unten Autos.
Dieselbe Ansicht aus Bayern, 1923 und 2023. Als Quellmaterial dient eine Postkarte. Mit der Zeit wurde der Zweck der Straße das Abstellen von Fahrzeugen.

Durchführung

Zuerst wird ein passendes Bild benötigt, welches vor einiger Zeit aufgenommen wurde, wobei nicht der Zeitabstand entscheidend ist, sondern der Unterschied zum neuen Bild.[3] Es ist zweckmäßig, eine Refotografie an möglichst genau dem Standort durchzuführen, von dem aus schon das ursprüngliche Bild fotografiert wurde. Dabei kann der Fotograf sich an Kanten, Winkeln und anderen Umgebungsmerkmalen orientieren.[1]

Entwickler des MIT und der Firma Adobe Inc. haben eine Software entwickelt, die das Livebild einer Digitalkamera mit einem alten Foto vergleicht und damit den Fotografen anleitet, wie er die Kamera für ein optimiertes Ergebnis halten sollte. Sie nennen diese Technik Computational Rephotography.[4][1]

Präsenz im Alltag

Die Verbreitung von Refotografien erlebt seit der Einführung der Digitalkamera Ende der 1990er Jahre einen Aufschwung.

Das Projekt historypin[web 1] stellt einen Dienst zur Verfügung, der es ermöglicht alte Aufnahmen, als eine Ebene, auf Google-Street-View-Karten zu legen. Dort kann man auch eigene alte Bilder hochladen.

Fox Theater, Tucson

Der russische Refotograf Sergej Larenkow[web 2] erregte durch seine Zusammenfügungen Berliner Ansichten aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Frühjahr 2010 großes Aufsehen.[1][5][6]

2015 entstand an der Universität Osnabrück ein Webportal[web 3], das die Bearbeitung und Veröffentlichung von Refotografien zum Ziel hat[7].

Belege

Einzelnachweise

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