Regensburger Kochbuch
seit 1867 erschienenes Kochbuch
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Das Regensburger Kochbuch der Marie Schandri aus Regensburg ist ein seit dem Jahre 1866 in 99 Auflagen erschienenes klassisches Kochbuch. Zusammen mit den Nachfolgern des Titels (etwa als Das berühmte Regensburger Kochbuch vom Münchener Verlag Carl Gerber) kommt es auf eine Laufzeit von mehr als 150 Jahren. Es ist weniger ein Abbild einer traditionellen bayerischen Küche als eine Zusammenstellung von in Bayern beliebten und bewährten Gerichten der bürgerlichen Küche und enthält auch Hinweise zur Küchen- und Ernährungslehre. Es ist neben dem Bayerischen Kochbuch eines der am weitesten verbreiteten traditionellen Kochbücher im süddeutschen Raum.[1]

Geschichte
Erstmals erschienen ist das Regensburger Kochbuch 1866 im Verlag Alfred Coppenrath unter dem Titel Regensburger Kochbuch – 934 Original-Kochrecepte auf Grund vierzigjähriger Erfahrung, zunächst für die bürgerliche Küche, herausgegeben von Marie Schandri, ehedem vierzig Jahre Köchin im Gasthofe zum goldenen Kreuz in Regensburg. Die erste Auflage von 3000 Exemplaren war schnell vergriffen. Es folgten weitere Auflagen mit stetig ansteigender Anzahl der Rezepte und mit thematischen Ergänzungen. So gab es ab 1869 Anna Hubers Die vollständige Fastenküche als Anhang. Bis 1889 wurden 75.000 Exemplare des Kochbuches verkauft und auch in den folgenden Jahrzehnten wurde es kontinuierlich weiterentwickelt. Im Jahr 1896 wurde es um den Abschnitt Einmachkunst – wiederum von Anna Huber – erweitert, im 20. Jahrhundert durch die Themen Krankenkost, Süßspeisen, Bäckerei und Eis.[2][3] Das Kochbuch erhielt den für das 20. Jahrhundert typischen roten Einband. Anfang des 20. Jahrhunderts waren Auguste Eser, geborene Coppenrath,[4] und Lina Pawelek, geborene Coppenrath,[5] an der Herausgabe beteiligt. Mit der 85. Auflage brachte Notburga Gschwandtner 1949 – unter Mitwirkung von Isabella Mayer, geborene Pawelek, und Lisl Martin-Zintner – eine vollständig neu bearbeitete Ausgabe des Kochbuches heraus.[6]
Ab der 97. Auflage wurde das Kochbuch wiederum neu überarbeitet und als Neues Regensburger Kochbuch vom Fachbuchverlag Pfanneberg weitergeführt. Im Jahr 2013 erschien die 99. Auflage, von Waltraut Rössner und Jutta Ullrich bearbeitet.[7]
Lange Zeit gab es die Vermutung, dass es sich bei Marie Schandri um das Pseudonym von Isabella Coppenrath (1833–1891), der Frau des Verlegers Alfred Coppenrath, handele. Durch Einsichtnahme in Nachlassakten fand man heraus, dass Marie Schandri tatsächlich existierte und Köchin im Gasthof Zum Goldenen Kreuz war, es gab jedoch keine Hinweise darauf, dass sie tatsächlich die Verfasserin des Kochbuches war.[8][3] Im Vorwort der 99. Auflage wird als Verfasserin Isabella Coppenrath angegeben; danach schrieb sie das Kochbuch unter dem Pseudonym Marie Schandri, um mit dem Namen einer einfachen Köchin und dem berühmten Hotel Werbung zu machen.[9] Bereits in früheren Auflagen, die nach ihrem Tod erschienen, – beispielsweise 1893 in der 30. Auflage – war das darin aufgenommene Vorwort der ersten Auflage mit ihrem Klarnamen als Verfasserin versehen worden.[10]
Weblinks
- Regensburger Kochbuch, 30. Auflage, 1893 (PDF; 28 MB)
- Regensburger Kochbuch, 2. Auflage (1868) (Digitalisat)
- DNB 120866234