Regierung Scheljaskow
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Die Regierung Scheljaskow bildete vom 16. Januar 2025 bis zum 19. Februar 2026 die Regierung von Bulgarien. Das Kabinett war eine Minderheitsregierung mit Ministern bestehend aus den Parteien GERB, BSP–OL und ITN.[1][2]
| Regierung Scheljaskow | |
|---|---|
| Kabinett der Republik Bulgarien | |
| Ministerpräsident | Rossen Scheljaskow |
| Wahl | 2024 |
| Ernannt durch | Präsident Rumen Radew |
| Beginn | 16. Januar 2025 |
| Ende | 19. Februar 2026 |
| Dauer | 1 Jahr und 34 Tage |
| Vorgänger | Regierung Glawtschew II |
| Nachfolger | Regierung Gjurow |
| Zusammensetzung | |
| Partei(en) | GERB–SDS, BSP–OL, ITN |
| Repräsentation | |
| Nationalversammlung | 102 / 240 (42,5 %) |
Das Kabinett wurde ursprünglich mit Unterstützung der APS gewählt. Am 16. April 2025 kündigte diese jedoch nach Meinungsverschiedenheiten mit der Regierung und der Verabschiedung von Gesetzen mit der DPS-NN an, dass sie die Regierung nicht mehr unterstützen werde.[3] Das wichtigste Ziel der Regierung war der Beitritt des Landes zur Eurozone, der zum Jahr 2026 erfolgte.[4][5][6]
Am 11. Dezember 2025 verkündete Ministerpräsident Rossen Scheljaskow den Rücktritt seiner Regierung.[7][8] Tags darauf nahm das Parlament das Rücktrittsgesuch an. Das Kabinett war seither geschäftsführend im Amt.[9] Am 19. Februar 2026 folgte ihm eine Übergangsregierung unter der Führung von Andrej Gjurow nach.
Regierungsmitglieder
| Amt | Bild | Name | Partei |
|---|---|---|---|
| Ministerpräsident | Rossen Scheljaskow[10] | GERB | |
| Stellvertretender Ministerpräsident ohne Geschäftsbereich | Atanas Safirow | BSP | |
| Stellvertretender Premierminister und Minister für Innovation und Wachstum | Tomislaw Dontschew | GERB | |
| Stellvertretender Premierminister und Minister für Verkehr und Kommunikation | Grosdan Karadschow | ITN | |
| Finanzministerin | Temenuschka Petkowa | GERB | |
| Verteidigungsminister | Atanas Saprjanow | parteilos
(nominiert von GERB) | |
| Außenminister | Georg Georgiew | GERB | |
| Innenminister | Daniel Mitow | GERB | |
| Justizminister | Georgi Georgiew | GERB | |
| Gesundheitsminister | Silwi Kirilow | ITN | |
| Minister für Bildung und Wissenschaft | Krassimir Waltschew | GERB | |
| Minister für Landwirtschaft und Ernährung | Georgi Tachow | parteilos | |
| Minister für Umwelt und Gewässer | Manol Genow | BSP | |
| Energieminister | Schetscho Stankow | GERB | |
| Tourismusminister | Miroslaw Borschosch | GERB | |
| Minister für Wirtschaft und Industrie | Petar Dilow | parteilos | |
| Minister für regionale Entwicklung und öffentliche Arbeiten | Iwan Iwanow | BSP | |
| Kulturminister | Marian Batschew | ITN | |
| Minister für Jugend und Sport | Iwan Peschew | BSP | |
| Minister für Arbeit und Soziales | Borislaw Guzanow | BSP | |
| Minister für elektronische Verwaltung | Walentin Mundrow | parteilos |
Demonstrationen
Seit Ende November 2025 kam es in Bulgarien vermehrt zu landesweiten Protesten, die zunächst gegen den Haushaltsentwurf 2026 gerichtet waren. Der Entwurf sah unter anderem Erhöhungen bei Sozial- und Rentenbeiträgen vor und wurde von Teilen der Bevölkerung sowie der Opposition scharf kritisiert. Demonstranten warfen dem Kabinett vor, nicht ausreichend gegen Korruption vorzugehen und soziale Härten zu verschärfen.[11][12]

In der Hauptstadt Sofia und in mehreren größeren Städten des Landes versammelten sich Zehntausende Menschen zu Demonstrationen. Die Veranstalter sprachen von hohen Teilnehmerzahlen, während staatliche Behörden teils geringere Schätzungen nannten. In einigen Fällen eskalierten die Proteste; es kam zu Zusammenstößen zwischen Teilnehmern und Sicherheitskräften sowie zu Sachbeschädigungen. Mehrere Dutzend Personen wurden festgenommen.[13] Die Protestbewegung gewann zunehmend politische Forderungen, insbesondere den Rücktritt der Regierung Scheljaskow. Die Opposition kündigte Mehrfachversuche eines Misstrauensvotums an, sollte die Regierung nicht freiwillig zurücktreten.[14]
Als Reaktion auf die anhaltenden Demonstrationen zog die Regierung im Dezember 2025 den umstrittenen Haushaltsplan zurück und kündigte Zugeständnisse an. Trotz dieser Zugeständnisse blieb der politische Druck hoch. Schließlich erklärte Ministerpräsident Rossen Scheljaskow nach anhaltenden Protesten und wiederholten parlamentarischen Misstrauensanträgen den Rücktritt seines Kabinetts.[7][8]
Zustimmungswerte
| Meinungsforschungsinstitut | Erhebungszeitraum | Zustimmung | Ablehnung | Unentschieden/Keine Angabe | Saldo |
|---|---|---|---|---|---|
| Myara[15] | 3.–13. April 2025 | 19,2 % | 66,0 % | 14,8 % | −47 |
| MarketLinks[16] | 22.–30. März 2025 | 22 % | 46 % | 32 % | −24 |
| Trend[17] | 10.–16. März 2025 | 27 % | 50 % | 23 % | −23 |
| MarketLinks[18] | 22. Februar – 2. März 2025 | 27 % | 46 % | 27 % | −19 |
| Myara[19] | 6.–16. Februar 2025 | 26,8 % | 56,7 % | 16,5 % | −30 |
| MarketLinks[20] | 25. Januar – 2. Februar 2025 | 27 % | 40 % | 33 % | −13 |
| Trend[21] | 24.–30. Januar 2025 | 32 % | 39 % | 29 % | −7 |
| Alpha Research[22] | 15.–20. Januar 2025 | 39 % | 29 % | 32 % | +10 |