Regina-Jonas-Seminar
2024 gegründetes Rabbinerseminar
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Das 2024 gegründete Regina-Jonas-Seminar (Eigenschreibweise: Regina Jonas Seminar) ist ein deutsches Rabbinerseminar und ein An-Institut[1] der Universität Potsdam. Es ist nach der ersten Rabbinerin Deutschlands benannt, Regina Jonas (1902–1944). Träger des Seminars ist die Nathan-Peter-Levinson-Stiftung des Zentralrats der Juden in Deutschland, die außer dem liberal ausgerichteten RJS noch das Abraham-J.-Heschel-Seminar für die konservative Rabbinerausbildung, und ein Seminar für Kantorenausbildung betreibt.
| Regina Jonas Seminar | |
|---|---|
| Gründung | 2024 |
| Ort | Potsdam |
| Bundesland | Brandenburg |
| Land | Deutschland |
| Leitung | Rabbinischer Leiter: Yehoyada Amir |
| Website | www.levinson-stiftung.de/startseite/regina-jonas-seminar/ |
Hintergrund der Neugründung war ein Konflikt des Zentralrats mit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der sich an einer Wahlordnungsänderung entzündet hatte[2] und seit 2023 auch an der Frage, wer für die Rabbinerausbildung in Berlin zuständig sein soll. Die Berliner Gemeinde hatte das ältere, von einem Skandal gefährdete liberale Potsdamer Rabbinerseminar Abraham-Geiger-Kolleg in Trägerschaft übernommen.[3] Beide Seminare, RJS und AGK, stehen nun als An-Institute der Universität Potsdam in Konkurrenz zueinander und ordinieren parallel ihre jeweiligen Absolventen. Dabei hat das AGK finanzielle Probleme, denn der Zentralrat finanziert nur noch seine Institute. Über die Bundeszuschüsse wird deshalb vor Gericht gestritten.[4] Es ist außerdem noch unklar, ob die konkurrierenden Abschlüsse gleichermaßen Anerkennung finden werden.
Geschichte
Nachdem die Trägerschaft des Abraham Geiger Kollegs von der Leo-Baeck-Foundation zur Jüdischen Gemeinde zu Berlin und nicht zum Zentralrat der Juden in Deutschland gegangen war, rief dieser im September 2024 die Nathan-Peter-Levinson-Stiftung als neue Trägerin der Rabbinatsausbildung in Potsdam ins Leben. Innerhalb dieser Stiftung entstanden drei Seminare, u. a. das Regina-Jonas-Seminar für die liberale Rabbinerausbildungt.[5][6] Die Universität Potsdam führt die drei neuen Seminare als An-Institute.[7]
Die Leiterin der Allgemeinen Rabbinerkonferenz Deutschland, Elisa Klapheck erklärte 2024, das Abraham-Geiger-Kolleg habe kein Ordinationsrecht und dürfe keine Rabbiner mehr ausbilden. Das AGK wehrte sich mit einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts München.[8][9] Die World Union for Progressive Judaism und die European Union for Progressive Judaism machten umgekehrt deutlich, dass sie ausschließlich die Ausbildung von Rabbinern und Kantoren in Deutschland durch das Abraham-Geiger-Kolleg unterstützen und deren Absolventen ordinieren.[10] Yehoyada Amir, der Leiter des Regina-Jonas-Seminars, versprach, Studierende des Abraham-Geiger-Kollegs am Regina-Jonas-Seminar aufzunehmen.[11] Studierende des Abraham-Geiger-Kollegs lehnten öffentlich ab, zum Regina-Jonas-Seminar zu wechseln.[12][13]
Ausbildung und Lehrkräfte
Das Regina-Jonas-Seminar ist ein An-Institut der Universität Potsdam.[7] Mit den Lehrkräften Yehoyada Amir[14][15] und Ulrike Offenberg[16] nahm das Regina-Jonas-Seminar im Jahr 2024 die Arbeit auf.
Weblinks
- Nathan-Peter-Levinson-Stiftung. In: Website der Nathan-Peter-Levinson-Stiftung. Zentralrat der Juden in Deutschland
- Regina-Jonas-Seminar. In: Homepage des Regina-Jonas-Seminars. Zentralrat der Juden in Deutschland bzw. Nathan-Peter-Levinson-Stiftung
- Unsere Lehrkräfte. In: Website der Nathan-Peter-Levinson-Stiftung. Zentralrat der Juden in Deutschland (Lehrkräfte am Regina-Jonas-Seminar: Yehoyada Amir, Ulrike Offenberg).
- Carsten Dippel: Die Alternative zum Abraham Lehrer Kolleg – Das neue Regina Jonas Seminar. Hörfunksendung, Deutschlandfunk vom 13. Dezember 2024 (10:28 min)