Regio hypochondriaca
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Die Regio hypochondriaca ist eine beidseits ausgebildete Region des Oberbauches (Regio abdominalis superior, in der Tieranatomie Regio abdominalis cranialis). Andere Bezeichnungen beim Menschen sind Hypochondrium[1] sowie Regio hypochondri(a)ca dextra et sinistra (Pariser Nomina Anatomica und Basler Nomina Anatomica) sowie Pars lateralis regionis abdominis cranialis (Jenaer Nomina Anatomica).[2]

Beide Regionen zusammen (also rechts und links) heißen im Plural im Lateinischen Regiones hypochondriacae und auf Deutsch die Weichen (gemeint sind die weichen Seitenteile des Unterleibs, siehe Lende und Flanke).[3]
Einteilung
Man unterscheidet eine rechte (Regio hypochondriaca dextra) und eine linke (Regio hypochondriaca sinistra). Die obere (bei vierfüßigen Tieren entsprechend die vordere) und die seitliche Grenze bildet der Rippenbogen. Zur Mitte hin grenzen beide Regiones hypochondriacae an die Regio epigastrica (in der Tieranatomie Regio xiphoidea), als Grenze ist der Seitenrand des Musculus rectus abdominis definiert. Nach unten beziehungsweise nach hinten grenzt die Regio hypochondriaca an die jeweilige Flankengegend (Regio lateralis). Die Grenze bildet eine gedachte Linie zwischen den letzten Rippen.
Definitionen
Abweichend von der nebenstehenden (historischen) Abbildung wird das Hypochondrium nach anderer Ansicht (beim stehenden Menschen) oben und nicht unten von den Rippenknorpeln begrenzt.[4] So auch der aktuelle Medizin-Duden: „Regio hypochondriaca: seitlicher Bezirk des Unterleibs unterhalb der Rippenknorpel“,[5] der aber auch (beim liegenden Menschen) dem Gegenteil zustimmt („hypochondriacus: unter den Rippenknorpeln liegend“).[6]
Das Wörterbuch der Medizin definiert das Hypochondrium als „Regio hypochondriaca: seitlich unter dem Rippenbogen (Arcus costalis) liegender Teil des Oberbauchs.“[7] Die Brockhaus-Enzyklopädie erklärt das altgriechische Adjektiv „hypochondriakós [als leidend an] Unterleib oder den Eingeweiden.“[8]
Etymologie
Die altgriechische Bezeichnung Hypochondrium kommt (ebenso wie die Hypochondrie) von altgriechisch τὰ ὑποχόνδρια ta hypochóndria (mit ὑπο hypo = unter sowie griechisch χονδρός chondros ‚Knorpel‘) für den „Bereich unter den Rippen“.[9] Wörtlich also: (das Gebiet, von lateinisch regio = Gebiet) unter den Rippenknorpeln oder die untere Rippenknorpelgegend.[10] Nach Rudolf Arndt bedeutet das altgriechische Wort ὑποχόνδριον hypochóndrion dagegen soviel wie Unterleib.[11] 1866 erklärte der Brockhaus die „Hypochóndria [als] Unterleib, die Unterrippengegend.“[12]
Literatur
- Walther Graumann, Dieter Sasse: CompactLehrbuch Anatomie. Band 3. Schattauer Verlag, Stuttgart / New York 2004, ISBN 978-3-7945-2063-3, S. 138.
- Horst Erich König, Hans-Georg Liebich (Hrsg.): Anatomie der Haussäugetiere: Lehrbuch und Farbatlas für Studium und Praxis. 4. Auflage, Schattauer Verlag, Stuttgart / New York 2009, ISBN 978-3-7945-2650-5, S. 677.