Reibempfindlichkeit

Verhalten von Stoffen gegen mechanische Belastungen From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Reibempfindlichkeit bezeichnet man das Verhalten eines Stoffes (meist eines Explosivstoffes) gegenüber mechanischer Belastung. Das Kriterium ist dabei, dass sich der Stoff unter der Einwirkung einer Reibbelastung unter Knistern, Entflammung oder Explosion zersetzt.

Prüfmethode

Als Prüfmethode wird der von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) entwickelte Reibtest verwendet. Hierbei wird der Stoff zwischen zwei Porzellankörpern mit einer definierten Reibkraft belastet. Diese ergibt sich aus dem Produkt von Reibweg und Gewichtseinstellung am Prüfgerät und wird in der Einheit Newton (N) angegeben.[1][2][3]

Einstufungen

Im Sinne des Sprengstoffgesetzes sowie der Verordnung (EG) Nr. 440/2008 der Europäischen Kommission gilt ein Grenzwert von 360 N, unter dem eine Einstufung als explosionsgefährlicher Stoff erfolgt. Der Reibtest gehört neben der Prüfung auf Schlagempfindlichkeit (Fallhammertest) und dem Stahlhülsentest zu den nach dem Sprengstoffgesetz vorgeschriebenen Prüfungen. Die Prüfung ist als Test 3(b)(i) (BAM friction apparatus) innerhalb der Testserie 3 Teil der Prüfschemata zur Klassifizierung von Explosivstoffen der Klasse 1 im Sinne der Gefahrgutvorschriften.[4]

Beispiele

Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht typischer reibeempfindlicher Stoffe. Stoffe wie Ammoniumnitrat, Dinitrobenzol, Nitroglycol, Nitroglycerin, Pikrinsäure und Trinitrotoluol geben in der Reibapparatur bis zu einer Belastung mit 36 kp bzw. 353 N keine Reaktion.[5]

Weitere Informationen Stoff, Belastung des Reibstiftes ...
Reibempfindlichkeit explosionsgefährlicher Stoffe[5]
StoffBelastung des Reibstiftes
kpN
Silberacetylid 0,01 0,1
Hexamethylentriperoxiddiamin 0,01 0,1
Bleiazid 0,01 0,1
Cyanurtriazid 0,01 0,1
Quecksilber(II)-acetylid 0,01 0,1
Kupferacetylid 0,01 0,1
Tricycloacetonperoxid 0,01 0,1
Blei(II)-trinitroresorcinat 0,15 1,5
Quecksilber(II)-fulminat (grau) 0,3 3
Quecksilber(II)-fulminat (weiß) 0,5 5
Tetrazen 0,8 8
Erythritoltetranitrat 3 30
Nitropenta 6 60
Silber(I)-oxalat 8 80
Hexogen 12 120
Strontiumazid 12 120
Bariumazid 24 240
Tetryl 36 359
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Quellen

Literatur

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