Reichstag (Schiff)

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Die Reichstag war ein Kombischiff, das 20 Jahre lang von der Deutschen Ost-Afrika-Linie (DOAL) eingesetzt wurde. Gebaut wurde es als Eduard Bohlen für die Afrikanische Dampfschiffs-Actiengesellschaft (Woermann-Linie). 1910 gelang es zunächst unter dem Namen Sabah in osmanische, ab 1911 als Libano, Fido und zuletzt Ida in italienische Dienste.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Reichstag p1
Schiffsdaten
Flagge Deutsches Reich Deutsches Reich
Osmanisches Reich 1844 Osmanisches Reich
Italien Italien
andere Schiffsnamen Eduard Bohlen (1889–1890)

Sabah (1910–1911)
Libano (1911–1914)
Fido (1914–1920)
Ida (1920–1923)

Schiffstyp Kombischiff
Bauwerft Blohm & Voss, Hamburg
Baunummer 67
Stapellauf 15. September 1889
Übernahme 15. November 1889
Verbleib 1923 abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 94,82 m (Lüa)
Breite 11,64 m
Seitenhöhe 6,28 m
Vermessung 2202 BRT
1523 NRT
 
Besatzung 46 Mann
Maschinenanlage
Maschine 2 × Zylinderkessel
1 × Verbundmaschine
indizierte
Leistung
Vorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
1.340 PS (986 kW)
Höchst­geschwindigkeit 11,0 kn (20 km/h)
Propeller 1
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 2350 tdw
Zugelassene Passagierzahl 1. Klasse: 30
2. Klasse: 16
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Geschichte

Am 15. September 1889 lief auf der Werft Blohm & Voss in Hamburg die Eduard Bohlen als Baunummer 67 vom Stapel. Das Schiff wurde genau zwei Monate später an die Afrikanische Dampfschiffs-Actiengesellschaft ausgeliefert.[1][2] Diese setzte die Eduard Bohlen ein halbes Jahr lang auf der Route von Hamburg nach Westafrika ein und übertrug den Dampfer am 7. Juni 1890 an die DOAL.[3] Diese Reederei war erst am 19. April 1890 gegründet worden, um einen regelmäßigen Liniendienst zwischen dem Deutschen Reich und Ostafrika, insbesondere der Kolonie Deutsch-Ostafrika, zu unterhalten. Diese Route wurde vom Reich mit jährlich 900.000 Mark subventioniert.[4] Die Eduard Bohlen wurde in Reichstag umbenannt und verließ am 23. Juli 1890 erstmals Hamburg mit dem Ziel Lourenço Marques.[1] Diese Fahrt war gleichzeitig die erste der DOAL überhaupt.[5] Ab 1902 diente das Schiff auf der Linie zwischen Durban und Bombay.[3]

Am 25. November 1910 wurde die Reichstag an F. M. Nakshian aus Konstantinopel verkauft. Mit dem neuen Namen Sabah war das Schiff für zehn Monate unter osmanischer Flagge unterwegs. Bei Ausbruch des Italienisch-Türkischen Krieges wurde die Sabah noch im September 1911 von Italien beschlagnahmt und letztlich der Reederei L. Olcesi übertragen. Sie hatte fortan Genua zum Heimathafen und wurde in Libano umbenannt. Nachdem bereits 1912 ein Eignerwechsel stattgefunden hatte, kam das Schiff zwei Jahre später zur „SA A. Parodi“ und erhielt den Namen Fido. 1918 wurde der Dampfer erneut verkauft, diesmal an „O. A. Raimondo e Soci“, behielt dabei aber seinen Namen. Ein letzter Eigner- und Namenswechsel erfolgte 1920, als das Schiff an die „Società Italiana di Armamento e Navigazione“ mit Sitz in Rom verkauft und in Ida umbenannt wurde. Im dritten Quartal des Jahres 1923 erfolgte letztlich der Abbruch des Schiffes.[1]

Technik

Das Kombischiff war auf dem Hauptdeck 94,84 m lang und bis zu 11,31 m breit. Der Tiefgang bemaß sich auf maximal 6,27 m. Die Reichstag war mit 2202 BRT und 1523 NRT vermessen und konnte 2350 t Ladung tragen. Der Antrieb bestand aus einer Verbunddampfmaschine mit dreifacher Dampfdehnung, die mit bis zu 1340 PSi die Reichstag auf 11,0 kn beschleunigen konnte.[1] Für die Dampferzeugung waren zwei Zylinderkessel verbaut, die mit acht Feuerungen und 398 Heizfläche 12 bar Dampfdruck erzeugten.[6]

Bis zu 30 Passagiere der Ersten und 16 der Zweiten Klasse fanden an Bord Platz. Die Besatzung der Reichstag bestand aus 46 Mann.[3]

Literatur

  • Arnold Kludas: Die Schiffe der deutschen Afrika-Linien 1880–1945. Gerhard Stalling, Oldenburg, Hamburg 1975, ISBN 3-7979-1867-4.
  • Karsten Kunibert Krüger-Kopiske: Die Schiffe der Deutschen Afrika-Linien. Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg 2009, ISBN 978-3-7822-0990-8.

Fußnoten

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