Reinhard Roy
deutscher Maler und Bildhauer
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Reinhard Roy (* 30. August 1948 in Klitten) ist ein deutscher Maler und Bildhauer. Dominierendes Element seiner Formensprache und Bildgestaltung ist seit 1986 der Raster. Sein Werk ist der Konkreten Kunst zuzurechnen.

Leben und Werk
Roy machte von 1963 bis 1967 eine Berufsausbildung als Dreher mit Abitur. Die berufliche Ausbildung fand im VEB Waggonbau Niesky statt. Er leistete dann Wehrdienst in der NVA und arbeitete jeweils kurzzeitig in Glasbetrieben, im VEB Schachtbau Nordhausen und im VEB Kraftwerk Boxberg. Von 1969 bis 1974 studierte er in der Fachrichtung Gefäßgestaltung bei Ilse Decho und Lothar Zitzmann an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein in Halle (Saale) industrielle Formgestaltung. Nach dem Diplom arbeitete er bis 1978 in der Industrie als Formgestalter. Ab 1979 war er in Görlitz freischaffend tätig, u. a. bis 1983 als externer Fachgutachter beim Amt für industrielle Formgestaltung.
Roy war ab 1977 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er hatte in der Zeit der DDR im In- und Ausland eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. 1982/1983 an der IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden. Er unternahm 1979 Studienreisen nach Polen und Ungarn und 1980 nach Rumänien und in die UdSSR.
1983 siedelte er nach Frankfurt am Main über. Von 1984 bis 2010 war Roy externer Mitarbeiter in den Bereichen Kunst, Design und Architektur für die KfW-Bankengruppe. An der Fachhochschule Wiesbaden hatte er von 1995 bis 1999 einen Lehrauftrag „Farbe und Gestaltung“. Während der Dienstzeit von Bundespräsident Horst Köhler war eine zweiteilige Stahlskulptur Roys im Park von Schloss Bellevue aufgestellt. Ab 1976 übernahm Roy Jurytätigkeiten, Gestaltungs- und Kunstausstattungsprojekte.
Seine Werke befinden sich in internationalen öffentlichen und privaten Sammlungen.
Ehrungen
- 1976 Anerkennungspreis des Amts für industrielle Formgestaltung
- 1987 Daniel-Henry-Kahnweiler-Preis für Malerei und Graphik der Deutschen Kahnweiler Stiftung.[1]
Kunstausstattungen, Präsentationen, Projekte
- KfW Bankengruppe: Ausstattungen der Bereiche in Berlin, Frankfurt am Main, Bonn, Brüssel
- KfW Bankengruppe Bereich Berlin: Bodengestaltung, Marmor und Granit
- Deutscher Sparkassen- und Giroverband: Ausstattung Design und Kunstplanungen: Bereiche Bonn, Berlin und Neuhardenberg
- 2005: Wien, Austria: Teilnahme an der internationalen Dauerausstellung "MOTIVA" Intern. Vienna Congress-Center (Kurator:Jürgen Blum)
- 2005: Frankfurt-Eschborn, Germany: Beteiligung an der Ausstattung Kunst, Ernst & Young – Wirtschaftsprüfgesellschaft (Kurator: Jürgen Raitz von Frentz)
- 2008: Skulpturengruppe im Amtssitz des Bundespräsidenten Schloß Bellevue.
- 2008: Rio de Janeiro, Brazil: Projekt- und Kunstpräsentation, Architekturbüro Oscar Niemeyer
- 2010: Rio de Janeiro, Brazil: Projekt- und Kunstpräsentation, Architekturbüro Oscar Niemeyer
Einzelausstellungen nach der Ausreise aus der DDR (unvollständig)
- 1990 Reinhard Roy – Raster und Raum, Städtische Kunstsammlungen, Görlitz
- 1991 Reinhard Roy – Raster und Raum, Galerie im Cranachhaus, Weimar
- 2002 Reinhard Roy – Raster und Raum, Galerie Dorothea van der Koelen, Mainz
- 2007 Reinhard Roy – Konturen -Raster und Raum, Mies van der Rohe Haus, Berlin
- 2012 Reinhard Roy – Rasterpoesie, Institut für Konkrete Kund und Poesie, Rehau
Literatur
- Werner Schmidt (Hrsg.): Ausgebürgert, Staatliche Kunstsammlungen, Argon Verlag, 1990, ISBN 978-38-7024160-5, S. 167 f. (mit Biografie)
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 793
Weblinks
- Biografie auf der Seite der Stiftung für Kunst und Kultur der Oberlausitz
- Persönliche Website
- Bildindex der Kunst & Architektur - Startseite Bildindex (zwei Werke)
- Reinhard Roy auf artnet
- Literatur von und über Reinhard Roy in der bibliografischen Datenbank WorldCat