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Reismühl

Ortsteil der Gemeinde Gauting im oberbayerischen Landkreis Starnberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Reismühle, amtlich Reismühl[2][3][4] (früher Reismühle)[5][6], ist ein Gemeindeteil von Gauting im oberbayerischen Landkreis Starnberg.

Schnelle Fakten Gemeinde Gauting ...
Reismühl
Reismühle (hist.)Vorlage:Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland/Wartung/Alternativname
Gemeinde Gauting
Koordinaten: 48° 3′ N, 11° 22′ O
Höhe: 567 m ü. NHN
Einwohner: 16 (25. Mai 1987)[1]
Postleitzahl: 82131
Reismühle von Westen aus gesehen
Reismühle von Westen aus gesehen
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Lage

Die Einöde liegt an der Würm gut einen Kilometer südlich vom historischen Zentrum Gautings.[3]

Geschichte

Örtlichen Sagen zu Folge ist die Reismühle einer der über 500 Orte, an denen Karl der Große gezeugt oder geboren wurde. Diese ist gegenüber der Grundfassung der Sage von Pippin und Bertha besonders ausgeschmückt: Hausmeier Pippin soll seinen Hofmarschall beauftragt haben, seine Braut Bertha nach Freising zu begleiten, wo die Hochzeit stattfinden sollte. Der ungetreue Beamte setzt die Braut jedoch im Wald aus und versucht dem Herrscher seine eigene Tochter unterzuschieben. Bertha überlebte und fand Zuflucht in der Reismühle, wo Jahre später Pippin auf einer Jagd eintrifft. Er erkennt sie anhand eines Ringes, den er ihr geschenkt hatte, und schon in der ersten Nacht nach dem Zusammentreffen soll Karl der Große gezeugt worden sein.[7] Dazu passt, dass der Burgstall Karlsburg auf der südlich bei Leutstetten gelegenen Endmoräne des Isar-Loisach-Gletschers ebenfalls nach dem Kaiser benannt ist. Auch hier soll Karl den Legenden nach gezeugt worden sein und auch hier ist die Zeitstellung unbekannt, ein tatsächlicher Aufenthalt der Karolinger in der Region ist nicht nachweisbar.

Für diese Legenden gibt es keinerlei Belege, als Anknüpfungspunkt für ihre Entstehung kommt in Frage, dass die Karolinger nachweislich deutlich später Grundbesitz in der Region hatten.

Urkundlich ist die Reismühle erstmals 1314 nachgewiesen, als die Dominikanerinnen von Kloster Altenhohenau ihren Besitz in Königswiesen bei den Herzögen Ludwig IV. von Bayern, der später im selben Jahr Kaiser Ludwig der Bayer werden sollte, und Rudolf I. gegen andere Niederlassungen eintauschten und dabei die zugehörigen Werte aufzählten. Die zu Königswiesen gehörende Reismühle bestand demnach damals aus der Mühle und einem Hof von einer halben Hufe.[8][9][10] Ab 1494 ist die Reismühle mit Königswiesen in privatem Eigentum, 1507 kommen sie bis 1550 wieder ins Eigentum der Herzöge. 1580 ist anlässlich einer Erbschaft wieder ein Besitzverzeichnis erhalten, in dem die Reismühle, ein Schmied bei der Reismühle und eine Sölde der Reismühle mit einem Fischereirecht genannt werden.[11] 1818 werden im Zuge des Gemeindeedikts Königswiesen und die Reismühle der neu geschaffenen Gemeinde Gauting zugeschlagen.[12]

Im Jahr 1846 übergab Jakob Koch die Mühle mit Sägewerk und Landwirtschaft an seinen Schwiegersohn Johann Baptist Guggemos. Seitdem befindet sich die Mühle im Familienbesitz. Im Jahr 1925 brannte die Mühle ab und wurde wieder aufgebaut. Schließlich fand 1959 eine Modernisierung der Gebäude statt.[13] Der Mühlenbetrieb wurde im Juli 1998 eingestellt,[14] die Gebäude werden seitdem anderweitig genutzt. Im Jahr 2025 ist ein Fitnessstudio der größte Mieter.[15][16] Außerdem haben beginnend mit kleinen Anfängen 1996 inzwischen rund 40 Künstler (Stand 2025) ihre Ateliers in den Gebäuden,[17] wo alljährlich im Sommer ein Tag des Offenen Ateliers stattfindet.[7]

Karlseiche von 2000, Bild 2011

An Weihnachten 2000 pflanzte Landrat Heinrich Frey bei der Reismühle eine Karls-Eiche zur Erinnerung an das 1200-jährige Jubiläum der Kaiserkrönungs Karls des Großen.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohnerzahl ...
Jahr 1861 1871 1900 1925 1950 1961 1970 1987
Einwohnerzahl 18 14 13 15 20 19 18 16
Quelle [6] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [1]
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Commons: Reismühl (Gauting) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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