Remigiuskirche (Bergfelden)
Kirchengebäude in Bergfelden, Sulz am Neckar, Landkreis Rottweil, Baden-Württemberg
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Die Remigiuskirche in Bergfelden, einem Teilort der Stadt Sulz am Neckar im Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg, ist die Pfarrkirche der Evangelischen Kirchengemeinde Bergfelden im Kirchenbezirk Rottweil der Evangelischen Landeskirche Württemberg. Die spätgotische Kirche ist eine der besterhaltenen Wehrkirchen der Region.

Geschichte
Die erste Kirche der fränkischen Siedlung (um das Jahr 600) trug bereits das Patrozinium des fränkischen Nationalheiligen Remigius, des Bischofs von Reims. Die heutige gotische Wehrkirche ist von einer Mauer mit Ecktürmen umgeben, die ehedem auch die im Jahre 1386 errichtete Klausur der Dominikanerinnen einschloss.[1] Sie wurde in den Jahren 1513–1517 anstelle der älteren romanischen Vorgängerin erbaut und ebenfalls dem Heiligen Remigius gewidmet. Bergfelden wurde 1534/35 reformiert.[2]
Im Jahr 1940 wurden bei Renovierungsarbeiten an der Chornordwand spätgotische Fresken freigelegt. In mehreren Bauabschnitten wurden die Wehranlage und die Türme umfassend saniert.
Architektur und Ausstattung

Der 36 Meter hohe Kirchturm aus Sandsteinquadern hat ein Satteldach und prägt das Erscheinungsbild der Anlage über dem Ort. Er ist der sechsachsigen Saalkirche, die einen eingezogenen Chor mit Dreiachtelschluss hat, vorgestellt. Die Wehranlage mit ihren mächtigen, teils doppelten Mauern und einem dazwischenliegenden Zwinger stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. Am Hauptportal ist die Jahreszahl MDLXXI (1571) angebracht. Der mit einer hohen Wehrmauer befestigte Friedhof diente in Kriegszeiten auch dazu, Vieh innerhalb der Mauern in Sicherheit zu bringen.[3]
Innenraum
Im Innenraum haben sich zahlreiche bedeutende Ausstattungsstücke erhalten. Zu den ältesten zählen ein Kruzifix aus der Zeit um 1475 und spätgotische Wandmalereien, die Szenen aus dem Leben des heiligen Remigius sowie die Heilig-Kreuz-Legende darstellen. Weitere Wandmalereien, darunter das Wunder am Teich von Bethesda, stammen vermutlich aus dem 15. Jahrhundert.[4][5]
Der Chor zeigt Blumenmalerei zwischen den Gewölberippen aus dem späten 16. Jahrhundert. Die Schlusssteine sind mit Brustbildern von Heiligen versehen, darunter Christophorus, Johannes der Täufer, Sebastian, Maria mit dem Christuskind sowie vermutlich Remigius mit dem brennenden Turm der Kirche von Bergfelden.[6] Ein Schlussstein trägt die Initialen des Steinmetzen Daniel Schürer und die Jahreszahl 1517, die den Abschluss der Bauarbeiten markiert.[7]
Die Kassettendecke des Schiffs zeigt Groteskenmalerei aus der Renaissancezeit um 1600.[3] Eine Empore wurde 1778/79 eingezogen.
Orgel
Die Orgel wurde 1734 von Johann Martin Jetter aus Vöhringen erbaut. Die bemalten Orgelflügel zeigen David und Salomo als Psalmsänger des Alten Testaments. Das wie ein Hochaltar gestaltete historische Gehäuse blieb erhalten und wurde 1962 von den Gebrüdern Link aus Giengen an der Brenz mit einem neuen Werk mit neun Registern auf einem Manual und Pedal ausgestattet.[8]
Glocken
Die älteste der drei Glocken in dem 36 m hohen Wehrturm wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gegossen, die beiden anderen 1427 und 1470. Sie erklingen in den Tönen e – fis – h.[3]
Literatur
- H. Burkhardt, Remigiuskirche, Kirchenführer. Sulz-Bergfelden 1986.
- Joachim Zeune, Katharina Herrmann: Kirche St. Remigius Bergfelden (= Schnell Kunstführer. Nr. 2876). Schnell & Steiner GmbH, 2017, ISBN 978-3-7954-7080-7.