Renate Tewes
deutsche Pflegewissenschaftlerin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Renate Tewes ist eine deutsche Pflegewissenschaftlerin, Hochschullehrerin, Autorin[1] und Coachin. Sie ist Professorin für Pflegewissenschaft und Pflegemanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden.[2] Ihre wissenschaftlichen und praktischen Schwerpunkte liegen insbesondere in der Förderung von Führungskompetenz, professioneller Kommunikation, emotionaler Intelligenz und interprofessioneller Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.[3]
Leben und Wirken
Renate Tewes wuchs in Nordrhein-Westfalen auf. Nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin war sie zunächst in verschiedenen Bereichen der klinischen Praxis tätig, darunter Chirurgie, Onkologie und Psychiatrie in München sowie später auf der urologischen und HNO-Intensivstation in Bremen.
Diese berufliche Erfahrung sensibilisierte sie früh für die Bedeutung gelingender Kommunikation im Klinikalltag, da sie wiederholt beobachten konnte, dass Fehlkommunikation häufig die Ursache für Behandlungsfehler war. So wurde das Thema zu einem zentralen Bestandteil ihrer wissenschaftlichen Arbeit.
Tewes absolvierte ein Studium der Psychologie an der Universität Bremen. Ihre Dissertation befasste sich mit der Frage, welche Rolle Verantwortung und Sozialkompetenz in der pflegerischen Praxis spielen. Ihre wissenschaftliche Karriere begann als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Pflegewissenschaft an der Universität Bremen, wo sie von 1994 bis 1999 tätig war. 2001 übernahm sie dort interimsweise die Geschäftsführung des Studiengangs. Seit 2002 ist sie Professorin für Pflegewissenschaft und Pflegemanagement an der Evangelischen Hochschule Dresden. Im Jahr 2007 hatte sie eine Gastprofessur an der University of Minneapolis (UofM) in den USA inne, wo sie zu interprofessioneller Zusammenarbeit und Führungskompetenz forschte und lehrte.
Wissenschaftliche Arbeit
Tewes befasst sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit Fragestellungen an der Schnittstelle von Pflegewissenschaft, Psychologie und Organisationsforschung.[2][4] Ein zentrales Thema ihrer Forschung ist die Übernahme von Verantwortung im beruflichen Kontext, insbesondere im Gesundheitswesen. Ihre Promotion widmete sie der Pflegeverantwortung in der stationären Pflege.[5] Ihre empirische Promotionsforschung zeigte, dass die Bereitschaft von Teammitgliedern, Verantwortung zu übernehmen, in hohem Maße davon abhängt, ob die jeweilige Führungskraft über ausgeprägte Sozialkompetenzen verfügt.[6]
In ihren Publikationen befasst sich Tewes auch mit Konzepten der emotionalen Kompetenz und psychodynamischen Ansätzen im professionellen Handeln.[7] So erforschte sie bewusste und unbewusste Aspekte des pflegerischen Handelns und wies nach, dass der Abwehrmechanismus der Isolierung für Fachkräfte in Notfallsituationen eine Voraussetzung ist, um handlungsfähig zu sein. Tewes beschreibt den Abwehrmechanismus der Isolierung für Pflegefachkräfte als einen legitimen Schutzmechanismus.[6]
Ein weiteres zentrales Thema ihrer Arbeit ist die interprofessionelle Zusammenarbeit im Gesundheitswesen.[7]
Medienpräsenz
Eine Auswahl von Medienauftritten:
- ARD-Dokumentation Die innere Kraft: Können wir Resilienz lernen?, in der sie ab Minute 21:28 über Resilienztraining mit HeartMath® spricht[8]
- Interview in der Süddeutschen Zeitung zum Zusammenhang zwischen Selbstbewusstsein und Genesung[9]
- Zusammen mit Selpers in Österreich entwickelte sie den Onlinekurs Selbstbewusstes Auftreten als Patient*in[10]
- Lästern gefährdet die Gesundheit. Interview. Süddeutsche Zeitung, 2020[9]
Mitgliedschaften (Auswahl)
Werke (Auswahl)
Monografien
- Renate Tewes: Wie bitte? In: Top im Gesundheitsjob. 2023, ISSN 2625-9400, doi:10.1007/978-3-662-66738-5 (springer.com [abgerufen am 13. September 2025]).
- Innovative Personalentwicklung im In- und Ausland. In: SpringerLink. 2021, doi:10.1007/978-3-662-62977-2 (springer.com [abgerufen am 13. September 2025]).
- Innovative Staff Development in Healthcare. In: SpringerLink. 2022, doi:10.1007/978-3-030-81986-6 (springer.com [abgerufen am 13. September 2025]).
- Renate Tewes: Führungskompetenz ist lernbar. In: SpringerLink. 2015, doi:10.1007/978-3-662-45223-3 (springer.com [abgerufen am 13. September 2025]).