Renchen (Meteorit)

Meteoritenfall am 10. Juli 2018 in der Nähe von Renchen im Ortenaukreis in Baden-Württemberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Meteoritenfall von Renchen ereignete sich am 10. Juli 2018 um 23:29:48 Uhr in der Nähe von Renchen im Ortenaukreis in Baden-Württemberg. Der Meteorit, klassifiziert als L-Chondrit, brachte mehrere Fragmente hervor, die über ein berechnetes Streufeld verteilt wurden. Der Meteoritenfall von Renchen gilt als der erste wissenschaftlich gesicherte Meteoritenfund in Baden-Württemberg, da der angebliche Fall von 1671 in der Ortenau zwar historisch belegt ist, aber kein Material mehr davon existiert und folglich nie genauer untersucht werden konnte.[1]

Schnelle Fakten Allgemeines, Lokalität ...
Renchen
Die zweite Hauptmasse wurde über sieben Monate nach dem Meteoritenfall am 23.02.2019 entdeckt.
Allgemeines
Offizieller Name
nach MBD
Renchen
Authentizität bestätigt
Lokalität
Land Deutschland
Region Baden-Württemberg
Bezirk Freiburg
Verwaltungseinheit Ortenaukreis
Ort Renchen
Fall und Bergung
Datum (Fall) 10. Juli 2018 23:29:48
beobachtet Ja
Datum (Fund) Juli 2018
Sammlung Institut für Planetologie (IfP) in Münster
Beschreibung
Typ Chondrit
Klasse L-Chondrit
Gruppe L5-6
Masse (total) 999 g
Verwitterung W0
Referenzen
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Meteoritensuche

Die Suche nach den Fragmenten begann kurz nach dem Fall. Die ersten beiden Fragmente, Renchen-1 (11,9 g) und Renchen-2 (955 g), wurden Mitte und Ende Juli 2018 gefunden. Weitere Fragmente, darunter Renchen-3 (diverse Bruchstücke, 20,59 g, größtes Fragment R3A, 8,62 g) und Renchen-4 (4,8 g), wurden in den folgenden Monaten entdeckt. Das zweitgrößte Stück R6 (228,2 g) wurde durch zwei Sucher am 23. Februar 2019 entdeckt.[2][3] Das Stück weist neben gröberkristallinen Bereichen, wie sie auch bei anderen Exemplaren zu beobachten sind, einen homogen feinkristallinen grauen Bereich mit dunklen Schockadern auf. Zudem zeigen sich erste Anzeichen von Verwitterung und Oxidation, die auf eine längere Exposition gegenüber Witterungseinflüssen zurückzuführen sind. Das Fragment R3A lässt sich nahtlos auf die zweite Hauptmasse R6 auflegen (siehe GIFs). Die Suche umfasste sowohl organisierte Expeditionen als auch zufällige Funde durch engagierte Meteoritenjäger.

Analyse

Die Analysen der Fragmente wurden am Max-Planck-Institut für Kernphysik und an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster durchgeführt. Beim Meteorit Renchen handelt es sich um eine mäßig schockierte Brekzie (S4), die aus zahlreichen stark rekristallisierten Gesteinsfragmenten sowie Impaktschmelzgesteinsfragmenten aufgebaut ist. Die charakteristische Textur, die große Korngröße des Plagioklases sowie die homogene Zusammensetzung von Olivin und Pyroxen sind eindeutige Hinweise darauf, dass die Gesteinsfragmente metamorphen Ursprungs sind und dem Typ L5–6 entsprechen.[4]

Siehe auch

Einzelnachweise

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