Republik21

deutsche Denkfabrik From Wikipedia, the free encyclopedia

Republik21 (Eigenschreibweise: REPUBLIK21 e.V. – Denkfabrik für neue bürgerliche Politik, kurz: Denkfabrik R21) ist eine deutsche Denkfabrik, die 2021 von Andreas Rödder, Kristina Schröder und weiteren Initiatoren gegründet wurde.[2][3][4] Geschäftsführer ist seit 2024 der FDP-Politiker Martin Hagen.[5]

Gründung2021 in München
SitzMünchen ()
Schnelle Fakten Denkfabrik für neue bürgerliche Politik (Denkfabrik R21), Rechtsform ...
REPUBLIK21

Denkfabrik für neue bürgerliche Politik
(Denkfabrik R21)

Rechtsform Eingetragener Verein
Gründung 2021 in München
Gründer Andreas Rödder, Kristina Schröder, Anna von Bayern, Ahmad Mansour, Susanne Schröter, Hermann Otto Solms und weitere
Sitz München ()
Zweck Denkfabrik
Vorsitz Andreas Rödder (Leiter), Kristina Schröder (stv. Leiterin), Harald Mosler (Finanzvorstand)[1]
Geschäftsführung Martin Hagen
Mitglieder 15 (2025)
Website denkfabrik-r21.de
Schließen

Zielsetzung und Ausrichtung

Republik21 beschreibt sich selbst als „Thinktank für neue bürgerliche Politik in Deutschland und Europa.“ Die Denkfabrik wurde anfangs als liberal-konservativ[6], später als rechtskonservativ[7] oder weit rechts[8] eingestuft.

Als ihre Zielsetzung bezeichnet sie es, Politikansätze zu stärken, die auf den Grundgedanken von Freiheit, Eigenverantwortung, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und sozialer Marktwirtschaft fußen.[1] Sie will Debatten anstoßen und ergebnisoffen führen, Strategien und Konzepte für zukünftige Herausforderungen entwickeln, Personen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Publizistik und Kultur vernetzen und junge Menschen für politisches Engagement gewinnen.[9]

Unter den Initiatoren und Beiratsmitgliedern von Republik21 finden sich Mitglieder von CDU und FDP.[10][11]

Position gegenüber der AfD

Der Vorsitzende des Vereins Andreas Rödder bezeichnet die so genannte „Brandmauer“ gegenüber der in Teilen rechtsextremen AfD als „eisernen Käfig“. Er fordert stattdessen eine „konditionierte Gesprächsbereitschaft“, die ihre Grenzen in spezifischen Sachfragen findet.[12] Er befürwortet CDU-geführte Minderheitsregierungen auf Landesebene, die in Sachfragen auch Mehrheiten mit der AfD bilden könne.[13]

Rechtsform, Finanzierung

Träger der Denkfabrik ist ein eingetragener Verein. Die Finanzierung erfolgt gemäß eigenen Angaben aus Eigenmitteln und Spenden.[1] Im im September 2025 beschlossenen Bundeshaushalt sind bis zu 250.000 Euro als institutionelle Förderung für Republik 21 vorgesehen.[6] Ab dem Haushaltsjahr 2026 ist eine Förderung von insgesamt zwei Millionen Euro (500.000 jährlich) als befristete vierjährige Projektförderung aus dem Bundeshaushalt vorgesehen.[14]

Laut einem Gutachten einer Frankfurter Anwaltskanzlei im Auftrag der Kampagnen-Organisation Campact bestehen „erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken“ gegen diese staatliche Förderung. Republik21 agiere durch die Verbreitung eines spezifischen politischen Programms „in wesentlichen Teilen faktisch wie eine Partei“, ohne eine Partei zu sein. Das Gutachten stellt die Gemeinnützigkeit von Republik21 in Frage; „die Unterscheidung zwischen steuerlich geförderten gemeinnützigen Zwecken und der strenger regulierten Parteienarbeit“ werde durch die Förderung untergraben.[15]

Veranstaltungen und Projekte

Republik21 organisiert regelmäßig Diskussionsveranstaltungen zu politischen Themen. Titel vergangener Veranstaltungen waren beispielsweise „Wokes Deutschland - Identitätspolitik als Bedrohung unserer Freiheit?“[16], „Deutschland nach der Ära Merkel – Lehren für die Gegenwart, Perspektiven für die Zukunft“[17], „Deutschland zwischen Covid und KlimaGrundrechte unter Vorbehalt?“[18] oder „Wohlstand verspielt, Freiheit bedroht? Für einen marktwirtschaftlichen Neustart in der Klimapolitik“.[19]

Die Denkfabrik betreibt einen Podcast mit dem Titel „Frei heraus - der R21-Podcast für neue bürgerliche Politik“.[20]

Unter dem Titel „Initiative für einen besseren ÖRR“ analysiert Republik21 in einem Blog die politische Berichterstattung des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks und dokumentiert nach Ansicht der Denkfabrik einseitige oder sachlich falsche Berichte. Darauf aufbauend soll sich eine längerfristig angelegte Studie dem Thema „Framing im ÖRR“ widmen. Republik21 bezeichnet den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk als „Errungenschaft, die wir wertschätzen und erhalten wollen“, kritisiert aber eine mangelnde politische Ausgewogenheit und die Verbreitung einseitiger Narrative.[21][22]

Die Denkfabrik hat einen eigenen Expertenrat zur Klima- und Energiepolitik. Das Gremium kritisiert die bisherige deutsche Klimapolitik als teuer und ineffizient und plädiert für einen alle Sektoren umfassenden EU-Emissionshandel.[23][24][25]

Rezeption

Ferdinand Otto bezeichnete Republik21 in der ZEIT als „eine Art Meinungs-Start-up“ und kommentierte: „Wenn die bürgerliche Mitte intellektuell und argumentativ nachrüstet, kann das womöglich auch für den Rest ganz gewinnbringend werden.“[26] Gregor Mayntz schrieb in der Rheinischen Post, die Denkfabrik trommle „für eine Neubelebung der Mitte.“[2] In der Süddeutschen Zeitung betitelte Boris Herrmann die Denkfabrik als „Selbsthilfegruppe für Konservative“. Gründer Andreas Rödder lasse sich vor allem von amerikanischen Vorbildern inspirieren, der Weg zu einer gewichtigen Institution erscheine aber noch weit.[27] Oliver Maksan von der NZZ bezeichnete die Protagonisten von Republik21 als „Kulturkämpfer der bürgerlichen Mitte“.[16]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI