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Retortenbaby

ein durch künstliche Befruchtung gezeugtes Kind From Wikipedia, the free encyclopedia

Retortenbaby ist ein Schlagwort zur Bezeichnung eines Kindes, das durch In-vitro-Fertilisation gezeugt wurde. Retorte ist die Bezeichnung eines Kolbengefäßes und wird hier symbolisch im Sinne einer künstlichen oder planmäßigen Herstellung verwendet.

Geschichte

Das erste auf diese Weise gezeugte Kind, Louise Brown, kam am 25. Juli 1978 im englischen Oldham (bei Manchester) zur Welt. Das zweite, Alastair MacDonald, wurde am 14. Januar 1979 ebenfalls in Großbritannien geboren. Das dritte, Candice Reed, kam am 23. Juni 1980 in Australien zur Welt. Am 28. Dezember 1981 wurde in Norfolk (Virginia) Elizabeth Carr, das erste so gezeugte Kind in den USA, geboren.

Das erste deutsche „Retortenbaby“ Oliver W. kam am 16. April 1982 am Universitätsklinikum Erlangen zur Welt.[1][2] Der verantwortliche Arzt war Siegfried Trotnow. Nach dem Erfolg meldeten sich der Klinik zufolge 560 Frauen aus Westdeutschland, die ebenfalls auf diese Weise ein Kind bekommen wollten; das Klinikum konnte nach eigenen Angaben aber nur 60 Frauen behandeln. Am 5. Oktober 1984 wurden mit den Zwillingen Sascha und André in der Charité die ersten Retortenbabys der DDR geboren.[3] 1985 kamen in Deutschland die ersten „Retortendrillinge“ zur Welt (Universitätsklinik München).

Mehrlingswahrscheinlichkeit

Weil pro Behandlung bis zu drei befruchtete Eizellen in die Gebärmutter eingesetzt werden, bekommen im Durchschnitt 18 Prozent der Frauen Zwillinge, zwei Prozent Drillinge.[1]

Verbreitung

Von April 1982 bis April 2002 wurden in Deutschland rund 100.000 Kinder nach einer In-vitro-Fertilisation geboren.

2007 schätzte man die Zahl der Geburten, die weltweit durch künstliche Befruchtung zustande kamen, auf über drei Millionen.

Ehrung

Im Oktober 2010 ging der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin an den im Jahre 1925 geborenen britischen Wissenschaftler Robert G. Edwards.[4] Der Vatikan kritisierte die Verleihung scharf.[5] Die Forschungen des Briten zur In-vitro-Fertilisation (IVF) hatten die Geburten von Retortenbabys möglich gemacht.

Siehe auch

Wiktionary: Retortenbaby – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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