Rheim

Ortschaft am Niederrhein From Wikipedia, the free encyclopedia

Karte von 1892

Rheim oder auch Reim ist eine Ortschaft am Niederrhein.

Lage

Die Ortschaft liegt heute im nordwestlichen Bereich von Repelen und grenzt zudem an Kohlenhuck, Genend und Kamp-Lintfort.[1] Wie Repelen lag die Ortschaft im Mittelalter an einer Seitenrinne des Rheins.[2]

Geschichte

Karte von 1798
Wappen
Gipfelkreuz auf dem Pattberg

Aus der frühen Eisenzeit ist in dem Bereich ein Gräberfeld nachweisbar. Der entsprechende Fund umfasste Reste von Urnen, Knochenbrand, Töpfe und Schalen sowie Bruchstücke aus Keramik.[3]

In einer Urkunde aus dem Jahre 1226 wird die Ortschaft als Reydeham erwähnt. Sie gehörte zu dieser Zeit zur Grafschaft Moers. Aus dem Namen Reydeham wird etwas über das einstige Landschaftsbild hergeleitet. Demnach hat ein Hamm, eine flache Landzunge, die bogenartig in eine mit seichtem Wasser gefüllte Wasserrine vorsprang, dort gelegen, und diese Rinne war mit Reet, Ried, Rohr, Schilf bewachsen.[4]

Später wandelte sich der Name Reydeham zum heutigen Rheim oder auch Reim. Bis dahin finden sich die Namensvarianten Reydom, was Reyd’m ausgesprochen wurde,[5] und Reyhem.[6]

Eine erste genauere Kartierung der Ortschaft, dem Reimschen Feld und den entsprechenden Gütern wurde im Jahr 1783 angefertigt. In dieser Zeit war die Ortschaft ein Teil des Fürstentums Moers und überwiegend landwirtschaftlich geprägt.[7]

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert gehört die Ortschaft administrativ zu Repelen.[8]

Im Jahr 1927 wurde dort die Schachtanlage Pattberg in Betrieb genommen und war bis zur Stilllegung im Jahr 1993 in Förderung. Sie entwickelte sich zu einer der modernisierten Zechen des Ruhrbergbaus und wurde später in den Verbund der Ruhrkohle AG integriert.[9]

Zum Ortsnamen bestehen seit jeher auch namentliche Verbundenheiten. So finden sich seit dem Jahre 1400 erste urkundliche Erwähnungen von Linien mit dem Herkunftsnamen v. Reyhem.[10] Jüngere Linien mit den Genanntnamen gen. Rheim oder Reim beziehungsweise mit dem Herkunfts-s Rheims oder Reims sind ab dem Jahre 1700 urkundlich erwähnt.[11] Angehörige dieser Linien sind in der Region unter anderem als Gutsbesitzer[12], Bürgermeister[13], Kleriker und Rechtsgelehrte[14] bezeugt.

Heutige Situation

Zwischen den Jahren 1964 und 1985 entstand durch die Aufschüttung von Bergematerial aus dem Betrieb der Schachtanlage Pattberg die Halde Pattberg. Mit einer Höhe von rund 75 Metern wurde sie im Zuge der Rekultivierung zu einer landschaftlich gestalteten Bergehalde umgeformt und ist heute ein markanter Aussichtspunkt am Niederrhein.[15]

Literatur

  • Heinz Wilhelm Rosendahl / Heinz Peter Splittorf: Repelen. Eine uralte und starke Geschichte, Repelen 2008, ISBN 978-3-00-024177-2.
  • Ernst Kelter: Chronik der Gemeinde Rheinkamp, Moers 1960, ISBN 3-921564-13-1.
  • Margret Wensky: Moers. Die Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zur Gegenwart, Köln 2000, ISBN 3-412-04600-0.

Einzelnachweise

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