Rhenium(VII)-oxid

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Rhenium(VII)-oxid Re2O7 ist eine chemische Verbindung und zählt zu den Oxiden des Rheniums. Es ist ein gelber hygroskopischer Feststoff. Im Vergleich zum instabilen und explosiven Mangan(VII)-oxid ist Rhenium(VII)-oxid deutlich stabiler.

Schnelle Fakten Kristallstruktur, Allgemeines ...
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Rhenium(VII)-oxid
_ Re7+ 0 _ O2−
Kristallsystem

orthorhombisch

Raumgruppe

P212121 (Nr. 19)Vorlage:Raumgruppe/19

Gitterparameter

a = 1250 pm, b = 1520 pm und c = 540 pm[1]

Allgemeines
Name Rhenium(VII)-oxid
Andere Namen

Rheniumheptaoxid

Verhältnisformel Re2O7
Kurzbeschreibung

gelber, fast geruchloser Feststoff[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1314-68-7
EG-Nummer 215-241-9
ECHA-InfoCard 100.013.857
PubChem 123106
Wikidata Q418325
Eigenschaften
Molare Masse 484,40 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

6 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

220 °C[2]

Siedepunkt

363 °C[2]

Löslichkeit
  • Zersetzung in Wasser[2]
  • bei Raumtemperatur unlöslich in Alkoholen, Ethern, Aminen, Dimethylsulfoxid, Nitromethan, Benzol und Tetrachlorkohlenstoff[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 272314
P: 210280301+330+331305+351+338309+310[2]
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0

−1128 kJ·mol−1 [4]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Gewinnung und Darstellung

Rhenium(VII)-oxid entsteht beim Erhitzen von Rhenium oder Rheniumverbindungen an der Luft.[3]

Eigenschaften

Physikalische Eigenschaften

Rhenium(VII)-oxid kristallisiert in einer orthorhombischen Kristallstruktur mit der Raumgruppe P212121 (Raumgruppen-Nr. 19)Vorlage:Raumgruppe/19. Die Gitterkonstanten sind a = 1250 pm, b = 1520 pm und c = 540 pm. Im Kristall bildet Rhenium(VII)-oxid ReO4-Tetraeder und ReO6-Oktaeder, die sich einander abwechseln und über die Ecken verknüpft sind.[1]

Chemische Eigenschaften

Rhenium(VII)-oxid ist sehr hygroskopisch und löst sich gut in Wasser. Beim Lösen bildet sich die starke Säure Perrheniumsäure. Rhenium(VII)-oxid wird durch Wasserstoff bei 300 °C zu Rhenium(IV)-oxid reduziert.[3]

Verwendung

Rhenium(VII)-oxid ist ein Zwischenprodukt bei der Gewinnung von elementarem Rhenium. Es entsteht beim Rösten von rheniumhaltigen Manganerzen. Das Rhenium(VII)-oxid wird nach der Abtrennung vom übrigen Flugstaub in Wasser gelöst. Aus der dabei entstandenen Perrheniumsäure wird das Rhenium als Ammoniumperrhenat ausgefällt und mit Wasserstoff zum Element reduziert.

Rhenium(VII)-oxid kann als Katalysator in verschiedenen Reaktionen der organischen Chemie verwendet werden. So können mit Hilfe von Rhenium(VII)-oxid Alkane in Carbonsäuren überführt werden.[5] Weitere durch Rhenium(VII)-oxid katalysierte Reaktionen sind Metathese-Reaktionen von Olefinen.[6] Aus Rhenium(VII)-oxid kann der Katalysator Methyltrioxorhenium (MTO) gewonnen werden.[7]

Einzelnachweise

Literatur

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