Richard Crosse
englischer Maler von Portraits
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Richard Crosse (* 24. April 1742 in Knowle, Devon; † Mai 1810 ebenda) war ein englischer Maler von Portraits. Er war ein Zeitgenosse von John Smart, George Engleheart, Richard Cosway und William Wood.
Leben
Crosse wurde im April 1742 in Knowle, in der Gemeinde Cullompton,[1] Devon, als Sohn von John und Mary Crosse geboren. Sein Vater war Anwalt und seine Familie gehörte dem Gentry an. Crosse war, wie eine seiner Schwestern, komplett taub und konnte nie sprechen. Er hatte mindestens 6 Geschwister.
Crosse verliebte sich in seine Cousine Sarah Cobley, die jedoch bereits mit Benjamin Robert Haydon verlobt war. Diese Enttäuschung traf ihn tief.[2] Es brach ihm das Herz und er heiratete nie. Crosse lebte und arbeitete ab 1760 in der Henrietta Street in Covent Garden. Sein Bruder führte des Haushalt und fungierte als Verbindungsmann zwischen Crosse und seinen Kunden. In den späten 1790er Jahren zog sich Crosse nach Wells zurück und lebte mit Miss Cobleys Bruder zusammen. Crosse traf Sarah Cobley 1807 wieder, als sie beschloss ihren Bruder zu besuchen, nachdem sie erfahren hatte, dass sie an einer tödlichen Krankheit leidet. Ihr Besuch war unerwartet und sie begegnete Crosse. Als Crosse Sarah nach so vielen Jahren wieder sah, eilte er auf sie zu und umarmte sie voller Rührung. Sarah starb am nächsten Tag. Crosse selbst starb im Mai 1810 im Alter von 68 Jahren in seinem alten Familienhaus in Knowle.
Karriere
Crosse begann als Hobby zu malen, wie es im niederen Adel üblich war. Mit 16 Jahren gewann er einen Preis der neu gegründeten Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce (Society of Arts) in London. Anschließend zog er nach London und studierte, wie Richard Cosway und John Smart, an der neuen Zeichenschule von William Shipley, dem Gründer der Society of Arts. Er studierte auch an der Duke of Richmond’s Gallery.
Crosse stellte seine Werke in den neuen Londoner Gesellschaften aus: Society of Artists (1760–1796), Free Society (1761–1766), Royal Academy of Arts (1770–1796). Ab 1760 lebte und arbeitete er in der Henrietta Street im Covent Garden. Basil Long bezeichnete Crosse in seinem Buch "British Miniaturists" (1929) als einen sehr genauen Zeichner, der ohne Zögern oder Retuschen malte und der eines Tages für seine solide, wenn auch bescheidene Arbeit Anerkennung finden würde.[2]
Obwohl er weder hören noch sprechen konnte, war Crosse sehr erfolgreich und genoss bei seiner vornehmen Kundschaft hohes Ansehen. Zu seinen Kunden zählten der Prince of Wales und die Herzöge von Cumberland sowie Gloucester. Er malte seine Werke hauptsächlich mit Wasserfarben auf Elfenbein; er schuf auch einige Miniaturen in Emaille, einem schwierigen und nicht immer gelungenen Medium; außerdem malte er Portraits in Öl. Viele seiner Portraitminiaturen sind klein, weniger als 5 cm hoch. Die Miniaturmaler der Zeit von 1760–1780 lernten noch, auf Elfenbein zu malen, da die Oberfläche fettig ist und sich daher nur schwer mit Wasserfarben bemalen lässt. Statt zu versuchen, auf großen Flächen zu malen, verwendeten viele Miniaturmaler dieser Zeit Elfenbein von nur 3,8 bis 5 cm Höhe. Elfenbein wurde für Miniaturen verwendet, da es den Hauttönen im Gesicht der Dargestellten eine schöne Leuchtkraft verleiht. In den 1780er und 1790er Jahren verwendete Crosse einige große Elfenbeinarbeiten mit einer Höhe von 3,5 Zoll oder mehr. Seine Honorare begannen bei etwa 8 Guineen für kleine Werke und stiegen auf bis zu 30 Guineen für seine größten Porträts.
Crosses Arbeiten sind raffiniert und in den besten Beispielen sehen die Modelle so lebensecht aus, als könnten sie direkt aus dem Rahmen laufen. Crosses Miniaturen scheinen oft von einem grünlich-blauen Farbton dominiert zu sein, vielleicht beeinflusst von den frühen Arbeiten von Joshua Reynolds.[2] Seine Arbeiten haben oft einen grünlich-blauen Farbton und seine roten Pigmente sind im Laufe der Jahre etwas verblasst. Er signierte seine Arbeiten nur selten. Es war zu dieser Zeit Mode, dass Frauen ihr Haar zunehmend hochgesteckt trugen und es oft gepudert war. Es ist interessant zu sehen, wie Crosse es schafft, dass Porträt einer Dame mit hochgestecktem Haar auf ein so kleines Stück Elfenbein zu bringen. Männer trugen ihr Haar im Allgemeinen '‘en queue’', also zu einem Pferdeschwanz zurück gebunden, der mit einem schwarzen Band zusammengebunden war; oft trugen sie gepuderte Perücken über ihrem Haar oder puderten ihr Haar direkt.
Crosse verfügte als Mitglied des Landadels über ein Privateinkommen; auch mit seiner Portraitmalerei verdiente er eine beachtliche Summe. Er investierte sein Geld klug in Immobilien und Aktien und erzielte in seinen späteren Jahren ein gutes Einkommen aus diesen Anlagen. Ende der 1790er Jahre zog er sich aus der kommerziellen Malerei zurück.
Weblinks
- Foskett, Daphne: Miniatures: Dictionary and Guide. Antique Collectors' Club, London 1987, ISBN 1-85149-063-9 (englisch).
- Long, Basil Somerset: Richard Crosse, Miniaturist and Portrait-painter. 17 of the Walpole Society, 1928, S. 94 (englisch).
- Victoria and Albert Museum, miniatures gallery
- Sebastian Cunliffe: Deaf History: Richard Crosse. BSL Zone, abgerufen am 18. April 2014 (englisch).
- Работы Ричарда Кросса в музее: Victoria and Albert Museum. Abgerufen am 18. April 2014 (englisch).