Richard Gradenwitz

deutscher Flugpionier (1863-1925) From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Richard Gradenwitz, Sohn des Bankiers Louis Gradenwitz, studierte Maschinenbau an der TH Karlsruhe. Dort wurde er Mitglied der Burschenschaft Germania (heute Teutonia[1]). 1887 wurde er Mitinhaber einer „Maschinenfabrik und mechanischen Werkstatt“, die auf Manometer spezialisiert war. Später wurde Gradenwitz alleiniger Inhaber, und die Firma weitete ihr Angebot auf Ventile für Parseval-Luftschiffe, Zeppeline und ähnliche Luftschiffe aus.

Gradenwitz gehörte zu den Gründern und Aufsichtsräten der Motorluftfahrt-Studiengesellschaft GmbH, der Flugmaschinen Wright GmbH und der Luftfahrzeug-Gesellschaft.

Nach dem Niedergang der deutschen Luftfahrtindustrie nach dem Ersten Weltkrieg legte Gradenwitz' Firma den Schwerpunkt auf den Eisenbahnbau und auf die Automobilbranche. Später beteiligte er sich an der Knorr-Bremse GmbH und hielt 9 % an dem Grundkapital der daraus resultierenden Aktiengesellschaft.

Mit Gradenwitz' Tod wurde seine Firma in Richard Gradenwitz GmbH umbenannt, seine Witwe vermachte einen Teil seines Vermögens der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, die damit die Gründung des KWI für Zellphysiologie (Gründungsdirektor Otto Warburg) teilweise finanzierte. Das neu errichtete Institutsgebäude trug bis 1973 die Bezeichnung „Richard-Gradenwitz-Bau“.[2]

Vereine und Ehrungen

Gradenwitz war langjähriges Vorstandsmitglied des Berliner Vereins für Luftschifffahrt. 1907 war er Mitbegründer und später Präsident des Kaiserlichen Aero-Clubs. Richard Gradenwitz wurde in die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt einberufen, und nach seinem Tod zum ersten Vorsitzenden des Aufsichtsausschusses gewählt. Des Weiteren war er Ehrendoktor.

Literatur

  • Lembke, Hans H.: Die schwarzen Schafe bei den Gradenwitz und Kuczynski. 2008. ISBN 978-3-89626-728-3
  • Zeitschrift für Flugtechnik und Motorluftschiffahrt, Band 16, 1925.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI