Richard Pauli
deutscher Psychologe
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Richard Maria Pauli (* 12. Mai 1886 in Ober-Ingelheim; † 22. März 1951 in Hohenschäftlarn) war ein deutscher Psychologe und Hochschullehrer.[1]
Leben und Wirken
Richard Pauli studierte Philosophie, Psychologie und Physiologie an den Universitäten Jena, Leipzig und Würzburg. 1911 promovierte er an der Universität Bonn bei Oswald Külpe. Zunächst arbeitete er dort als Hilfsassistent am Psychologischen Institut und wechselte 1913 als Assistent an die Universität München. Im Jahre 1914 habilitierte er sich dort. Als Soldat nahm er am Ersten Weltkrieg teil.
1920 übernahm er eine außerordentliche Professur für Psychologie an der Universität München. Seit 1933 war er förderndes Mitglied der SS und 1940 trat er der NSDAP bei. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ihm seine Professur entzogen, ab 1947 konnte er jedoch als Angestellter an der Universität weiterarbeiten. Pauli beschäftigte sich vor allem mit der experimentellen Psychologie. Er entwickelte den Pauli-Test (nach Vorarbeiten von Emil Kraepelin) zur psychologischen Diagnostik der Persönlichkeit. Sein Buch „Psychologisches Praktikum“ wurde mehrfach neu aufgelegt.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Über die Beurteilung der Zeitordnung von optischen Reizen im Anschluß an eine von E. Mach beobachtete Farbenerscheinung. In: Archiv für die gesamte Psychologie, Bd. 21 (1911), H. 1/4, S. 134–218 (= Dissertation Universität Bonn).
- Über eine Methode zur Untersuchung und Demonstration der Enge des Bewußtseins sowie zur Messung der Geschwindigkeit zur Aufmerksamkeitswanderung (= Münchener Studien zur Psychologie und Philosophie, Bd. 1). Spemann, München 1914 (= Habilitationsschrift Universität München).
- (mit Eduard Pauli): Physiologische Optik. Dargestellt für Naturwissenschaftler. G. Fischer, Jena 1918.
- Psychologisches Praktikum. Leitfaden für experimentell-psychologische Übungen. G. Fischer, Jena 1919 (7. völlig neubearb. und erw. Aufl. Hrsg. von Wilhelm Arnold. Fischer, Stuttgart 1972, ISBN 3-437-00119-1 und ISBN 3-437-00118-3).
- Über psychische Gesetzmäßigkeit. Insbesondere über das Webersche Gesetz. G. Fischer, Jena 1920.
- Einführung in die experimentelle Psychologie (= Wissenschaft und Bildung, Bd. 229). Quelle & Meyer, Leipzig 1927.
- (Hrsg.): J. G. Fichte als Politiker und politischer Erzieher. Eine Auswahl aus seinen politischen Schriften. Cotta, Berlin/Stuttgart 1933.
- Psychologie der Neuzeit. Mit besonderer Berücksichtigung des Psychologischen Instituts der Universität München. In: Archiv für die gesamte Psychologie, Bd. 93 (1935), S. 520–570.
- Über das Lesenlernen im vorschulpflichtigen Alter. In: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und Jugendkunde, Bd. 36 (1935), H. 5, S. 192–202.
- Charakteriologisches Prüfverfahren (Arbeitsversuch) und Schule. In: Zeitschrift für pädagogische Psychologie und Jugendkunde, Bd. 45 (1944), H. 1, S. 1–11 (Volltext).
- (mit W. Hager): Die Arbeitsform der Introvertieren und Extravertierten. In: Ebd., H. 2, S. 33–40 (Volltext).
- Das Wesen der Religion. Eine Einführung in die Religionsphilosophie (= Christentum und Geistesleben, Bd. 1). Müller, München 1947.
- Der Pauli-Test. Seine sachgemäße Durchführung und Auswertung. 2. Aufl. Hrsg. von Wilhelm Arnold. Barth, München 1951 (4. Aufl. 1970).
Literatur
- Rudolf Fikentscher: Richard Maria Pauli. Der Mensch und sein psychologisches Werk. Dissertation Universität Würzburg 1966.
- Wolfgang Holzapfel: Richard Pauli und sein Plan zu einer theoretischen Psychologie (= Theorie und Forschung, Bd. 383). Roderer, Regensburg 1995, ISBN 3-89073-845-1.
- Wolfgang Holzapfel: Pauli, Richard Maria. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 20. Duncker & Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-00201-6, S. 123 (deutsche-biographie.de).