Richard Volderauer
deutscher Journalist
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Leben
Geboren am 10. April 1889 in Karlsruhe, trat Richard Volderauer bereits mit 17 Jahren im Januar 1907 in die Redaktion der Badischen Presse ein, wo er u. a. den Reiseteil Nah und Fern bediente.
Ab ca. August 1914 war Volderauer als Leibgrenadier Teil des Reserve-Infanterie-Regiments 109. Im Frühjahr 1915 wurde er bei einem Manöver in Nordfrankreich verwundet und nach Deutschland in einem Krankentransportzug zurückgeführt. Über seine Erfahrungen an der Front schrieb er Neun Monate an der Westfront, das noch während des Ersten Weltkrieges 1916 in Heilbronn erschien. 1917 wurde ihm das Ritterkreuz des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen.
Nach dem Ersten Weltkrieg war er im Offiziersverein des Badischen Leib-Grenadier-Regiments e.V. engagiert. Er redigierte zwei Festschriften anlässlich von Kameradschafts-Tagungen in Karlsruhe (1922 und 1925).
1937 wurde er Schriftleiter der badischen NS-Gauzeitung Der Führer für den Sport und Heimatteil.
Von 1933 bis 1939 war er NSDAP-Mitglied und trat laut eigener Aussage 1939 aus weltanschaulichen Gründen[1] aus der Partei aus. 1939 beendete auch seine Mitgliedschaften im NS-Reichsverband für Leibesübungen, im Reichsverband der Deutschen Presse, in dem er seit 1920 Mitglied war, und sein Amt als Pressewart. Volderauer beendete auch seine Mitgliedschaft im NSFK (NS-Fliegerkorps), dem er 1933 mit Parteieintritt beigetreten war.
Während des Zweiten Weltkrieges leistete Volderauer erneut Wehrdienst und stieg zum Oberstleutnant der Luftwaffe der Wehrmacht auf.
Im Zuge seines Spruchkammerverfahrens 1948 wurde Volderauer als Mitläufer eingestuft und zu einer Geldbuße von 600 Reichsmark (60 DM) oder 20 Tagen Sonderarbeit verurteilt. Zusätzlich musste er die Verfahrenskosten anteilig tragen.[1] Er legte erst Einspruch ein, stimmte dann allerdings zu, den Betrag in Raten zu zahlen. Im Zuge dessen beantragte er auch eine Vermögensentsperrung.
Nach dem Krieg wurde er arbeitslos und zog 1948/49 nach Offenburg, wo er ab 1953 für das Offenburger Tagblatt schrieb und 1963 verstarb.
Werke
- Wert und Bedeutung des Schwimmens. o. J. (Vorwort von W. Weber).
- Winterbilder aus dem Schwarzwald. Sonderdruck aus Nah und Fern (Beilage der Badischen Presse), Karlsruhe 1914.
- Neun Monate an der Westfront. Aus dem Kriegstagebuch eines badischen Leibgrenadiers. Salzer, Heilbronn 1916 (Digitalisat).
- Der Badische Leib-Grenadiertag in Karlsruhe vom 5.–7. Mai 1922, zusammengestellt und herausgegeben im Auftrage des Karlsruher Ausschusses der ehemaligen Leib-Grenadiere. Thiergarten, Karlsruhe 1922.
- Der badische Leibgrenadier. 109. Blätter zur Pflege der Kameradschaft der ehemaligen Angehörigen des 1. Bad. Leibgrenadierregiments 109, des Res. Inf. Reg. 109 und des Landw. Inf. Reg. 109. Sondernummer als Festschrift zum 109er Tag am 27.–28. und 29. Juni 1925 zu Karlsruhe, Karlsruhe 1925.
- (Hrsg.): Stoß in Englands Flanke. Die deutsche Luftwaffe in Norwegen; Tatsachenberichte in Wort und Bild. Scherl, Berlin 1941.
Literatur
- Anke Weschenfelder: Volderauer, Richard. In: Deutsches Literatur-Lexikon. Bd. 26: Völckel–Wagner. Saur, Zürich & München 2006, ISBN 978-3-908255-26-0, Sp. 222 f.
- Frieder Körner: Goldenes Berufsjubiläum von Richard Volderauer. In: Verband Deutsche Sportpresse (Hrsg.): Mitteilungsblatt. Band 8, Nr. 1, 1958, ZDB-ID 600196-8, S. 16 f. (mit Porträt).
- Flugbegeisterter Journalist Richard Volderauer. In: Die Wildente. Band 17, Februar 1958, ZDB-ID 347187-1, S. 53 (mit Porträt).
- Abschied von Richard Volderauer. In: Verband Deutsche Sportpresse (Hrsg.): Mitteilungsblatt. Band 13, Nr. 10, 1963, S. 15 f.
- Journalist Richard Volderauer, Karlsruhe, gestorben. In: Zeitungs-Verlag und Zeitschriften-Verlag. Band 60, Nr. 31, 1963, ZDB-ID 208055-2, S. 1904.
Weblinks
- Der Führer in den digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek
- Badische Presse in den digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek