Richtenberg

Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Richtenberg ist eine Stadt im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Landstadt wird vom Amt Franzburg-Richtenberg mit Sitz in der Stadt Franzburg verwaltet. Richtenberg und Franzburg bilden für ihre Umgebung ein Grundzentrum.[2]

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Richtenberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Richtenberg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 54° 12′ N, 12° 53′ O
Bundesland:Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Franzburg-Richtenberg
Höhe: 13 m ü. NHN
Fläche: 15,67 km²
Einwohner: 1301 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18461
Vorwahl: 038322
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 076
Adresse der Amtsverwaltung: Ernst-Thälmann-Str. 71
18461 Franzburg
Website: www.amt-franzburg-richtenberg.de
Bürgermeister: Frank Grape
Lage der Stadt Richtenberg im Landkreis Vorpommern-Rügen
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Geografie

Geografische Lage

Richtenberg, die kleinste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns, liegt mittig zwischen Barth, Stralsund, Grimmen und Tribsees in unmittelbarer Nachbarschaft zur Landstadt Franzburg. Das flachwellige, waldreiche Gebiet der vorpommerschen Ebene weist nur wenige Höhenunterschiede auf (bis 38 m ü. NHN). Richtenberg liegt zwischen dem Feuchtgebiet des Richtenberger Sees und den beiden Waldgebieten Schuenhagener und dem Abtshagener Forst. Die Stadt ist etwa 22 km vom Strelasund entfernt.

Stadtgliederung

Die Stadt Richtenberg besteht aus den Orten Richtenberg und Zandershagen.[3]

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden von Richtenberg (im Uhrzeigersinn) sind: Stadt Franzburg, Wittenhagen, Gremersdorf-Buchholz und Millienhagen-Oebelitz.

Geschichte

Ältere Geschichte

Richtenberg wurde erstmals in der Gründungsurkunde des Klosters Neuenkamp (heute Franzburg) vom 8. November 1231 erwähnt. Es ist der älteste urkundlich bekannte Ort der Region. In der Stiftungsurkunde des rügischen Fürsten Wizlaw I. wurde dem Kloster neben dem Patronat über die Richtenberger Kirche auch eine örtliche Salzquelle zugesprochen.[4]

1231 hieß der Ort noch Richeberg, dann Rikenberg (1242), Rychenbergk (1352) und um 1508 Richtenberghe. Das niederdeutsche riko für reich könnte dem Namen zugrunde gelegen haben, aber auch das altpolabische Rikenbrega für Seeufer. 1297 wurde Richtenberg erstmals als oppidum, also als städtische Siedlung genannt. Die Einwohner der kleinen, sehr langgestreckten Siedlung bauten in der Mitte des 13. Jahrhunderts aus Feld- und Backsteinen eine frühgotische Pfarrkirche an der höchsten Stelle des Ortes. Richtenberg war bis zur Säkularisation von 1535 dem Kloster Neuenkamp zugeordnet und blieb anschließend lange Zeit herzoglich pommersche Amtsstadt.

Richtenberg in der Stralsunder Bilderhandschrift, 1615
Richtenberg in schwedischen Militärkarten, 1760

Neuere Geschichte

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt von kaiserlichen und danach schwedischen Truppen besetzt und geplündert. 1648 fiel die Stadt im Westfälischen Frieden an Schweden. Während des Großen Nordischen Krieges wurde Richtenberg 1711, vor allem die Kirche, von den russischen „Moskowitern“ geplündert und teilweise zerstört. Ab 1721 gehörte Richtenberg zum Distrikt Franzburg-Barth in Schwedisch-Pommern. 1763 ließ sich die Brennerei Andreas Daniel Saß im Ort nieder, die hier bis 1948 produzierte.

Ab 1815 wurde die pommersche Stadt preußisch. 1818 gehörte sie zum neu gebildeten Landkreis Franzburg. 1820 hatte sie 1195 Einwohner. Um 1826 entstand die Wallstraße, die heutige Wasserstraße. Bald darauf starben durch eine Choleraepidemie 94 Menschen.

1875 zählte man 1903 Einwohner.[5] 1895 wurde das Rathaus gebaut, in diesem Jahr zählte Richtenberg 1852 Einwohner.[6] Ab 1900 hatte Richtenberg einen Bahnhof an der 1945 demontierten Bahnstrecke Stralsund–Tribsees. Ab 1928 gehörte der Ort zum neu geordneten Landkreis Franzburg-Barth.

Um 1950 entstand das Mahnmal für 16 gefallene Soldaten der Sowjetunion.

Nach der Wende wurde der historische Ortskern im Rahmen der Städtebauförderung ab 1991 saniert. Der 1936 trockengelegte Richtenberger See (zwischen Richtenberg und Franzburg), der damals zu verlanden drohte, wurde im Rahmen von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für den Bau der A 20 auf einer Fläche von 128 Hektar wieder zu einem Gewässer. Die Flutung ist seit 2012 weitgehend abgeschlossen.

Von 1952 bis 1994 gehörte Richtenberg zum Kreis Stralsund-Land (bis 1990 im DDR-Bezirk Rostock, 1990–1994 im Land Mecklenburg-Vorpommern). 1994 wurde die Stadt in den Landkreis Nordvorpommern eingegliedert. Seit der Kreisgebietsreform 2011 liegt sie im Landkreis Vorpommern-Rügen.

Bevölkerung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
19901884
19951716
20001594
20051427
20101350
20151362
JahrEinwohner
20201331
20211319
20221351
20231365
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Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres[7]

Politik

Stadtvertretung

Die Stadtvertretung von Richtenberg besteht aus 10 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 60,9 % zu folgendem Ergebnis:[8]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[9]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
Richtenberger Bürgerbündnis (RBB)79,6 %871,1 %7
SPD13,4 %113,4 %2
CDU07,0 %113,4 %1
Einzelbewerberin Cornelia Dobbert02,1 %
Insgesamt100 %10100 %10
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Bürgermeister

  • 2000–2021: Karldiether Wegner (Richtenberger Bürgerbündnis)
  • seit 2021: Frank Grape (Richtenberger Bürgerbündnis)

Der langjährige Bürgermeister Karldiether Wegner wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 75,5 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.[10] Er trat zum 31. Dezember 2020 von seinem Amt zurück.[11]

Bei der Bürgermeisterwahl am 17. Januar 2021 wurde Frank Grape mit 83,5 % der gültigen Stimmen zu seinem Nachfolger gewählt.[12] Am 9. Juni 2024 wurde er mit 72,4 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[13] Seine Amtsdauer beträgt fünf Jahre.[14]

Wappen

Das Wappen wurde unter der Nr. 46 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Blau ein schwebender, betagleuchteter silberner Turm mit schindelgedecktem roten Spitzdach, goldenem Knauf, offenem Tor und zwei Fenstern.“

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Stadtpfarrkirche St. Nikolai

Bauwerke

  • Landschaftsschutzgebiet Hellberge

Kultur

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Richtenberg wurde während des Bestehens der DDR durch die VEB Mühlenwerke, Sonne (Spirituosenherstellung) und Metallverarbeitung sowie einige Handwerksbetriebe geprägt. Letztere waren weitgehend auf der Volkswerft Stralsund tätig. Heute gibt es ein Gewerbegebiet mit Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben.

Verkehr

Richtenberg liegt an den Landesstraßen L 192 zwischen Steinhagen und Tribsees und L 212 nach Velgast. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist Tribsees an der A 20 (RostockDreieck Uckermark) in etwa 20 Kilometer Entfernung.

Die nächsten Bahnhöfe sind Wittenhagen an der Bahnstrecke Berlin–Stralsund und Velgast an der Bahnstrecke Stralsund–Rostock.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Mit Richtenberg verbundene Persönlichkeiten

Fußnoten

Literatur

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