Rififi am Karfreitag
Film von John Mackenzie (1980)
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Rififi am Karfreitag (The Long Good Friday) ist ein britischer Gangsterfilm von John Mackenzie aus dem Jahre 1980. Er wurde bereits 1979 fertiggestellt, kam aber erst am 3. November 1980 beim London Film Festival zur Uraufführung. Das British Film Institute wählte ihn 1999 auf Platz 21 der besten britischen Filme. Auf der Liste der 100 besten britischen Filme, die das Magazin Empire 2016 veröffentlichte, rangierte er auf Platz 19.[2]
| Film | |
| Titel | Rififi am Karfreitag |
|---|---|
| Originaltitel | The Long Good Friday |
| Produktionsland | Großbritannien |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1980 |
| Länge | 114 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | John Mackenzie |
| Drehbuch | Barrie Keeffe |
| Produktion | Barrie Hanson |
| Musik | Francis Monkman |
| Kamera | Phil Meheux |
| Schnitt | Mike Taylor |
| Besetzung | |
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Handlung
Im Prolog des Films sehen wir wie Colin und sein Chauffeur Phil mit einem Koffer, in welchem sich eine größere Geldsumme versteckt befindet, nach Belfast reisen, wobei Colin einen kleinen Teil des Geldes unterschlägt. Nachdem sie den Geldkoffer an die Empfänger abgegeben haben, welche sich in einem Bauernhaus versteckt halten, gehen Colin und Phil in einen Pub, wo der homosexuelle Colin ein Auge auf einen dortigen jungen Mann wirft, welchen er überredet mit ihnen zu kommen.
Derweil im Bauernhaus merken die Empfänger, dass ein Teil des Geldes fehlt, bevor sie von bewaffneten Sicherheitskräften gestellt werden. Phil und der junge Ire werden daraufhin vor dem Pub entführt und ermordet, während Colin allein zurückbleibt.
Zur Haupthandlung: Harold Shand, ein Londoner Gangster, kehrt nach längerem Auslandsaufenthalt nach London zurück, und strebt danach gemeinsam mit seiner Frau Victoria, als seriöser Bauunternehmer durchzustarten und versucht, eine Partnerschaft mit Charlie, einem amerikanischen Mafioso einzugehen, mit dem Plan die Londoner Docklands zusammen mit dem örtlichen Bauchef, Stadtrat Harris, neu zu entwickeln und dort ein Olympiastadion zu errichten.
Gerade am Karfreitag, als Charlie und sein Anwalt Tony in der Stadt sind um den Deal zu unterzeichnen, wird zunächst Colin (welcher für Shand arbeitet und zudem sein bester Freund ist) in einem öffentlichen Schwimmbad ermordet. Zudem wird das Auto von Shands Mutter durch eine Bombe gesprengt, während diese in der Kirche ist und eine weitere nicht explodierte Bombe wird in Shands Casino gefunden.
Shand versucht zunächst das Ganze vor den Amerikanern geheim zu halten und klappert mit seinen Handlagern mögliche Mitwisser ab, um diskret herauszufinden, wer hinter den Anschlägen steckt, doch als eine weitere Bombe in einem von Shand betriebenen Pub, in welchen er die Amerikaner zum Essen eingeladen hatte, vor deren Augen explodiert, beginnen diese zu ahnen, dass etwas faul ist. Charlie und Tony setzen Shand und Victoria ein Ultimatum, dass wenn die Ursache hinter den Anschlägen nicht schnell gefunden wird, sie aus dem Deal aussteigen werden.
Victoria vermutet indes, dass Shands rechte Hand Jeff durchaus weiß, wer hinter den Anschlägen steckt.
Unter dem Druck, dass der Deal platzt, lässt Shand von seiner diskreten Vorgehensweise ab und lässt mehrere Kriminelle und Informanten entführen, kopfüber in einem Schlachthaus aufhängen und droht mit Folter, wenn ihnen keiner Informationen zu den Bombenanschlägen und Colins Tod geben kann. Doch bevor es hierzu kommen kann wird Shand informiert, dass die Polizei die nicht explodierte Bombe aus dem Casino untersucht hat und dass es sich um die gleiche Art Sprengsatz handelt, welchen die IRA verwendet.
Nachdem Shand auch noch die Witwe von Colins Chauffeur Phil ausfindig machen kann, wird ihm langsam klar, was hinter alldem steckt.
Jeff gesteht schließlich, dass er in Shands Abwesenheit Colin und Phil nach Belfast geschickt hat, um Schmiergeldzahlungen an die IRA zu liefern. Dies geschah auf Bitte von Stadtrat Harris hin, da der Größteil seiner Bauarbeiter Exil-Iren sind, welche ihn unter Druck setzten. Doch da Colin 5.000 Pfund des Geldes unterschlagen hatte, in derselben Nacht drei ranghohe IRA-Mitglieder gestellt und getötet wurden (die Empfänger aus dem Prolog) und Colin zu Shand gehörte, ist die IRA zu dem Schluss gekommen, dass Shand sie an die Sicherheitskräfte verraten hat. Die Bombenanschläge sind die Rache der IRA.
Shand ist rasend vor Wut, ersticht Jeff mit einer zerbrochenen Flasche und schwört, die IRA auszulöschen.
Nachdem er Harris zur Rede stellte, arrangiert dieser ein Treffen mit der Londoner IRA-Führung auf deren Stock Car-Bahn, bei welchem er diese töten will, wenngleich Harris ihn vehement davon abzuhalten versucht. Shand bietet den Iren zum Schein 60.000 Pfund für einen Waffenstillstand, lässt aber die beiden Iren und Harris aus einem Hinterhalt erschießen, während sie das Geld zählen.
Shand glaubt nun, dass seine Feinde tot und die Probleme gelöst seien, und fährt zum Savoy Hotel, um Charlie und Tony triumphierend davon zu berichten, damit diese den Deal fortsetzen. Er muss aber feststellen, dass die Amerikaner bereits abreisen wollen, da sie mit dem Gemetzel nichts zu tun haben wollen. Als Antwort auf ihre spöttischen Bemerkungen über Großbritannien beschimpft Shand sie für ihre Arroganz, zieht über die kulturlosen USA her, bezeichnet sie als Feiglinge und sagt, dass er sich einen Deutschen Investor holen werde.
Shand verlässt wütend das Hotel und steigt in seine Limousine, in der ihn aber statt seines Fahrers zwei bewaffnete IRA-Schergen erwarten. Er sieht, wie Victoria ebenfalls entführt wird. Während das Auto zu einem unbekannten Ziel rast, denkt Shand über sein Schicksal nach.
Titel
Der englische Originaltitel bedeutet wörtlich übersetzt „Der lange Karfreitag“, obwohl die Handlung nur teilweise am Karfreitag spielt und sich über mehrere Tage hinzieht. Der deutsche Titel bezieht sich auf den französischen Krimiklassiker „Rififi“ aus dem Jahr 1955 und verwendet das Wort rififi aus dem französischen Argot im Sinne von „Krawall“.
Auszeichnungen
Bob Hoskins wurde für einen Preis der Britischen Filmakademie als bester Hauptdarsteller nominiert und erhielt einen Evening Standard British Film Award.
Rezeption
Auf dem Portal Rotten Tomatoes wird der Film auf der Grundlage von 33 Rezensionen zu 97 % positiv bewertet.[3] Das Heyne-Film-Lexikon urteilt, der Film sei ein „Packender Thriller“ und bewertet ihn mit vier von fünf möglichen Sternen.[4] Das Lexikon des internationalen Films ist weniger überzeugt und schreibt, der Film sei „[n]icht ganz schlüssig in der Schilderung politischer und krimineller Verstrickungen und auch auf formaler Ebene nur streckenweise überzeugend.“[1]