Rigmor Andersen

dänische Architektin, Möbeldesignerin und Hochschullehrerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Rigmor Andersen (* 11. Dezember 1903 in Aarhus; † 10. März 1995 in Søllerød) war eine dänische Architektin, Möbeldesignerin und Hochschullehrerin, welche die Traditionen der dänischen Funktionsästhetik prägte und über drei Jahrzehnte an der Königlich Dänischen Kunstakademie lehrte.[1]

Leben

Andersen wurde als Tochter des Journalisten Hans Emil Andersen und von Nancy Klingstrøm in Aarhus geboren und verstarb 1995 in Søllerød.[1] Nach dem Abitur 1922 am Rysensteen Gymnasium und einem Jahr technischer Zeichenkurse wurde sie 1923 an der Architekturschule der Königlich Dänischen Kunstakademie aufgenommen.[1] Dort schloss sie sich Kaare Klints neu gegründeter Schule für Möbel- und Raumkunst an und übernahm dessen analytisch-funktionale Arbeitsweise.[1] 1927 bis 1929 arbeitete sie mit Poul Henningsen an der Gestaltung der PH-Lampen.[1] Von 1929 bis 1939 war sie eine der engsten Mitarbeiterinnen in Klints Zeichenbüro.[1] Am 21. April 1932 heiratete sie in Kopenhagen den Architekten Louis Henry Kryger; 1934 wurde der Sohn Niels geboren.[2] Sie erhielt Stipendien wie das Hirschsprungs Legat (1934) und das Stipendium Knud V. Engelhardt (1940) und unternahm Studienreisen nach Deutschland, Italien, Frankreich, den Niederlanden, Spanien und Schweden.[2] Zudem war sie auf Ausstellungen vertreten, etwa bei der Snedkerlavets Møbeludstilling 1931 und bei Dansk Kunsthaandværk i Stockholm 1942.[2]

Wirken

Andersens erste eigenständige Aufgabe war 1931 die vollständige Einrichtung des Studentinnenwohnheims Kvinderegensen in Kopenhagen, für dessen Festsäle, Bibliothek und 56 Zimmer sie Serien- und Sondermöbel entwarf.[1] Die Gemeinschaftsräume wurden mit Mahagoni und Leder ausgestattet, die Zimmer mit Bett, Schreibtisch, Regal, zwei Stühlen (einer mit Armlehnen) und einem Schemel; Bezüge lieferte die Webstube von Gerda Henning, von denen einige Jahrzehnte später noch in Gebrauch waren.[1] Ein Stuhl aus diesem Programm von 1931 ist im Designmuseum Danmark dokumentiert.[3] Im Jahr 1936 entwarf Andersen einen fein detaillierten Schrank für Silber, der 1942 im Nationalmuseum Stockholm gezeigt und 1948 in einer Ausführung für das Kunstindustrimuseet (heute Designmuseum Danmark) geschaffen wurde.[1] Das Stück wurde in brasilianischem Palisander mit Ebenholzgriffen und Messingbeschlägen bei Rud. Rasmussen gefertigt und zeigt Klints konstruktive Klarheit in eigenständiger Ausprägung.[4] 1948 beteiligte sie sich zusammen mit der Bildhauerin Inge Finsen an Gedenkwettbewerben und realisierte eine Gedenkwand in der Domus Medica in Kopenhagen.[1] Von 1944 bis 1973 lehrte Andersen an der Möbel- und Raumkunstschule der Akademie und bewahrte und vermittelte die Methoden der Klint-Schule.[1] Ab 1962 arbeitete sie eng mit der Architektin Annelise Bjørner zusammen; 1967 entwarfen beide das Margrethebesteck samt Aufbewahrungsschrank als Hochzeitsgeschenk der Nationalbank an Kronprinzessin Margrethe und Prinz Henrik.[1] Für ihre Arbeiten erhielt Andersen die Eckersbergs Medaille (1968) und den Møbelprisen (1977).[1] 1979 veröffentlichte sie das Buch Kaare Klint møbler, das ihre Lehrerfigur und deren Möbel typologisch dokumentiert.[1]

Einzelnachweise

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