Rika Zaraï
Israelische Sängerin
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Rika Zaraï (hebräisch ריקה זראי; als Rivka Gozman geboren am 19. Februar 1938 in Jerusalem, britisches Mandatsgebiet Palästina; gestorben am 23. Dezember 2020 in Paris, Frankreich) war eine israelisch-französische Sängerin, die in französischsprachigen Ländern in den 1960er/1970er Jahren mit Schlagern wie Elle était si jolie, Alors je chante, Balapapa und Casatschok populär war. Von ihren Aufnahmen sollen rund 29 Millionen Schallplatten verkauft worden sein.[1] Von den 1980er Jahren an verfasste sie mehrere Bücher über Naturheilkunde und gesunde Lebensführung.

Leben und Werk
Rika Zaraï stammte aus einer russisch-polnischen jüdischen Familie. Zaraïs Vater war in Odessa im Russischen Kaiserreich geboren, ihre Mutter in Waloschyn, damals Polen.
Rika Zaraïs musikalisches Talent wurde früh erkannt. Sie studierte Klavier am Konservatorium von Jerusalem und gewann dort den ersten Preis. Während ihres Militärdiensts in den israelischen Streitkräften wurde sie in Unterhaltungsensembles zur Truppenbetreuung eingesetzt. Danach spielte sie in Musicals und trat erstmals in Europa auf. Schließlich lebte sie überwiegend in Frankreich und feierte dort ihre größten Erfolge.
Der erste Erfolg in Frankreich gelang ihr 1960 mit einer Interpretation des hebräischen Volksliedes Hava Nagila. Zu dieser Zeit stand sie bei der Schallplattenfirma Bel Air unter Vertrag. Weniger erfolgreich war 1961 ihre deutsche Version des Titelliedes aus dem Film Exodus, Ein Land ist mein. Weitere Aufnahmen in deutscher Sprache folgten, die jedoch keine dauerhafte Karriere in deutschsprachigen Ländern begründeten.[2]
In Frankreich folgten Top-10-Erfolge wie Roméo und Elle était si jolie, eine Coverversion des französischen Beitrags zum Grand Prix Eurovision 1963, im Original gesungen von Alain Barrière. Obwohl Zaraï selbst nie bei dem Wettbewerb antrat, nahm sie in den folgenden Jahren immer wieder Lieder auf, die den Grand Prix gewonnen hatten. 1965 wechselte Zaraï von Bel Air zur Plattenfirma Philips. Dieser Vertrag sollte bis in die frühen 1980er Jahre halten.
1969 war das bis dahin erfolgreichste Jahr ihrer Karriere. Sie vertrat Frankreich beim Grand Prix RTL International mit dem Lied 21 rue des amours.[3] Mit Alors je chante, einer französischen Version des spanischen Eurovisionssiegers 1969 Vivo cantando von Salomé, und Casatschok gelangen ihr zwei ihrer größten Hits.[4]
Bei einem Autounfall am 9. November 1969 landete Zaraïs Fahrzeug kopfüber auf dem Dach eines Wohnhauses. Danach lag sie sechs Tage im Koma, war mehrere Monate ans Krankenbett gefesselt und dachte, wie sie später berichtete, wegen des äußerst schmerzhaften Heilungsprozesses an Suizid.[5] Dennoch nahm sie danach eines ihrer fröhlichsten Lieder auf, Balapapa. Am 25. April 1970 stand sie, wieder genesen, vor der Kamera und trug das Lied vor.[6] Im selben Jahr hatte sie mit Tante Agathe einen weiteren Hit.
Einen späten Hitparadenerfolg verzeichnete sie in den 1970er Jahren noch mit dem Stimmungslied Sans chemise, sans pantalon, das sie von da an bei ihren Auftritten regelmäßig sang. 1978 und 1979 nahm sie jeweils eine französische Version der israelischen Eurovisionssieger A-ba-ni-bi und Hallelujah auf und landete damit zwei ihrer letzten Hits.[7]
Ab Mitte der 1970er Jahre befasste sich Zaraï mit Naturheilkunde und schrieb ein Buch darüber, Ma médecine naturelle, das 1985 auf Französisch und in der Folge auch auf Hebräisch erschien und Auflagen in Millionenhöhe erzielt haben soll. Es folgte die Gründung eines Herstellungsbetriebes für medizinische Kräuterprodukte in Saint-Sylvain-d’Anjou, in dem zeitweilig 70 Angestellte arbeiteten. Von Schulmedizinern und Pharmakologen wurde Zaraï heftig kritisiert. Die Firma schloss im Jahr 1991.[8] Die Publikationstätigkeit der Sängerin setzte sich danach mit weiteren Gesundheitsratgebern fort und fand ihren Abschluss in ihren Memoiren im Jahr 2006, L'espérance a toujours raison.
Am 3. Juni 2008 erlitt Zaraï einen Schlaganfall. Sie kam auf die Intensivstation des Hôpital de la Salpêtrière und überlebte, blieb aber auf der linken Körperhälfte partiell gelähmt.
Im Jahr 2019 erschien 100 titres d’or, eine 4-CD-Box mit 100 remasterten Liedern aus den acht französischen Originalalben Zaraïs, die zwischen 1964 und 1982 erschienen waren.[9] Ihren letzten öffentlichen Auftritt hatte Zaraï im Februar 2020 im Rollstuhl in den Folies Bergère in Paris, wo sie das Lied Prague sang. Das Publikum dankte ihr mit Ovationen.[10]
Privates
Rika Zaraï heiratete 1958 den israelischen Komponisten und Dirigenten Yohanan Zaraï (1929–2016). Das Paar hatte eine Tochter, Yaël, geboren 1959. Diese lebt mit ihrer Familie in Los Angeles. In zweiter Ehe war Rika Zaraï rund fünf Jahrzehnte, bis zu ihrem Tod, mit dem Franzosen Jean-Pierre Magnier verheiratet.[11]
Bekannte Lieder
- 1959: Hava nagila, siehe Hava Nagila
- 1960: Dodi li
- 1961: Exodus, später auch tw. auf Deutsch gesungen
- 1967: Michaël
- 1967: Prague
- 1969: Alors je chante
- 1969: Casatschok, siehe Katjuscha
- 1970: Balapapa
- 1970: Tumbalalaika
- 1971: Eine Mauer in Jerusalem (hebräisch)
- 1973: C'est ça la France
- Le Temps des fleurs
- Sans chemise sans pantalon
Bibliographie

- Rika Zaraï à cœur ouvert, Rijois 1978
- Ma médecine naturelle, Michel Lafon 1985
- 47 recettes de plantes, Mangina 1986
- Soins et beauté par l'argile et les plantes, Mangina 1987
- Mes secrets naturels pour guérir et réussir, J-C Lattès 1988
- La Beauté naturelle, Mangina 1989
- Mes recettes saines et gourmandes, Taillandier 1989
- Ces émotions qui guérissent, Michel Lafon 1995
- Le Code secret de votre personnalité, Michel Lafon 1996
- L'espérance a toujours raison (mémoires), Michel Lafon 2006
Weblinks
- Rika Zaraï bei IMDb
- Rika Zaraï bei Discogs