Rina Gonoi
Angehörige der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte und Aktivistin gegen sexualisierte Gewalt
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Rina Gonoi (japanisch 五ノ井 里奈 Gonoi Rina; * 29. September 1999 in Ishinomaki, Präfektur Miyagi) ist eine ehemalige Angehörige der japanischen Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte und Aktivistin gegen sexualisierte Gewalt, deren Fall um die strafrechtliche Verurteilung dreier Ex-Soldaten in Japan breite öffentliche und internationale Aufmerksamkeit auf institutionelles Fehlverhalten lenkte.[1] Für ihr Engagement wurde sie 2024 mit dem International Women of Courage Award des US-Außenministeriums ausgezeichnet.[2]

Leben
Gonoi wuchs in der Präfektur Miyagi auf und strebte seit ihrer Kindheit den Militärdienst an.[3] Sie motivierte die Unterstützung durch Selbstverteidigungsstreitkräfte während des Tōhoku-Erdbebens 2011, sich zu bewerben.[2] 2020 trat sie den Bodenselbstverteidigungsstreitkräften bei.[1] Wegen anhaltender sexueller Belästigung und einem besonders schweren Übergriff im August 2021 verließ sie 2022 die Truppe, nachdem ihre interne Beschwerde zunächst ohne Konsequenzen geblieben war.[1] Im August 2022 machte sie ihren Fall öffentlich, übergab dem Verteidigungsministerium eine Petition mit mehr als 100.000 Unterschriften und forderte eine unabhängige Untersuchung.[4] Ende September 2022 entschuldigte sich die Führung der Bodentruppen öffentlich bei ihr – eine in Japan seltener Vorgang.[5]
Wirken
Dass Gonois ihren Fall öffentlich machte, löste eine ministerielle Untersuchung mit breiter Befragung aus, in deren Folge mehr als 1.400 Belästigungsfälle im militärischen Umfeld gemeldet wurden.[2] Am 12. Dezember 2023 verurteilte das Bezirksgericht Fukushima drei ehemalige Soldaten zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung, was in Japan als ungewöhnliches Urteil galt.[6] Im Juli 2024 erzielte sie im Zivilverfahren mit drei früheren Kollegen einen Vergleich; die Klage gegen einen weiteren Ex-Soldaten sowie gegen den Staat führte sie fort.[7] Im Jahr 2023 wurde sie in die BBC-Liste 100 Women aufgenommen.[8] Ebenfalls 2023 führte sie das Magazine Time in der Liste TIME100 Next.[9] Sie fordert strukturelle Reformen in den Streitkräften und ermutigt Betroffene zur Meldung von Übergriffen.[1]