Rinck (Adelsgeschlecht)

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Die Familie Rinck oder Ryn(g/c)k war ein aus Korbach stammendes Kölner Patriziergeschlecht, das im frühen 16. Jahrhundert den Ritterstand erreichte.[1] Durch den Ratsherrn und Kaufmann Johann Rinck erlangte die Familie ihren Reichtum. Dieser ebnete auch die politische Laufbahn der Familie; so stellte sie mehrere Bürgermeister von Köln und Ratsherren. Dessen gleichnamiger Sohn erbaute den Rinkenhof, der zum Kölner Sitz der Familie wurde.

Wappen der Familie Rinck bei Anton Fahne (nachkoloriert)
Hausmarke der Familie Rinck

Geschichte

Der Name „Rinck“ deutet darauf hin, dass frühe Angehörige des Geschlechts Goldschmiede waren. Rinck steht also für „Ring“, wie das Wappen auch verrät.

Die Stammliste der aus Korbach stammenden Rinck lautet:

  1. Conrad Rinck, Bürgermeister von Korbach
    1. Conrad Rinck, Kölner Bürger
      1. Hermann Rinck (urkundlich 1480, † 12. März 1496), 1480 bis 1481 Bürgermeister von Köln, Stifter des Rinckenkonvents auf der Stadtmauer, das später Kloster zum Lämmchen genannt wurde. ⚭ Druitgen von Dalen, Tochter des Adolf und der Elisabeth von Boichem
        1. Johann Rinck (* 25. Januar 1458, † 27. Mai 1516), von 1512 bis 1514 Bürgermeister von Köln, wohnhaft im Haus Königstein; ⚭ I. Gertrud von Bacherach; ⚭ II. Aleid von Buschelman von Königsdorf
          1. Johann Rinck, Doktor beider Rechte, wohnhaft im Rinkenhof. Seine Nachfahren waren Calvinisten und bemüht, das Schaffen ihrer Vorfahren zu zerstören. ⚭ Anna Baes gt. Ohligschleger
            1. Anna Rinck
            2. Heinrich Rinck
            3. Odilia Rinck
            4. Anton Rinck ⚭ Agnes von Wasserfaß
              1. Gretgen Rinck
              2. Anna Rinck
              3. Maria Rinck
              4. Johann Rinck
              5. Heinrich Rinck
          2. Gertrud Rinck ⚭ Michael Stralen
          3. Hermann Rinck (urkundlich 1490, † 19. Februar 1541), Ratsherr, wohnhaft im Haus Königstein ⚭ Sibilla Kannengießer
            1. Peter Rinck, wohnhaft im Haus zum goldenen Ring ⚭ Margaretha Baes gt. Ohligschleger
              1. Agnes Rinck, ⚭ I. Franz von Mersheim; ⚭ II. Ascher von Langenbeck; ⚭ III. Werner von Merode-Buir
              2. Hermann Rinck, Propst und klevischer Geheimrat
            2. Gertrud Rinck
            3. Christina Rinck
            4. Sibilla Rinck
            5. Georg Rinck
            6. Clara Rinck
            7. Hermann Rinck, hatte eine Konkubine.
            8. Johann Rinck, Schultheiß zu Deutz ⚭ Catharina Tibes
              1. Catharina Rinck ⚭ Peter Heiman, Doktor beider Rechte, Professor an der Universität zu Köln
              2. Johann Rinck († nach 1612 in Düsseldorf), Doktor beider Rechte; ⚭ I. Aleid Heiman († 1612); ⚭ II. Cecilia von Aich († 1615 im Kindbett)
                1. Johann Caspar Rinck († jung)
                2. Johann Rinck, mit ihm erlosch der Mannesstamm
                3. Christina Rinck ⚭ Thomas Reidt
                4. Sibilla Rinck ⚭ Wilhelm von Hattstein
                5. Aleid Rinck ⚭ Vincenz von Barl, aus Duisburg stammend
                6. Catharina Rinck ⚭ I. N. N. von Isselmund, aus Friesland stammend; ⚭ II. N. N. von Quadt
                7. Margaretha Rinck († 1628, ▭ Geusenfriedhof), wohnhaft im Rinkenhof. Mit ihr erlosch die Familie vollständig. Aufgrund von ihrer Grabstätte lässt sich schließen, dass die Familie Rinck protestantisch war.
              3. Sibilla Rinck
              4. Margaretha Rinck ⚭ Conrad Redinghouen, Bürgermeister von Duisburg
            9. Margaretha Rinck
              Margaretha Rinck (* 3. September 1517, † 28. Juli 1570) ⚭ Johann von Aich (* 2. Januar 1510, † 12. September 1549), Ratsherr, Sohn des gleichnamigen Bürgermeisters von Köln
            10. Ursula Rinck († 1563) ⚭ Johann Ochs, Doktor beider Rechte
        2. Catharina Rinck ⚭ Godart Kannengießer, Bürgermeister von Köln
        3. Sophia Rinck ⚭ Everhard Suderman
        4. Hermann Rinck, Ritter, Geheimrat des Königs von England
          1. Gertrud ⚭ Peter Kannengießer
          2. Catharina Rinck ⚭ Johann Beywegh
          3. Hermann Rinck zur Ganz ⚭ Elsgen Kraus
        5. Conrad Rinck (urkundlich 1531), Ratsherr; ⚭ I. Getrud von Wesel; ⚭ II. N. N. von Werl
          1. Gertrud Rinck ⚭ Peter von Fürstenberg
          2. Anna Rinck ⚭ Severin Kover
          3. Catharina Rinck ⚭ Godert von Hatzfeld zu Wildenburg, Drost zu Bielstein
        6. Adolf Rinck (* 1472, † 1541), zwischen 1514 und 1539 neunfacher Bürgermeister von Köln, erwarb vom Kölner Kreuzherrn Hermann Kneyart die Häuser zum großen und kleinen Kneyart und errichtete dort ab 1513 das Haus zum goldenen Ring. ⚭ Margaretha Hardenrath
          1. Margaretha Rinck ⚭ Heinrich Baes gt. Ohligschleger, klevischer Kanzler
          2. Anna Rinck ⚭ Johann Hupp
        7. N. N. Rinck
        8. N. N. Rinck
        9. N. N. Rinck
      2. Johann Rinck
        Johann Rinck (urkundlich 1423, † 1464 in Köln, ▭ 1466 in der Marienkapelle), Ratsherr als Vertreter der Gaffel Windeck, ab 1432 Kölner Bürger und Kaufmann. Durch sein kaufmännisches Geschick brachte er der Familie Reichtum und sicherte politische Positionen für seine Familie in Köln. Während seines Lebens stiftete er unter anderem die Marienkapelle in St. Kolumba. Von seinem Hof am Rinckenpfuhl verwaltete er sein Handelsimperium. Neben diesem Hof besaß er auch das Haus Nideggen und zur neuen goldenen Waage auf der Hohe Straße sowie viele andere Immobilien und Renten; ⚭ I. (1426) Gertrud von Blitterswich († 1439); ⚭ II. (1447) Beelgin von Suchtelen, Witwe des Tilmann Questenberg
        1. aus I.: Johann Rinck († 1516), 1516 Bürgermeister von Köln, Mitverfasser der Schrift De verginis Mariae psalterio triplex hecatostichon und Bauherr des Rinkenhofes sowie des benachbarten Hauses Königstein. Nach dem Tod seines Bruders Peter erhielt er den gesamten Rinkenhof. Am 2. März 1512 wurde er in den Adelsstand erhoben. Fahne behauptet, er sei in England gestorben.
        2. Peter Rinck
          aus I.: Peter Rinck († 8. Februar 1501 in Köln), Doktor beider Rechte, Rektor der Universität zu Köln und Mitglied sowie Wohltäter der Kölner Kartause
        3. Gertrud Rinck ⚭ Johann Dass
        4. Styngin Rinck, Nonne

Wappen

Blasonierung: In Gold ein schreitender, flugbereiter schwarzer Vogel mit einem schwarzen Ring im Schnabel. Auf dem (gekrönten) Helm ein schwarzer Vogelrumpf (zwischen einem schwarzen offenen Flug) mit einem schwarzen Ring im Schnabel. Die Helmdecken sind schwarz-golden.

Literatur

  • Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 361 f. (hhu.de).
  • Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 13 (Mappe 995–1070; Reven–Scheidt gt Weschpfennig) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 88), Köln 1997, S. 110–113.
  • Cybele Crossetti de Almeida: Führende Kölner Familien im Spätmittelalter. Eine prosopographische Untersuchung. Göttingen 2015, ISBN 978-3-95404-966-0 (PDF; 3,3 MB auf cuvillier.de).

Einzelnachweise

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