Wikiwand AI

Rinow (Niederer Fläming)

Ortschaft in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Rinow ist ein Ortsteil[2] der Gemeinde Niederer Fläming im Süden des Landkreises Teltow-Fläming in Brandenburg. Der Ort gehört dem Amt Dahme/Mark an und war bis zum 31. Dezember 1997 ein Ortsteil der Gemeinde Meinsdorf.

Schnelle Fakten Gemeinde Niederer Fläming ...
Rinow
Koordinaten: 51° 50′ N, 13° 17′ O
Höhe: 81 m ü. NHN
Fläche: 3,52 km²
Einwohner: 53 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner/km²
Eingemeindung: 11. Januar 1962
Eingemeindet nach: Meinsdorf
Postleitzahl: 14913
Vorwahl: 033744
Dorfstraße in Rinow
Dorfstraße in Rinow
Schließen

Lage

Rinow liegt fünf Kilometer nordöstlich von Schönewalde und zehn Kilometer südwestlich von Dahme/Mark im Bärwalder Ländchen, das ein Teil des Fläming ist. Die Gemarkung Rinows grenzt im Norden an Meinsdorf, im Osten an den zur Gemeinde Ihlow gehörenden Ortsteil Mehlsdorf, im Südosten an den Schönewalder Ortsteil Wiepersdorf, im Süden an die Gemarkung von Schönewalde selbst mit dem Gemeindeteil Freywalde sowie im Westen an Bärwalde. Südlich von Rinow befindet sich das Schweinitzer Fließ, im Westen fließt der Ihlower Graben kurz über die Gemarkung von Rinow. Zwischen Rinow und Freywalde verläuft die Grenze zwischen den Landkreisen Teltow-Fläming und Elbe-Elster.

Durch Rinow führt die Kreisstraße 7207. Zwei Kilometer nördlich im Nachbarort Meinsdorf verläuft die Landesstraße 713 und zwei Kilometer südlich die Landesstraße 73 (beide Schönewalde–Dahme/Mark).

Geschichte und Etymologie

Etymologie

Dorfansicht

Rinow, ein Straßendorf, wurde erstmals im Jahr 1452 urkundlich erwähnt. Der Ortsname, der bei der Ersterwähnung Rynow geschrieben wurde, ist vermutlich eine germanische Bildung eines Wortes für „fließen“ oder „strömen“.[3] Eine weitere Nennung aus dem Jahr 1472 spricht von Rynow das dorff und bestätigt damit sowohl die Schreibweise als auch den Status als Dorf. Im Jahr 1579 erscheinen die Varianten Rinow und Rinowe, überliefert in einer späteren Abschrift aus dem Jahr 1916, die sich auf siedlungs- und namenkundliche Untersuchungen bezieht. Für das Jahr 1652 ist die Form Im dorffe Rinn belegt, die eine lautliche Weiterentwicklung erkennen lässt und zugleich den fortbestehenden dörflichen Charakter dokumentiert. Im 19. Jahrhundert schließlich treten die Schreibweisen Rinow, Rhienow und Rhinow nebeneinander auf, wie sie in der Ortschaftsstatistik von 1861 verzeichnet sind.[4]

Besitzgeschichte

Die territoriale und grundherrschaftliche Entwicklung des Ortes zeigt eine vielschichtige Abfolge von Herrschaftsverhältnissen, die sich vom 14. bis ins 19. Jahrhundert mehrfach wandelten. Bis zum Jahr 1367 gehörte das Gebiet zum Kurfürstentum Brandenburg, bevor es zwischen 1367 und 1411 unter die Herrschaft der Könige von Böhmen gelangte; zeitweise, nämlich von 1399 bis nach 1401, befand es sich dabei im Pfandbesitz der Markgrafen von Meißen. Von 1411 bis 1451 folgte eine Phase, in der die Herzöge von Schlesien‑Glogau als Pfandbesitzer auftraten, wobei unklar bleibt, ob ihre Herrschaft ausschließlich pfandrechtlicher Natur war. Ab 1451, zunächst ebenfalls als Pfandbesitz und seit 1462 in tatsächlicher Ausübung, fiel das Gebiet wieder an die brandenburgischen Kurfürsten, die es bis 1701 innehatten. Mit der Erhebung Brandenburgs zum Königreich Preußen blieb der Ort von 1701 bis 1815 unter preußischer Herrschaft, wobei bis 1742 weiterhin eine böhmische Oberlehnshoheit bestand.

Auch die grundherrschaftlichen Verhältnisse waren von mehrfachen Übergängen geprägt. Vom Zeitraum vor 1452 bis zum Jahr 1666 lag die Grundherrschaft bei der Familie von Leipzig(er), die über das Dorf sowohl die Ober- als auch die Untergerichtsbarkeit ausübte, wie eine Nennung aus dem Jahr 1472 belegt. Im Jahr 1666 kam es zu einer Teilung der Herrschaftsrechte. Ein Teil gelangte an die Familie von Stutterheim, die bis 1734 über den Lehnschulzen, einen Lehnmann, fünf Einwohner, einen Häusler, einen am Dorf gelegenen Pfuhl sowie über einen Anteil an der Ober- und Untergerichtsbarkeit verfügte, wie dies für das Jahr 1695 dokumentiert ist.[4] Der andere Teil verblieb weiterhin bei der Familie von Leipzig(er), wobei der genaue Umfang dieses Anteils nicht überliefert ist. Erst 1734 wurden beide Herrschaftsteile wieder zusammengeführt und gingen in den Besitz der Herrschaft Bärwalde‑Wiepersdorf über, die das Gebiet bis zum Jahr 1872 innehatte.[5]

15. Jahrhundert

Im Jahr 1452 wurde Rinow als Dorf bezeichnet, ebenso in den Nennungen von 1472 und 1488.[5] Für das Jahr 1541 ist die Zahl von einem Schock Kommunikanten überliefert. Das Dorf besaß keine Kirche. Der Pfarrer aus Meinsdorf erhielt sieben Scheffel Korn; das Einkommen des Küsters wurde in Meinsdorf erhoben.[6] Im Jahr 1580 wurden für den Ort 26 Gulden und 10 Groschen Land- und Giebelschoß erhoben.[5]

16. Jahrhundert

Im Jahr 1600 erhielt der Pfarrer aus Meinsdorf sieben Scheffel Roggen.[6] Im Jahr 1624 gab es neun Hufnerstellen, von denen ein Hof jedoch bereits verlassen war. Außerdem gab es vier Kossätenstellen. Zusammen bewirtschafteten sie 13 Hufen. Im Jahr 1652 gab es nur noch drei Hufner (darunter den Schulzen sowie zwei Kossätenstellen). Im Jahr 1671 wurde lediglich von einem wüsten Bauernhof der Familie von Stutterheim berichtet. Acht Jahre später gab es drei Zweihufner (darunter den Schulzen), zwei Eineinhalbhufner, drei Einhufner und einen Einhufner der von Stutterheim. Von den fünf Kossätenhöfen lagen nach wie vor drei wüst. Für die Jahre 1682/1683 bestätigt das Ortslexikon eine ähnliche Struktur: fünf Kossätenhöfe, erneut mit drei wüsten Stellen, sowie dreizehn mittlere Hufen.[5]

18. Jahrhundert

Im Jahr 1711 wurde der Ort als Dorf mit neun Hufnern, fünf Kossäten und einem Hirten ohne Vieh beschrieben; insgesamt werden 13 Hufen genannt. Für 1734 sind ein Lehnschulze, ein Lehnbauer, sieben Bauern und vier Kossäten belegt. Bereits vier Jahre später, 1738, liegt eine außergewöhnlich detaillierte Vermessung und Aufstellung der Hufen‑, Morgen‑, Quadratruten‑ und Quadratschuh‑Flächen vor. Insgesamt werden 46 Hufen, 16 ¾ Morgen, 26 Quadratruten und 42 Quadratschuh ausgewiesen, differenziert nach Acker, Wiesenwachs, Hutung, Dorfstraße sowie Haus‑ und Gartenflächen. Die Aufstellung von 1738 beschreibt die Besitzverhältnisse einzelner Hofstellen präzise. Der Lehnschulze sollte demnach zwei Hufen besitzen, die sich zu drei Hufen 16 ½ Morgen 41 Quadratruten 84 Quadratschuh zusammensetzen, darunter Ackerland, Wiesenwachs sowie Haus‑ und Gartenflächen. Der Lehnbauer sollte ebenfalls zwei Hufen halten, zusammen drei Hufen 19 ½ Morgen sieben Quadratruten 70 Quadratschuh, ebenfalls gegliedert in Acker, Wiesenwachs und Haus‑ und Gartenflächen. Mehrere Bauernstellen werden einzeln aufgeführt: Ein Bauer besaß eine Hufe zu insgesamt zwei Hufen 7 ¼ Morgen 15 Quadratruten 96 Quadratschuh, ein weiterer 1 ½ Hufen zu zwei Hufen 25 ¾ Morgen 18 Quadratruten 17 Quadratschuh. Weitere Bauern verfügten über eine Hufe, zwei Hufen oder 1 ½ Hufen, jeweils mit detaillierter Aufschlüsselung der Acker‑, Wiesen‑ und Gartenflächen. Auch die Kossäten wurden einzeln genannt, mit Besitzgrößen zwischen 10 ¾ und 16 ½ Morgen, wiederum differenziert nach Nutzungsarten. Der Hirte verfügte über ein Morgen Acker.[5] Zur Grundherrschaft gehören drei Hufen 23 ½ Morgen sieben Quadratruten 51 Quadratschuh Wiesenwachs. Darüber hinaus werden verschiedene auswärtige Besitzanteile erwähnt: Der Schulze in Bärwalde, fünf Bauern, ein Halbbauer und zwei Kossäten aus Meinsdorf, ein Kossät aus Kossin sowie ein Kossät aus Herbersdorf. Schulze, Küster und Pfarrer zu Wiepersdorf besaßen gemeinsam eine Hufe 24 ¾ Morgen 44 Quadratruten 66 Quadratschuh Wiesenwachs. Für das Jahr 1745 sind neun Bauern und fünf Kossäten überliefert. 1756 umfasste das Dorf neun Bauern, darunter drei Zweihufner (Schulze und Lehnbauer), zwei Eineinhalbhufner und vier Einhufner. Hinzu kamen fünf Kossäten, ein Häusler sowie vier kommunale Häuser, die von einem Invaliden, dem Hirten und einem Viehhändler bewohnt werden. Im vierten Haus befand sich ein Krug. Im Jahr 1772 wurden neun Bauern und Halbbauern sowie sieben Kossäten und Büdner genannt. Im Jahr 1775 entsprach die Struktur weitgehend der von 1711. Sie bestand aus neun Hufnern, fünf Kossäten und einem Hirten ohne Vieh, die gemeinsam 13 Hufen bewirtschafteten. Im Jahr 1791 lebten im Dorf neun Bauern, fünf Kossäten, zwei Büdner, vier Häusler oder Einlieger sowie ein Schmied, die zusammen 20 Feuerstellen (= Haushaltungen) betrieben.[7]

19. Jahrhundert

In Rinow lebten im Jahr 1801 der Lehnschulze, acht Ganzbauern, fünf Ganzkossäten, drei Büdner und ein Einlieger. Es gab einen Krug sowie 25 Morgen Holz. Die Bewohner bewirtschafteten 13 Bauernhufen und betrieben 20 Feuerstellen. Mit dem Beginn der Einrichtung von Kreisverwaltungen in der Mark Brandenburg gehörte Rinow zum Zaucheschen Kreis und bildete zusammen mit den anderen Orten des Ländchens Bärwalde eine Exklave innerhalb des Luckenwaldeschen Kreises, der damals noch zum Herzogtum Magdeburg gehörte. Erst nach dem Wiener Kongress kam die Gemeinde Rinow an den Landkreis Jüterbog-Luckenwalde. Für das Jahr 1818 wurde erstmals Gewerbeberufe genannt: Ein Gast- und Schankwirt, ein Handelsmann, zwei Ölmüller sowie ein Schneider. Im Jahr 1837 standen in Rinow 19 Wohnhäuser; 1858 waren es 21 Wohnhäuser und 49 Wirtschaftsgebäude.[4] Die Gemarkung war 1041 Morgen groß: 35 Morgen Gehöfte, 626 Morgen Acker, 120 Morgen Wiese und 260 Morgen Weide.[4] Für das Jahr 1882 wurden ein Lehnschulze, sieben Bauern, fünf Kossäten und drei Büdner genannt.[7]

20. Jahrhundert

Um 1900 standen im Dorf 25 Häuser, die wie folgt bewohnt waren: Eine Auszüglerin, sechs Hufner, eine Hufnerstochter, ein Knecht, drei Kossäten mit 10,91, 10,30 und 9,27 Hektar, ein Kossät und Gemeindevorsteher mit 13,02 Hektar, ein Lehnschulzengutsbesitzer mit 42,20 Hektar, ein Lehrer sowie zwei Zweihufner mit 40,51 und 40,41 Hektar. Im Jahr 1931 umfasste das Dorf 24 Wohnhäuser mit 27 Haushaltungen. 1939 wurden die land- und forstwirtschaftlichen Betriebe nach Größenklassen erfasst: neun Betriebe besaßen 20–100 Hektar, vier Betriebe 10–20 Hektar, sechs Betriebe 5–10 Hektar und zwei Betriebe 0,5–5 Hektar.

Nach 1945 verändert sich die Agrarstruktur grundlegend durch die Kollektivierung in der DDR. Nach der DDR-Kreisreform im Juli 1952 lag Rinow im Kreis Jüterbog im Bezirk Potsdam. Im Jahr 1958 entstand die erste LPG vom Typ I mit fünf Mitgliedern und 64 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche, die bereits 1959 an eine zweite LPG angeschlossen wird. Diese zweite LPG, ebenfalls Typ I, umfasste sieben Mitglieder und 71 Hektar Nutzfläche. 1960 existierten im Dorf zwei LPGs: eine LPG Typ III mit 15 Mitgliedern und 109 Hektar, die 1975 an die LPG Typ III Weißen angeschlossen wurde, sowie eine LPG Typ I mit 29 Mitgliedern und 219 Hektar, die 1967 ebenfalls in eine LPG Typ III überführt wurde. Am 11. Januar 1962 wurden Rinow und die Gemeinde Weißen nach Meinsdorf eingemeindet. Für das Jahr 1983 wurde schließlich die LPG (T) Petkus, Sitz Weißen, mit der Abteilung Viehzuchtbrigade Rinow genannt.[7]

Seit der Wende und der brandenburgischen Kreisreform 1993 gehört Rinow zum Landkreis Teltow-Fläming. Am 31. Dezember 1997 wurde Meinsdorf mit 13 weiteren Gemeinden zu Niederer Fläming vereinigt, seitdem ist Rinow Ortsteil der neuen Gemeinde.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr18751890191019251933193919461950
Einwohner134142132125129123176133

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[8]

Commons: Rinow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks