Rita Famos
Schweizer Theologin
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Rita Famos (* 11. Januar 1966 in Zweisimmen) ist eine Schweizer evangelisch-reformierte Theologin und Pfarrerin. Seit dem 1. Januar 2021 ist sie Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS). Zudem ist sie seit 2024 geschäftsführende Präsidentin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa[1] und seit 2025 Vorsitzende des Schweizerischen Rats der Religionen. Sie ist die erste Frau an der Spitze der EKS.[2]
Leben und Karriere
Rita Famos studierte Theologie in Bern, Halle (DDR) und Richmond (USA).[3] Nach ihrer Ordination arbeitete sie als Gemeindepfarrerin in Uster und Zürich-Enge. Von 2009 bis 2011 war sie Sprecherin des Worts zum Sonntag beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF).[4] Von 2011 bis 2013 war sie Beauftragte für die Ausbildung der Pfarrschaft der Deutschschweizer Kirchen. Von 2013 bis 2020 leitete sie die Spezialseelsorge der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich.
Im November 2020 wurde Famos von der Synode der EKS zur Präsidentin für den Rest der Amtsdauer 2019 bis 2022 gewählt. Sie trat das Amt am 1. Januar 2021 an.[5][6] Famos folgte als Präsidentin auf Gottfried Locher, der nach einer Beschwerde wegen Machtmissbrauch sowie «psychischer und sexueller Grenzverletzungen» im Mai 2020 zurückgetreten war.[7] Im Juni 2022 wurde Famos von der Synode in Sitten als Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz wiedergewählt; die Amtszeit dauert von 2023 bis 2026.[8]
Rita Famos sollte nach den Turbulenzen um Gottfried Locher als Hoffnungsträgerin die Evangelisch-reformierte Kirche aus der Krise führen.[9] In Interviews betonte sie, dass sie eine «partizipative Führungskultur etablieren»[10] und darauf hinarbeiten wolle, dass sich die reformierte Kirche gemeinsam bewege.[11]
Seit 2021 vertritt sie den EKS im Schweizerischen Rat der Religionen und hat seit 2025 dort den Vorsitz inne.[12] Ebenfalls 2021 wurde sie in den Rat der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) gewählt. Seit 2023 gehört sie zudem dem Zentralausschusses des Ökumenischen Rats der Kirchen an. Auf der Vollversammlung der GEKE in Sibiu/Hermannstadt 2024 wurde sie zur geschäftsführenden Präsidentin gewählt.[13]
Bis 2020 war sie Präsidentin des Vereins Paarberatung und Mediation im Kanton Zürich und Mitglied der Programmleitung Aus- und Weiterbildung Seelsorge.
Famos ist verheiratet mit dem Theologen und Juristen Cla Famos[14] und hat zwei erwachsene Kinder.
Publikationen (Auswahl)
- mit Jacques-Antoine von Allmen: Seelsorge gestalten. Nahe - vielfältig - profiliert. TVZ, Zürich 2019.
- Herausforderungen der Spezialseelsorge am Beispiel der Gefängnisseelsorge. In: Schweizerisches Jahrbuch für Kirchenrecht 2020, S. 11–34 (Referat anlässlich der Jahrestagung der Schweizerischen Vereinigung Evangelisches Kirchenrecht im Januar 2018)
- Kirchengemeinschaft als Gestaltungsraum. In: Eine tragende Stimme des reformierten Kirchenrechts – Festschrift für Jakob Frey (= Beiheft 8 zum Jahrbuch für Kirchenrecht 2024). TVZ, Zürich 2025, S. 31–58 (PDF-Datei)
Weblinks
- Rita Famos auf der Website der EKS
- Rita Famos im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)