Rittergut Adlershof
ehemaliges Rittergut
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Das Rittergut Adlershof ist ein ehemaliges Rittergut im vogtländischen Unterlauterbach, gehörig zum Ortsteil Oberlauterbach der Stadt Falkenstein im sächsischen Vogtlandkreis.
| Rittergut Adlershof | ||
|---|---|---|
| Rittergut in Falkenstein/Vogtl. | ||
| Rittergut Adlershof – parkseitiger Blick in den Innenhof | ||
| Kenndaten | ||
| Ort | Falkenstein/Vogtl. | |
| Ortsteil | Unterlauterbach, Teil von Oberlauterbach | |
| Gutsherren | Familien von Machwitz und von Feilitzsch Zuletzt Familie Adler | |
| Entstehungszeit | erste Erwähnung 1445 | |
| Neugestaltet | 1890 nach Brand | |
| Gutsanlagen | Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude, Gutspark | |
| Zustand | Saniert | |
| Nutzung heute | NUZ Vogtland, Wohnen, Veranstaltungen, Ausstellungen | |
| Geodaten | ||
| Gutsfläche | 1945 über 100 ha | |
| 50° 30′ 2,8″ N, 12° 18′ 30,5″ O | ||
| Wikidata Id | Q28147707 | |
Geschichte
Seine erstmalige Erwähnung als Rittersitz erfährt das Rittergut in Unterlauterbach 1445. Ursprüngliche Besitzer waren die Gebrüder Hans, Georg und Heinrich von Machwitz. Im Jahr 1537 ging das Rittergut in den Besitz des Eberhard von Feilitzsch auf Treuen über und war fast 200 Jahre im Besitz dieser Familie. 1724 erwarben es die Brüder Major Friedrich von Obernitz und Oberstleutnant Karl-Heinrich von Obernitz. 1744 war das Rittergut abgewirtschaftet und kam „subhasta“, zum Zwangsverkauf. Nach der Familiengeschichte erwarben Georg Adler und sein Vetter Wolf Adam Adler das Rittergut am 24. März 1744. Möglicherweise waren sie anfangs Pächter bis zum amtlichen Vollzug des Kaufvertrages. Mit diesem Erwerb und dem Kauf weiterer Rittergüter begann die über 200-jährige erfolgreiche Familiengeschichte der Adlers im Vogtland. Die Adlers gehörten zu Exulanten, die im Zuge der Religionsauseinandersetzungen nach der Reformation aus habsburgischen Landen vertrieben und über die Oberpfalz bzw. das Egerland Anfang des 17. Jahrhunderts ins protestantische Vogtland eingewandert waren; unter ihnen befanden sich Advokaten, Pastoren und Bauern. Die Adlers gelangten auch in öffentliche Ämter; sie gehörten zum Beispiel zu den Patronatsherren der St. Bartholomäuskirche Treuen. Christian Gottfried Adler wurde im Jahre 1787 in die 1. Kammer des Sächsischen Landtages berufen.
Carl Ferdinand Adler, der letzte Besitzer des gesamten Rittergutes Unterlauterbach (heutiger Ortsteil Oberlauterbach) bis zur Enteignung im Jahre 1945, prägte den heutigen Beinamen Rittergut Adlershof.

Jäh endete diese Tradition mit der russischen Besatzung. Nach dem Vorbild der Sowjetunion wurde in der Sowjetischen Besatzungszone 1945 der gesamte Grundbesitz über 100 ha entschädigungslos enteignet. Zur Durchführung dieser Bodenreform ist am 1. April 1946 in Unterlauterbach eine Bodenreformkommission gegründet worden. Die Aufgabe war, den enteigneten Rittergutsbesitz einschließlich Wald von insgesamt 292 ha aufzuteilen. Geschaffen wurden 6 Neubauernstellen von je 10 ha landwirtschaftlicher Fläche und 2 ha Wald. Für 4 Neubauernstellen wurde dazu der Wirtschaftshof entsprechend der vorgesehenen Nutzung aufgeteilt. Somit war der Grundbesitz von Carl Ferdinand Adler aufgeteilt und mit Schreiben des Landrates vom 1. Oktober 1945 entschädigungslos enteignet.
Den Veränderungen durch die Bodenreform folgten die Auswirkungen durch die Kollektivierung der Landwirtschaft. Es ergab sich die spontane Zerstückelung des Gutshofes und durch Mangel und Interessenlosigkeit eine Verwahrlosung der Gebäudeanlagen, der Verfall und zuletzt der teilweise Abriss. 1989 standen vom Gutshof nur noch Teile von privat bewirtschafteten Gebäuden und das Herrenhaus, der Rest war eingefallen und/oder wurde noch abgebrochen, und mitten auf der ehemaligen Hofanlage standen Schuppen und Scheunen aus der Neubauernzeit.
Im Zuge der Sanierung und des Wiederaufbaus der Gutshofanlage siedelten sich private und öffentliche Investoren am Rittergut Adlershof an. Heute leben auf dem Anwesen mehrere Eigentümer in sowohl privater als auch gemeinschaftlicher Nutzung. Einen großen Anteil am heutigen Leben am Gutshof hat die Initiative rund um das Natur- und Umweltzentrum Vogtland e.V. (NUZ Vogtland), welches im Herrenhaus untergebracht ist.
Herrenhaus

Das stattliche Herrenhaus ist baugeschichtlich ein zweigeschossiger Putzbau barocker Prägung mit Mittelrisalit und Mansardwalmdach.[1] Es wurde mehrfach umgebaut und renoviert. Es ist im Kern ein Renaissancebau von 1511, der durch Umbau und Erweiterung des Vorgängerbaus entstand, was eine Bronzetafel mit Inschrift aus dieser Zeit bezeugt.[2] Wesentliche Aus- und Umbauten erfolgten im 17. und 18. Jahrhundert sowie in den 1930er Jahren durch Carl Ferdinand Adler.[1]
Die Gutsanlage im Wandel der Zeit
Literatur
- Gotthard Schneider, Bärbel Gröger: Mitteilungen des Vereins für vogtländische Geschichte, Volks- und Landeskunde, 16. Jahresschrift 2010; Das Rittergut Adlershof in Unterlauterbach. S. 62–78
- Wolfgang Seffner: Die Rittergüter des Vogtlandes, ihr Schicksal im 20. Jahrhundert. Vogtland-Verlag, Plauen (2002)
- G. A. Poenicke: „Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen.“ V. Sektion: Voigtländischer Kreis. Leipzig o. J. (1856)
Quellen
- Angaben / Auskünfte von Beck, Wolfgang (Olbernhau); Braun, Peter (Schreiersgrün); Delling, Klaus (Ellefeld); Raimund Konrad (Oberlauterbach).
- Edith Bayerlein: Aufzeichnungen zur Familienchronik der Familie Adler
- Walter Kropf: erzählte Chronik des Dorfes Unterlauterbach
- Sächsisches Staatsarchiv Chemnitz, Akten zu Unterlauterbach
Weblinks
- Internetauftritt des Rittergut Adlershof
- Das Rittergut Adlershof. In: www.sachsens-schloesser.de. Abgerufen am 8. August 2025.
- Chronik des Ritterguts Adlershof auf www.nuz-vogtland.de




