River Boy

Buch von Tim Bowler From Wikipedia, the free encyclopedia

River Boy ist ein Jugendroman des britischen Schriftstellers Tim Bowler, der im Jahr 1997 beim Verlag Oxford University Press veröffentlicht wurde. Die deutsche Erstausgabe in einer Übersetzung von Cornelia Krutz-Arnold[1] erschien 1999 beim Verlag Urachhaus.[2]

Inhalt

Die fünfzehnjährige Jessica, eine leidenschaftliche Langstreckenschwimmerin, liebt ihren Großvater, einen äußerst störrischen Hobbykünstler, über alles. Als er einen Herzinfarkt erleidet und eigentlich im Spital bleiben sollte, verlässt er dieses vorzeitig und besteht darauf, wie zuvor geplant in ein abgelegenes Tal zu fahren, in dem er als kleiner Junge aufgewachsen ist. Jessica und ihre Eltern begleiten ihn dorthin. An seiner Geburtsstätte möchte er unbedingt ein kurz zuvor begonnenes Gemälde fertigstellen, ein Bildnis von einem Fluss, dass er River Boy betitelt hat, obwohl darin kein Junge abgebildet ist.

In dem einsamen Tal angekommen erliegt Jessica sofort der Faszination des Flusses, der das Tal durchfließt. Während sie diesen und das Tal näher erkundet, spürt Jessica immer wieder eine seltsame Präsenz. Und eines Tages sieht sie dann tatsächlich einen mysteriösen Jungen im Fluss, der immer wieder auftaucht und verschwindet. Als sie den Jungen schließlich trifft, bittet er sie, ihrem sterbenskranken Großvater, der kaum noch einen Pinsel halten kann, bei der Fertigstellung seines Gemäldes zu helfen. Jessica befolgt seinen Wunsch und mit vereinten Kräften gelingt es tatsächlich, das Bild zu vervollständigen, indem dem Fluss ein Junge hinzugefügt wird.

Der mysteriöse Junge, den Jessica ihrerseits River Boy nennt, hat sie um einen weiteren Gefallen gebeten: Sie möge sich mit ihm bei der Quelle des Flusses treffen. Als sie auch dieser Bitte nachkommt, fordert er sie auf, mit ihm zusammen den Fluss von der Quelle bis zum Meer, über vierzig Meilen, hinunterzuschwimmen. Jessica lehnt ab und sagt, sie müsse bei ihrem todkranken Großvater bleiben. Der River Boy stürzt sich daraufhin über einen Wasserfall nahe der Quelle in den Fluss und beginnt, dessen Lauf schwimmend zu folgen.

Als Jessica kurz darauf von einem älteren Bekannten ihres Großvaters erfährt, dass dieser als Junge ein begnadeter Schwimmer gewesen sei und damals immer den Wunsch geäußert habe, einmal die gesamte Strecke von der Quelle bis zur Mündung im Meer zu schwimmen, hat Jessica plötzlich eine Eingebung. Sie schwimmt dem Jungen bis zur Mündung des Flusses hinterher, wo er auf sie wartet, bevor er schließlich verschwindet. Das völlig erschöpfte Mädchen wird ins Spital gebracht und erfährt dort, dass ihr Großvater friedlich gestorben ist und ihr sein River Boy-Gemälde hinterlassen hat, von dem sie nun erkennt, dass es sowohl eine Landschaft als auch ein Porträt des Jungen ist, den sie getroffen hat.

Rezeption

Robert Dunbar schreibt in seiner Buchrezension: „Der Roman ist kraftvoll und mysteriös, die Geschichte selbst bewegend und mitreißend und sie vermischt geschickt Realistisches mit Überirdischem. Die lyrische Sprache spiegelt das Dahinfließen des Flusses in all seinen Stimmungen. Selten wurden die Themen Tod und Verlust in der Familie mit so viel Einfühlungsvermögen behandelt.“[2] In der Jury-Begründung für die Verleihung der Carnegy Medal schreibt Tricia Kings: „River Boy hat alle Merkmale eines Klassikers – das Buch gewinnt mit jedem erneuten Lesen an Tiefe und nimmt den Leser mit auf eine Reise. Am Ende dieses Buches ist man nicht mehr derselbe Mensch.“[3] Alison Follos schreibt im School Library Journal: „River Boy handelt von der Verkörperung der Hoffnung, dem Kreislauf des Lebens und der spirituellen Suche eines Künstlers. Seine Annahmen sind kreativ und zutiefst zart.“[4] Publishers Weekly befindet: „Die Erzählung entwickelt sich zu langsam, und einige Passagen wirken untypisch oder übertrieben … Dennoch gelingt es Bowler, Gewinner der Carnegie Medal, die starke Bindung zwischen Jessica und ihrem Großvater zu vermitteln; im Laufe der Handlung erkennt sie, dass sie mehr gemeinsam haben, als sie jemals gedacht hätte.“[5] Die Oxford Times schreibt: „Ein spannender Zeitreise-Roman … eine fantasievolle und spannende Lektüre für lange, dunkle Abende.“[3]

Auszeichnungen

River Boy wurde 1997 mit der Carnegy Medal[6] und 1999 mit dem Angus Book Award[7] ausgezeichnet.

Referenzen

River Boy ist in dem literarischen Nachschlagewerk 1001 Kinder- und Jugendbücher – Lies uns, bevor Du erwachsen bist! für die Altersstufe 12+ Jahre enthalten.[2]

Ausgaben

  • River Boy. Oxford University Press, Oxford 1997 (englisch).
  • River Boy. Urachhaus, Stuttgart 1999.

Einzelnachweise

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