Robert Albiez

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Robert Albiez (* 10. Mai 1922 in Karlsruhe; † 10. November 2013 in Ettlingen) war ein deutscher Politiker. Er war Gründungsvorsitzender der Badischen Volkspartei, die sich für ein eigenständiges Land Baden einsetzte.

Leben

Albiez war der Sohn eines Großhandelskaufmanns und legte 1941 am Bismarck-Gymnasium Karlsruhe das Abitur ab. Wegen seiner Tätigkeit als Gruppenführer in der katholischen Jugend in der Karlsruher Gemeinde St. Elisabeth stand er von 1939 bis 1941 unter Beobachtung der Geheimen Staatspolizei. 1941 kam er vor ein Kriegsgericht, konnte jedoch mit Unterstützung seines Rechtsanwalts Reinhold Frank eine Verurteilung abwenden, indem er sich freiwillig zum Kriegsdienst an der Ostfront meldete. Bis Anfang 1945 war er an Kampfhandlungen beteiligt, zuletzt im Rang eines Leutnants der Panzerjäger. Kurz vor Kriegsende besuchte Albiez eine Offiziersschule in Dänemark, wo er nach der Kapitulation der Wehrmacht in britische Kriegsgefangenschaft geriet. Nach seiner Entlassung nahm er 1946 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg ein Studium der Geschichte, Germanistik und Latein auf. Von 1951 bis zu seiner Pensionierung 1984 war Albiez im Schuldienst des Landes Baden-Württemberg tätig, ab 1972 als Gymnasialprofessor.

Albiez war ab 1951 verheiratet und Vater von sieben Kindern.

Politik

Albiez trat 1950 der CDU bei. Nach Volksabstimmung über die Neugliederung Südwestdeutschlands 1951, bei der sich eine Mehrheit in drei der vier Stimmgebiete für das neue Land Baden-Württemberg aussprachen, wurde er politisch aktiv. Er trat dem Heimatbund Badenerland bei, der sich zum Ziel setzte, das Bundesland Baden-Württemberg aufzulösen und Baden in seiner alten Form wiederherzustellen. Albiez forderte eine zweite Südweststaatabstimmung, dieses Mal nur in Baden. Ein erster Erfolg für dieses Anliegen stellte das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 30. Mai 1956 dar, das aufgrund des beanstandeten Abstimmungsmodus eine Wiederholung des Referendums anordnete, den Abstimmungstermin jedoch offen ließ.

1957 geriet Albiez erstmals in Konflikt mit seiner eigenen Partei, der CDU: Als Mitglied des Karlsruher Kreisvorstands des Heimatbunds Badenerland hatte er dazu aufgerufen, bei der Bundestagswahl 1957 zwar die CDU, nicht aber den CDU-Direktkandidaten im Bundestagswahlkreis Karlsruhe-Stadt Friedrich Werber erneut zu wählen. Werber war zuvor aus dem Heimatbund Badenerland ausgetreten und hatte diesem eine CDU-feindliche Haltung vorgeworfen. Für seinen letztlich erfolglosen Aufruf wurde Albiez 1957 aus der CDU ausgeschlossen, vom Bundesehrengericht der CDU allerdings wieder aufgenommen.

Da die CDU Baden-Württemberg als regierende Partei keine Anzeichen erkennen ließ, ein erneutes Referendum in Baden anzugehen, trat Albiez 1959 aus der CDU aus und gründete die Badische Volkspartei (BVP), deren vorrangiges Ziel in der Wiederherstellung des Landes Baden bestand. Von 1959 bis 1960 amtierte er als Vorsitzender der BVP, von 1960 bis 1970 unter Karl Glunk als stellvertretender Landesvorsitzender. Nachdem die badische Bevölkerung im Mai 1970 bei der zweiten Volksabstimmung mit 81,9 Prozent der Stimmen für das Fortbestehen Baden-Württembergs gestimmt hatte, lösten sich in der Folge die BVP wie auch der Heimatbund Badenerland auf. 1972 trat Albiez wieder in die CDU ein. 1993 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Landesvereinigung Baden in Europa. Er verfasste viele Beiträge für die Mitgliederzeitschrift des Landesvereins Badische Heimat.

Schriften (Auswahl)

  • Der überspielte Volkswille. Die Badener im südwestdeutschen Neugliederungsgeschehen (1945–1970), Fakten und Dokumente, zusammen mit Paul-Ludwig Weinacht u. a., Karlsruhe (Braun) 1992, 2. Auflage Baden-Baden (Nomos-Verlag) 1992.

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