Robert Fowler (Maler)

schottischer Maler (1853-1926) From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert Fowler (* 15. Januar 1853 in Cellardyke, East Neuk, Fife, Schottland; † 28. Oktober 1926 in London) war ein schottischer Maler.

Robert Fowler, 1890er Jahre

Leben

Mountainous Landscape and Lake with Boats, Victoria Gallery & Museum, Liverpool
Women of Phoenicia, 1879, Walker Art Gallery
Sleeping Nymphs Dicovered by a Shepherd (Schlummernde Nymphen), 1902, Walker Art Gallery

Fowler wuchs als Kind schottischer Eltern in Liverpool auf. Als Kind begann er zu malen und zu zeichnen. Nach einer Lehre bei einem Architekten besuchte er die Heatherley’s School of Fine Arts und die South Kensington School in London. Autodidaktisch bildete er sich in Londoner Museen. Dann ließ er sich in Liverpool als freischaffender Künstler nieder. 1876 debütierte er in einer Ausstellung der Royal Academy of Arts mit dem Gemälde Rhodope. Dort und in anderen Einrichtungen, etwa der Royal Society of British Artists, der New Watercolour Society in London und der Walker Art Gallery in Liverpool, trat er in der Folge mit Freilicht-Landschaften in großen Aquarell-Formaten auf. Ab 1890 malte er Landschaften in Öl, oft romantisch-idealistische Wald- und Heidelandschaften mit symbolistischen Figuren des Neoklassizismus, meist Nymphen und Faunen. Auch betätigte er sich als Plakatkünstler.[1] Anfang des 20. Jahrhunderts zog er nach London.

1891 wurde er Mitglied der Royal Institute of Painters in Water Colours. 1896 stellte er in der Royal Academy sein Hauptwerk The Coming of Apollo aus. Im Ausland, wo er 1895 in Paris (Société nationale des beaux-arts), 1896 in München, Berlin und Wien sowie 1897 in Venedig ausgestellt hatte, wurde sein Œuvre von der Kunstkritik anfangs durchaus geschmäht und etwa als „verfeinerte Kitschmalerei“ bezeichnet. Positiv rezipiert wurde er allerdings durch den deutschen Maler Max Nonnenbruch, der als Mittler zwischen britischer Kunst und der Münchner Künstlergenossenschaft tätig war und 1896 einen vielbeachteten Beitrag über Fowlers Kunst schrieb, worin er sie „als eine Art romantischem Mysticismus“ charakterisierte.[2] Ähnlich nahm auch der deutsche Kunstkritiker Franz Servaes Fowlers Kunst wahr. Dessen Gemälde hatte er im Salon Gurlitt in Berlin gesehen. Begeistert schrieb er:[3]

„Diese Unfaßbarkeit des seelischen Moments inmitten so viel minniglicher Leiblichkeit ist an sich schon von unwiderstehlichem, mystischem Reiz. Hineinversetzt in eine Landschaft, die in midestem Dämmer zittert, werden diese Mädchengestalten vollends zu unheimlich-liebreizenden Elfen und Feen. Man steht da, wie vor einem Shakespeare’schen Märchen. Aus dunklen Büschen duften seltene Blumen, schwellend wellen sich Anger und Wiese, auf unbewegter See kost linder Mondschein, zackige Berglinien blauen am dämmerigen Horizont. Die Lüfte, meint man, müßten dazu singen, und sanfte Flötenweisen am Firmament auf und nieder schweben. Dieser musikalische Gehalt, dieser poetische Duft leiht Fowler’s Compositionen einen unnennbaren Zauber. Und in der schweigenden, träumenden Landschaft lagern und stehen, schweigend und träumend wie sie, die nackten oder leichtverhüllten Mädchen. Sie sind wie die Geister des Ortes, hervorgeschlüpft aus dunkler Behausung, zu einer Zeit und Stunde, wo keines Menschen Schritt erschallt, keines Menschen Blick entweihend naht. ‚Sommernachtssterne‘ betitelt sich das schönste dieser Bilder. Es ist so schön wie sein Name. Es ist ein Gedicht. Unendlicher Wohllaut schwelgt dahin. Eine Welt von Ahnungen schließt sich auf. Doch es bleibt etwas Beklommenes. Man möchte dahinschmilzen in Wonne, doch man kann nicht ganz froh werden …“

Literatur

Commons: Robert Fowler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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