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Robert Strange (Kupferstecher)

englischer Zeichner und Kupferstecher (1721–1792) From Wikipedia, the free encyclopedia

Robert Strange (* 14. Juli 1721 in Kirkwall, Mainland, Orkney-Inseln; † 5. Juli 1792 in London[1]) war ein britischer Zeichner und Kupferstecher.

Robert Strange, 1750

Leben

Robert Strange wurde am 14. Juli 1721 in Kirkwall auf den Orkney-Inseln geboren und war zunächst im Anwaltsbüro seines Bruders tätig, bevor er sich der Kunst zuwandte.[2]

Robert Strange wurde Schüler von Richard Cooper in Edinburgh und Philippe Le Bas in Paris.[3][4]

Strange stach meist berühmte klassische italienische Gemälde, insbesondere auch nackte Figuren,[3] darunter Herkules am Scheideweg des französischen Malers Nicolas Poussin.[4]

Politisches Engagement und Exil

Als überzeugter Jakobit trat Strange der Leibgarde von Charles Edward Stuart bei und nahm 1746 an der Schlacht von Culloden teil. Nach der Niederlage floh er nach Frankreich und heiratete 1747 Isabella Lumisden. Vor seiner Zeit in Paris vertiefte er seine Studien in Rouen, wo er sich unter anderem mit anatomischen Zeichnungen befasste. Ein langjähriger Konflikt mit dem britischen Königshaus begann 1758, als er aus finanziellen Erwägungen einen Auftrag für Porträts von George III. ablehnte, was als politischer Affront gewertet wurde.[2]

Robert Stranges Werk erlangte Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem durch die Einführung einer neuen Stichweise bleibende Geltung. Nachdem er im Jahr 1787 die königliche Ungnade überwunden hatte, wurde er in den Ritterstand erhoben und in die Akademie aufgenommen, was seinen Ruf endgültig festigte. Technisch zeichnete sich Strange durch eine einzigartige Darstellung von „saftiger Farbe“[5] und die meisterhafte Wiedergabe der Porosität und Weichheit menschlicher Haut aus. Er nutzte hierfür eine komplexe Vorarbeit aus Radierung und Ätzung, die er mit Grabstichel und Schneidnadel zu einer natürlichen Körnung verfeinerte. Während Kritiker wie Longhi seine Behandlung von Gewändern als regelwidrig und seine Luftdarstellungen als schwerfällig bemängelten,[5] galt er als unübertroffen in der Übertragung der Werke Tizians, wie etwa bei seiner liegenden Venus oder der Danaë. Strange legte großen Wert auf seine Unabhängigkeit als Zeichner und stach bevorzugt nach eigenen Kreidekopien italienischer Meister, wobei sein Œuvre eine enorme Bandbreite von religiösen Motiven der hl. Cäcilia und hl. Agnes bis hin zu historischen Porträts des englischen Königshauses unter Karl I. abdeckte.[6][2]

Trotz seiner früheren Kritik an der Royal Academy und ihrer Benachteiligung von Kupferstechern, verstarb Sir Robert Strange am 5. Juli 1792 als hochangesehener Künstler in London.[2]

Werke (Auswahl)

Literatur

  • Timothy Clayton: Strange, Robert. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 106, De Gruyter, Berlin 2020, ISBN 978-3-11-023272-1, S. 378.
  • Strange (Robert). In: Allgemeines Künstlerlexikon, Band 2, 5. Abschnitt. Zürich 1810, S. 1759–1761 (Volltext).
  • Strange, Robert. In: Georg Kaspar Nagler: Neues allgemeines Künstler-Lexicon.
    • Band 17. E. A. Fleischmann, München 1847, S. 454–460, (Volltext).
    • Band 20. 3. Auflage. Schwarzenberg und Schumann. Leipzig 1852, S. 2–9 (Volltext).
  • Robert Strange. In: Katalog der sehr reichhaltigen Kupferstich-Sammlung des zu Bremen verstorbenen Herrn Ludwig Heinrich Storck (= Versteigerungskatalog Amsler & Ruthardt 45). Berlin 1893, S. 150 (Volltext).
Commons: Robert Strange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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