Robert van Bergen
Bischof von Lüttich
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Robert van Bergen oder Robert van Glymes van Bergen oder de Berghis, de Berghes (* um 1529 in Borgvliet bei Bergen op Zoom; † 26. Januar 1565 in Bergen op Zoom)[1] war als Robert II. Fürstbischof von Lüttich (7. Mai 1557–1563/4).[2] Schon sein Vetter Corneille de Berghes hatte das Amt von 1538 bis 1544 inne und trat wegen seiner Heirat zurück.

Leben
Robert war der Sohn von Anton van Glymes van Bergen, sein Bruder Johan van Glymes arbeitete im Auftrag von Philipp II. in Brabant und Hennegau, er selbst begann ein Theologiestudium an der Universität Löwen. Vor dem Abschluss wurde er 1554 vom Papst auf Druck des Kaisers Karl V. als Koadjutor in Lüttich eingesetzt, um härter gegen die Protestanten vorzugehen, die sich bald auf die Freiheiten des Augsburger Religionsfriedens beriefen. Sein Vorgänger Georg von Österreich starb nach vielen epileptischen Anfällen Anfang Mai 1557, nur einen Tag später wurde Robert in Lüttich als Bischof proklamiert. Nach einer raschen Priesterweihe um den 12. November 1557 in der Abtei Herkenrode wurde er am 28. November 1557 als Bischof ordiniert von den Bischöfen von Arras, Tournai und Utrecht. Unter diesen war Antoine de Granvelle, der bald die spanische anti-calvinistische Politik in den Niederlanden bestimmen sollte. 1562 erließ Robert anticalvinistische Maßnahmen, 1564 promulgierte er nach dem Ende des Konzils von Trient vor seiner Abreise noch dessen Beschlüsse zur katholischen Reform.
Wegen gesundheitlichen Zerfalls wurde er am 3. März 1563 zum Rücktritt gezwungen, der Papst bestätigte diesen im Januar 1564. Darauf nach Bergen op Zoom zurückgekehrt, starb er bald, vermutlich im Januar des folgenden Jahres.[3]
In seine Bischofszeit fiel 1559 der Frieden von Cateau-Cambrésis, der dem Fürstbistum die bisher französisch besetzten Städte Bouillon und Couvin zurückbrachte. Durch eine päpstliche Reform der Bistümer auf Betreiben Philipps II. wurde das Gebiet des Bistums Lüttich stark verkleinert, ein Misserfolg für Robert, der ihn in der Stadt unbeliebt machte. Das Bistum Namur entstand aus dem Gebiet, vor allem aber das neu geschaffene Erzbistum Mechelen mit der prestigereichen Universität Löwen fiel aus der Zuständigkeit heraus. Seit dem frühen Mittelalter hatte Lüttich zuvor dem Erzbistum Köln unterstanden. Robert war zugleich Propst der Oud-Munsterkerk (Sint-Salvator) in Utrecht.
Literatur
- Erwin Gatz (Hg.)/Clemens Brodkorb (Bearb.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1448 bis 1648. Ein biographisches Lexikon, Berlin, 2. Auflage 2023, S. 42–44. doi:10.3790/978-3-428-58873-2
Weblinks
- Bishop Robert de Berghes [Catholic-Hierarchy]. Abgerufen am 18. November 2025.