Robin Geiß

deutscher Völkerrechtler und Hochschullehrer in Glasgow From Wikipedia, the free encyclopedia

Robin Geiß (* 1974) ist ein deutscher Völkerrechtler und UN-Diplomat. 2021 wurde er von UN-Generalsekretär Antonio Guterres zum Leiter des UN-Instituts für Abrüstungsforschung (UNIDIR) in Genf ernannt.[1] Zuvor war er Professor für Internationales Recht und Sicherheit an der Universität Glasgow sowie Inhaber des Schweizer Lehrstuhls für humanitäres Völkerrecht an der Genfer Akademie für humanitäres Völkerrecht und Menschenrechte.[2]

Robin Geiß informiert den UN-Sicherheitsrat (2024)

Ausbildung und Karriere

Die ehemalige neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern und UNIDIR-Direktor Robin Geiß im Gespräch über die missbräuchliche Nutzung von KI in Paris (2025).
Robin Geiß, Direktor von UNIDIR, als Sprecher auf der re:publica 23 in Berlin (2023).

Robin Geiß studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bielefeld, der University of Edinburgh und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Anschließend erwarb er als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes einen Master an der New York University (NYU). 2004 promovierte Geiß mit einer Arbeit zum Thema Failed States am Walther-Schücking-Institut für Internationales Recht.

Geiß war Rechtsberater beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf, wo er zu verschiedenen Konfliktsituationen gearbeitet hat. Anschließend war er Professor für Völker- und Europarecht an der Universität Potsdam, bevor er 2013 einen Ruf an die Universität Glasgow annahm.

Gastprofessuren hatte Geiß am Paris Center of International Affairs der Sciences Po, der Universität Wien und der Ruhr-Universität Bochum inne. Von 2016 bis 2017 war er Gastwissenschaftler an der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.

Von 2013 bis 2017 leitete er ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziertes Projekt über Sicherheitsgovernance in Räumen begrenzter Staatlichkeit innerhalb des Sonderforschungsbereichs 700: „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“.[3]

Geiß war Mitglied einer internationalen Expertengruppe, die auf Einladung des NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence in Tallinn, Estland das Tallinn Manual on the International Law Applicable to Cyber Warfare verfasste.[4]

Sonstige Aktivitäten

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Failed States: Die normative Erfassung gescheiterter Staaten, Duncker & Humblot (2005), DOI:10.3790/978-3-428-51615-5
  • Völkerrecht im Cyberwar, IPG 2015
  • Die völkerrechtliche Dimension autonomer Waffensysteme, Studie, Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin 2015
  • Wenn Maschinen Menschen töten, Süddeutsche Zeitung, 7. Juni 2015
  • Autonomous Weapons Systems - Law, Ethics, Policy, Cambridge University Press 2016, mit N. Bhuta, C. Kress, S. Beck und H. Liu
  • Humanizing the Laws of War: The Red Cross and the Development of International Humanitarian Law, Cambridge University Press (2017), mit A. Zimmermann u. S. Haumer
  • The Oxford Handbook of the International Law of Global Security, Oxford University Press (2021), mit N. Melzer
  • Protecting Societies - Anchoring a new protection dimension in international law during armed conflict: An agenda for discussion, EJIL: Talk! (2021), mit H. Lahmann
  • Research Handbook on Warfare and Artificial Intelligence, Edward Elgar Publishing (2024), mit H. Lahmann, ISBN 978-1-80037-739-4

Einzelnachweise

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