Rodewitz/Spree
Ort im Landkreis Bautzen, Sachsen
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Rodewitz/Spree (sorbisch ) ist ein Ortsteil der Stadt Schirgiswalde-Kirschau im sächsischen Landkreis Bautzen und gleichzeitig der Name der Ortschaft Rodewitz. Die Ortschaft besteht aus den Ortsteilen Rodewitz selbst, Bederwitz und Sonnenberg.
Rodewitz/Spree Stadt Schirgiswalde-Kirschau | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 6′ N, 14° 27′ O |
| Höhe: | 241 m |
| Fläche: | 1,78 km²[1] |
| Einwohner: | 431 (9. Mai 2011)[2] |
| Bevölkerungsdichte: | 242 Einwohner/km² |
| Eingemeindung: | 1. Januar 1999 |
| Eingemeindet nach: | Kirschau |
| Postleitzahl: | 02681 |
| Vorwahl: | 035938 |
Das Dorf liegt in der Oberlausitz ungefähr acht Kilometer südlich von Bautzen, zwischen Großpostwitz und Kirschau, direkt am Fuße des Mönchswalder Berges (447 m). Die Ortsteile Rodewitz/Spree und Bederwitz zählten bei Zensus 2011 zusammen ca. 480 Einwohner.[3]
Als Ortschaft nach der Sächsischen Gemeindeordnung hat Rodewitz/Spree gemäß seiner Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.
Beschreibung
Rodewitz liegt linksseitig der Spree, gegenüber der Einmündung des Cunewalder Wassers im Oberlausitzer Bergland. Südlich des Dorfes mündet das Butterwasser in die Spree. Rodewitz wird überragt vom Mönchswalder Berg (447 m).
Es gibt im Ort einen kleinen Laden („Das Lädchen“) mit dem Angebot überwiegend regional produzierter Lebensmittel, einen steinverarbeitenden Betrieb, zwei Autohäuser, die Freiwillige Feuerwehr und einen Dartclub. Die Grundschule wurde geschlossen. Anstelle der früheren Gaststätte „Erbgericht“ mit Saal wurde 2016 ein neues Dorfgemeinschaftshaus errichtet, in dem Vereine arbeiten.
Vor der Stilllegung von Nebenbahnen in der Region in der Zeit nach 1990 gab es hier zwei Haltepunkte: bis zum 15. August 1998 Bederwitz an der Bahnstrecke Großpostwitz–Löbau und bis zum 12. Dezember 2004 Rodewitz an der Bahnstrecke Bautzen–Bad Schandau. Durch Rodewitz verkehren mehrere Regionalbuslinien zwischen Bautzen und dem Bautzener Oberland.
Der Musiker und Bandleader Adolf Kiertscher hatte in Rodewitz einen seiner Proberäume.
Geschichte
Der Name Rodewitz/Rozwodecy stammt vermutlich vom altsorbischen Namen *Rozvodica ab. Rozwod bedeutet im Sorbischen in etwa „Trennung“ oder „Auseinanderführung“.[4] Dieser Begriff bezieht sich wahrscheinlich auf die alten Spreeteilungen, könnte aber auch auf das Auseinanderführen von Spreetal, Butterwasser-Tal und dem Tal des Cunewalder Wassers zurückzuführen sein. Eine andere Erklärung wäre die Ableitung von einem Personennamen Rozwad, der auch für andere westslawische Sprachen belegt ist.[4]

Um 1483 wurde ein Rittersitz in Rodewitz erstmals urkundlich erwähnt. Heinrich von Seidlitz, Soldat im schwedischen Heer, verbrachte seinen Lebensabend auf seinem Gut in Rodewitz.
Im 18. Jahrhundert gehörte das Gut Rodewitz zum Majorat des Grafen von Schall-Riaucour auf Gaußig. Vermutlich gehörten die Grundmauern des Hauses Hauptstraße 19 einst zu diesem Rittergut.
Im Jahr 1879 wurde in Rodewitz die erste Schule gebaut. Um 1890 wurde Rodewitz an die Bahnlinie Großpostwitz–Löbau angeschlossen. Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den 1880er Jahren eine Bevölkerungszahl von 386 Einwohnern; davon waren 281 Sorben (73 %) und 105 Deutsche. Damit war Rodewitz neben Kleinpostwitz der südlichste Ort des mehrheitlich sorbisch besiedelten Gebiets[5] und verfügte über einen eigenen Dialekt des Sorbischen, der mittlerweile ausgestorben ist.
In Rodewitz geborene Persönlichkeiten
- Sonja Wunderlich (* 1935), Gebrauchsgrafikerin
Weblinks
- Rodewitz/Spree auf der Website der Stadt Schirgiswalde-Kirschau
- Infobroschüre der Gemeinde Kirschau ( vom 27. September 2007 im Internet Archive), Stand 2004 (PDF-Datei; 2,4 MB)
- Rodewitz/Spree im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Ortschaft Rodewitz In: Webauftritt der Stadt Schirgiswalde-Kirschau.