Roger Odin
französischer Medienwissenschaftler und Hochschullehrer
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Roger Odin (* 1939)[1] ist ein französischer Medienwissenschaftler. Er ist emeritierter Professor für Medienwissenschaft der Universität Paris III und Begründer des semiopragmatischen Ansatzes in der Medienwissenschaft.[2]

Leben und Wirken
Roger Odin publizierte 1982 seine an der École des hautes études en sciences sociales eingereichte Thèse d’Etat, die als seine erste Monografie zur Semiopragmatik gilt.[3] Seit der Institutsgründung 1988[4] hat er das Forschungsinstitut für Film und audiovisuelle Medien (Institut de recherche sur le cinéma et l'audiovisuel) an der Université Paris III geleitet, bis er im Oktober 2004 emeritiert wurde.[5] Odin gilt als Begründer des semiopragmatischen Ansatzes, den er über mehr als drei Jahrzehnte entwickelt hat. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen außerdem der Familien- und Amateurfilm, der europäische Dokumentarfilm sowie Fragen der Fiktionalität und neuerdings das Filmen mit dem Mobiltelefon.[6]
Veröffentlichungen (Auswahl)
Monografien
- Cinéma et production de sens. A. Colin, Paris 1990.
- De la fiction. DeBoeck, Brüssel 2000.
- Les espaces de communication. PUG, Grenoble 2011 (deutsch: Kommunikationsräume. Einführung in die Semiopragmatik. OA Books, Berlin 2019).[7]
Aufsätze (auf Deutsch und Englisch)
- Dokumentarischer Film – dokumentarisierende Lektüre. [frz. 1984]. In: Christa Blümlinger (Hrsg.): Sprung im Spiegel: Filmisches Wahrnehmen zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Sonderzahl, Wien 1990 und In: Eva Hohenberger (Hrsg.): Bilder des Wirklichen. Texte zur Theorie des Dokumentarfims. Vorwerk 8, Berlin 2006, S. 125–146.
- Kunst und Ästhetik bei Film und Fernsehen. Elemente zu einem semio-pragmatischen Ansatz. In: Semio-Pragmatik, Kunst, Ästhetik. (= Montage AV. Band 11, Nr. 2). 2002, S. 42–57.
- Der Eintritt des Zuschauers in die Fiktion [frz. 2000]. In: Alexander Böhnke, Rembert Hüser, Georg Stanitzek (Hrsg.): Das Buch zum Vorspann. „The Title is a Shot“. Vorwerk 8, Berlin 2006, S. 34–41.
- Christian Metz for Today. In: Margrit Tröhler, Guido Kirsten (Hrsg.): Christian Metz and the Codes of Cinema. Semiology and Beyond. Amsterdam University Press. Amsterdam 2018.
- Das Zeitalter der Filmsprache ist angebrochen. [ital. 2012]. In: Serienästhetik. (= Montage AV. Band 27, Nr. 2). 2018, S. 115–128.
- Die Semiopragmatik heute. In: Kommunikationsräume. Einführung in die Semiopragmatik. OA Books, Berlin 2019, S. 187–200.
Herausgeberschaften
- Le film de famille. Méridiens Klincksieck Paris, 1995.
- L’âge d’or du cinéma documentaire. Europe années 50. 2 Bände. L’Harmattan, Paris 1997.
- Le cinéma en amateur. Communications 68, 1999.
- mit L. Allard und L. Creton: Téléphone mobile et création. 2014.