Roland Deigendesch

deutscher Regionalhistoriker und Archivar From Wikipedia, the free encyclopedia

Roland Deigendesch (* 1962 in Rottenburg am Neckar) ist ein deutscher Regionalhistoriker und Archivar. Seit 2012 leitet er als Stadtarchivdirektor das Stadtarchiv Reutlingen.[1]

Leben und Wirken

Roland Deigendesch studierte Mittelalterliche Geschichte, Historische Hilfswissenschaften und Germanistik an der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Universität Wien und der Universität Marburg/L. Das Studium schloss er mit der Magisterprüfung ab. Anschließend absolvierte er von 1987 bis 1990 die Ausbildung für den gehobenen Archivdienst. Von 1990 bis 2008 leitete er dann das Stadtarchiv Münsingen und von 2008 bis 2012 das Stadtarchiv sowie die Museen in Kirchheim/Teck. 2000 promovierte er zum Dr. phil. bei Sönke Lorenz an der Universität Tübingen mit einer Arbeit über die „Kartause Güterstein“. Im Jahre 2012 übernahm er die Leitung des Stadtarchivs Reutlingen.[2] Zugleich ist er Geschäftsführer des Reutlinger Geschichtsvereins und Herausgeber der Zeitschrift „Reutlinger Geschichtsblätter“. Seine zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigen sich vor allem mit Themen zur Geschichte der Städte, deren Archiv Deigendesch leitet.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • (Bearb.): Juden in Buttenhausen. Ständige Ausstellung in der Bernheimer’schen Realschule Buttenhausen (= Schriftenreihe Stadtarchiv Münsingen, Bd. 3). Münsingen 1994, ISBN 3-928941-01-2 (2. überarb. Aufl. 2004).
  • (Red.): Kriegsende 1945. Das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Besatzungszeit in Münsingen und in den Stadtteilen (= Schriftenreihe Stadtarchiv Münsingen, Bd. 4). Münsingen 1995.
  • (Red.): Arzt und Patient im Mittelalter. Zum 600. Geburtstag von Dr. Heinrich Münsinger (= Schriftenreihe Stadtarchiv Münsingen, Bd. 5). Münsingen 1997.
  • (mit Manfred Waßner): 750 Jahre Buttenhausen. Beiträge zur Geschichte einer Kirchengemeinde. Buttenhausen 2000.
  • (Red.): Die Alemannen auf der Alb. Blick ins erste Jahrtausend (= Schriftenreihe Stadtarchiv Münsingen, Bd. 6). Münsingen 2000.
  • Die Kartause Güterstein. Geschichte, geistiges Leben und personales Umfeld (= Schriften zur südwestdeutschen Landesgeschichte, Bd. 39). DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2001, ISBN 3-87181-439-3 (= Dissertation Universität Tübingen).
  • (Red.): Münsingen - die Fünfziger (= Schriftenreihe Stadtarchiv Münsingen, Bd. 7). Münsingen 2002.
  • (Red.): Ritter und Bauern im Lautertal. 900 Jahre Bichishausen, Gundelfingen, Hundersingen. Bichishausen u. a. 2005.
  • (mit Christoph Morrissey): Kleine Geschichte der Schwäbischen Alb. DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2008, ISBN 978-3-87181-724-3.
  • (Mithrsg.): Reutlingen auf dem Weg zur Großstadt. 50 Jahre Stadtbezirke. Stadt Reutlingen 2021, ISBN 978-3-939775-76-8.

Aufsätze

  • Güterstein, Champmol, Mömpelgard. Zur Genese einer württembergischen Grablege des 15. Jahrhunderts. In: Sönke Lorenz/Peter Rückert (Hrsg.): Württemberg und Mömpelgard. 600 Jahre Begegnung (= Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, Bd. 26). DRW-Verlag Weinbrenner, Leinfelden-Echterdingen 1999, S. 89–105, ISBN 3-87181-426-1.
  • Bücher und ihre Schenker. Die Bücherlisten der Kartause Güterstein in Württemberg. In: Sönke Lorenz (Hrsg.): Bücher, Bibliotheken und Schriftkultur der Kartäuser. Festgabe zum 65. Geburtstag von Edward Potkowski (= Contubernium, Bd. 59). Steiner, Stuttgart 2002, S. 93–115, ISBN 3-515-08093-7.
  • Memorial bei den Kartäusern. Auswertungsmöglichkeiten kartäusischer Memorialquellen am Beispiel des Gütersteiner Anniversars (15.–16. Jahrhundert). In: Ebd., S. 269–287.
  • Judenfeindschaft am Uracher Hof? Zu einer verschollenen und wieder entdeckten Handschrift aus dem Umkreis Graf Eberhards V. von Württemberg. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, Bd. 64 (2005), S. 85–102.
  • Der Münsinger Hardt. In: Roland Deigendesch (Hrsg.): Geschichte und Biosphäre. Zur Erforschung und Bewahrung des historisch-kulturellen Erbes der Schwäbischen Alb (= Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, Bd. 12). Thorbecke, Sigmaringen 2009, S. 99–124, ISBN 978-3-7995-5512-8.
  • Adler versus Hirschhorn. Zur Geschichte von Siegel und Wappen der Reichsstadt Reutlingen. In: Helge Wittmann (Hrsg.): Reichszeichen. Darstellungen und Symbole des Reichs in Reichsstädten (= Studien zur Reichsstadtgeschichte, Bd. 2). Michael Imhof Verlag, Petersberg 2015, S. 113–136, ISBN 978-3-7319-0127-3.
  • Schreiber und Leser in der Stadt. Aspekte von Bildung und Literatur am Beispiel der Städte zwischen Alb und Neckar am Ende des Mittelalters. In: Sigrid Hirbodian/Peter Rückert (Hrsg.): Württembergische Städte im späten Mittelalter. Herrschaft, Wirtschaft und Kultur im Vergleich (= Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, Bd. 26). Thorbecke, Ostfildern 2016, S. 265–295, ISBN 3-7995-5527-7.
  • Ludwig Hierter Doktor – Anwalt des protestantischen Deutschland. In: Reutlinger Geschichtsblätter, N.F., Bd. 55 (2016), S. 119–153.
  • Die Reutlinger Friedensordnungen des späten Mittelalters. Aus der Arbeit am Reutlinger Urkundenbuch. In: Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte, Bd. 77 (2018), S. 15–30.
  • Aufbruch und Beharrung. Reutlinger Kleriker vor der Reformation. In: Reutlinger Geschichtsblätter, N.F., Bd. 56 (2017), S. 27–56.
  • Die Schlacht bei Reutlingen 1377. In: Roland Deigendesch/Christian Jörg (Hrsg.): Städtebünde und städtische Außenpolitik – Träger, Instrumentarien und Konflikte während des hohen und späten Mittelalters (= Stadt in der Geschichte, Bd. 44). Thorbecke, Ostfildern 2019, S. 19–46, ISBN 978-3-7995-6444-1.
  • Für eine „praktische sozialistische Arbeit“. Laura Schradin aus Reutlingen. In: Sabine Holtz/Sylvia Schraut (Hrsg.): 100 Jahre Frauenwahlrecht im deutschen Südwesten. Eine Bilanz (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B, Bd. 228). Kohlhammer, Stuttgart 2020, S. 129–145, ISBN 978-3-17-039338-7 (PDF).
  • Hinter der blauen Mauer. Die Schwäbische Alb in der Romantik aus landeskundlicher Sicht. In: Nicole Bickhoff/Wolfgang Mährle (Hrsg.): Romantik in Württemberg (= Geschichte Württembergs, Bd. 6). Kohlhammer, Stuttgart 2020, S. 173–195, ISBN 978-3-17-039340-0.
  • (mit Marco Birn): Georg Eisenlohr aus Reutlingen (1887–1951). Landrat in Münsingen und Vizegouverneur in Krakau. In: Reutlinger Geschichtsblätter, N.F., Bd. 61 (2022), S. 183–234.
  • Schirm und Schereien. Eine Episode im Kampf der Reichsstadt Reutlingen um politische und wirtschaftliche Selbstbehauptung am Ende des Alten Reichs. In: Reutlinger Geschichtsblätter, N.F., Bd. 62 (2023), S. 57–70.
  • Vil naigung, gnad vnd willen – Mechthild von der Pfalz und die Kartause Güterstein. In: Sigrid Hirbodian / Peter Rückert (Hrsg.): Mechthild von der Pfalz. Eine Fürstin und ihre Höfe (= Schriften zur südwestdeutschen Landeskunde, Bd. 86). Thorbecke, Ostfildern 2024, S. 109–130, ISBN 978-3-7995-5286-8.
  • Die Stadt als Archiv. Adelige Urkundenhinterlegungen am Beispiel der Reichsstadt Reutlingen. In: Manfred Waßner u. a. (Hrsg.): Stadt und Adel (= Stadt in der Geschichte, Bd. 49). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2025, S. 253–274, ISBN 978-3-525-30293-4.

Einzelnachweise

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