Rolf Frester
deutscher Leichtathlet und Psychologe
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Rolf Frester (* 23. Juli 1937; † 15. Februar 2024 in Leipzig[1]) war ein deutscher Leichtathlet aus der DDR, der insbesondere im Weitsprung erfolgreich war. Später war er als Privatdozent für Sportpsychologie tätig und verfasste mehrere Bücher zu diesem Thema.
Sportliche und wissenschaftliche Karriere
Rolf Frester startete für den SC DHfK Leipzig. Bei den DDR-Meisterschaften 1961 war er mit 7,54 Meter Zweiter hinter Klaus Beer. Bei den ersten DDR-Hallenmeisterschaften 1964 in Ost-Berlin gewann Frester den Titel mit 7,38 Meter.[2] Seine Bestleistung von 7,56 Meter sprang er am 21. Juli 1962 in Leipzig.[3]
Frester war später als Diplom-Psychologe und Privatdozent an der Deutschen Hochschule für Körperkultur und an der Universität Leipzig tätig. 1990 wurde er am Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport mit der Arbeit Psychische Regulation bei der Vervollkommnung der sportlichen Technik in den Schnellkraftsportarten promoviert.[4] Daneben betreute er Spitzenathleten in ihrer Wettkampfvorbereitung. Unter anderem war er zehn Jahre lang Mentaltrainer von Jens Weißflog[5] und betreute sportpsychologisch Sportlerinnen und Sportler wie die Kunstturnerin Steffi Kräker[6] oder den Fechter Jörg Fiedler[7].
Schriften (Auswahl)
Einzelschriften
- mit Thomas Wörz: Mentale Wettkampfvorbereitung. Ein Handbuch für Trainer, Übungsleiter, Sportlehrer und Sportler. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1997, ISBN 978-3-525-49000-6
- Mentale Fitness für junge Sportler. Leistungsvoraussetzungen und Entwicklungsförderung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1999, ISBN 978-3-525-49002-0
- Erfolgreiches Coaching. Psychologische Grundlagen für Trainer. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2000, ISBN 978-3-525-49003-7
Aufsätze
- Aktivtherapie im Sport. In: Paul Kunath (Hrsg.): Beiträge zur Sportpsychologie. Band 1. Sportverlag, Berlin 1972, DNB 740184016 S. 194–228.
- Der Belastungssymptomtest – ein Verfahren zur Analyse der Verarbeitung psychisch belastender Bedingungen bei Sportlern. In: Paul Kunath (Hrsg.): Beiträge zur Sportpsychologie. Band 1. Sportverlag, Berlin 1972, S. 148–161.
- Einige Probleme und Erfahrungen bei der Obektivierung von Komponenten des aktuellen psychopsychischen Zustands. In: Paul Kunath (Hrsg.): Beiträge zur Sportpsychologie. Band 2. Sportverlag, Berlin 1974, DNB 740352741, S. 191–202.
- Ideomotorisches Training im Sport – ein Beitrag zur Trainingsintensivierung zur Erhöhung der Wettgkampfstabilität bei Sportlern der technischen und Schnellkraftsportarten. In: Paul Kunath (Hrsg.): Beiträge zur Sportpsychologie. Band 2. Sportverlag, Berlin 1974, S. 203–219.
- "Jetzt noch einmal mit Gefühl!". Optimierung psychischer Prozesse der Bewegungsregulation durch ideomotorisches Training (IT). In: Sportpsychologie 6 (1992), Nr. 4, ISSN 0932-1608, S. 15–19.
- Interne Repräsentation und Qualität der Bewegungsausführung. In: Reinhard Daugs, Klaus Blischke, Franz Marschall (Hrsg.): Kognition und Motorik (= Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft. Band 73). Czwalina, Hamburg 1996, ISBN 978-3-88020-274-0, S. 161–166.
- Erfolgreiches Coaching - aber wie? In: Günther Bäumler, Gerhard Bauer (Hrsg.): Sportwissenschaft rund um den Fußball (= Schriften der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft. Band 96. Beiträge und Analysen zum Fußballsport. Band 9). Czwalina, Hamburg 1998, ISBN 978-3-88020-326-6, S. 173–181.
- Mentale Interventionen als Dopingalternative? In: Thomas Wörz, Thomas Schröder-Klementa, Sandra Kranawetter (Hrsg.): Doping. Aufklärung und Maßnahmen der Prävention. Schulen für Leistungssport im internationalen Vergleich. Pabst Science Publishers, Lengerich u. a. 2007, ISBN 978-3-89967-424-8, S. 71–79.
- mit Nadine Mewes: Psychoregulation im Sport. In: Jürgen Beckmann, Michael Kellmann (Hrsg.): Anwendungen der Sportpsychologie (= Enzyklopädie der Psychologie. Sportpsychologie. Band 2). Hogrefe, Göttingen u. a. 2008, ISBN 978-3-8017-0597-8, S. 41–118.
Literatur
- Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik. 1898–2005. Band 1: Aaken–Lehnert. 3. Auflage, Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft, Darmstadt 2005, DNB 101260716X