Rolf Jähnichen

deutscher Politiker, MdL, sächsischer Staatsminister From Wikipedia, the free encyclopedia

Martin Rolf Jähnichen (* 11. Mai 1939 in Helmsdorf, Landkreis Pirna; † 7. Dezember 2025 in Zedtlitz)[1] war ein deutscher Politiker (CDU).[2] Von 1994 bis 2009 war er Mitglied des Sächsischen Landtags.

Leben

Nach dem Abitur studierte er von 1957 bis 1963 Landwirtschaft in Leipzig. Er schloss sein Studium als Diplomlandwirt ab und wurde 1970 promoviert mit der Arbeit Agrarmeteorologische Bodenfeuchteuntersuchungen mit einer Neutronensonde auf landwirtschaftlich rekultivierten Braunkohlentagebaukippen in Abhängigkeit von deren Alter und Schüttqualität. Von 1964 bis 1970 war er beim Rat des Bezirkes Leipzig, Abteilung Landwirtschaft (und dort zuständig für Bergbau) beschäftigt. Im Folgenden war er von 1970 bis 1990 Produktionsleiter und stellvertretender Vorsitzender der LPG „8. Mai“ in Neukirchen (Kreis Borna). In den 80er-Jahren war Jähnichen Umwelt-Aktivist beim Christlichen Umweltseminar Rötha (CUR).[3] Unter dem Motto "Unsere Zukunft hat schon begonnen" organisierte er Baumpflanzaktionen. Zudem war er eine wesentliche Treibkraft der größten illegalen Unterschriftenaktion der DDR-Geschichte: "Eine Mark für Espenhain" gegen die Braunkohleschwelerei.[4] Als Forstminister kündigte Jähnichen die Wiederaufforstung naturnaher Wälder im Freistaat Sachsen an.[5] Ehrenamtlich war er Mitbegründer und langjähriger Präsident des Sächsischen Blasmusikverbands sowie Mitwirkender im Förderverein Völkerschlachtdenkmal und im Verein der Freunde des Klosters Wechselburg.[6] Jähnichen ist zudem einer der Gründervater der Stiftung Wald für Sachsen.[7] Jähnichen war römisch-katholisch, verheiratet und hatte drei Kinder. Am 7. Dezember 2025 starb Rolf Jähnichen im Alter von 86 Jahren.

Politik

Jähnichen trat 1981 in die DDR-CDU ein und war von 1989 bis 1990 Mitglied des Parteivorstandes. Von 1984 bis 1989 war er Mitglied im Gemeinderat in Zedtlitz. Im Jahr 1994 wurde er im Wahlkreis Leipziger Land 1 in den Sächsischen Landtag gewählt. Zuvor war er von Mai bis November 1990 erster frei gewählter Landrat in Borna und von 1990 bis 1994 Kreisvorsitzender der CDU Borna. Seit 2000 war er Mitglied des CDU-Landesvorstandes und Landesvorsitzender der Senioren-Union. Von 2000 bis 2004 war er Mitglied des Bundesvorstandes der Senioren-Union. Bei der Sächsischen Landtagswahl 2009 trat er nicht mehr als Kandidat an und schied im September 2009 aus dem Landtag aus.

Ministerämter

Jähnichen war von 1990 bis 1998 Sächsischer Staatsminister für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten und anschließend bis 1999 Sächsischer Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft.

Ehrungen

2021 verlieh ihm Ministerpräsident Michael Kretschmer den Sächsischen Verdienstorden.[8]

2021 verlieh das Staatssekretariat für Umwelt und Landwirtschaft ihm und den übrigen Gründungsvätern der Stiftung Wald für Sachsen eine Ehrenmedaille dieser Stiftung.[7]

Literatur

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI