Rollplatz 6
Bauwerk in Weimar
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Das Haus Rollplatz 6 ist ein denkmalgeschütztes Wohn- und Geschäftshaus aus dem 17. Jahrhundert in der Jakobsvorstadt von Weimar.
Geschichte

Das kleine Haus ist bereits auf dem ältesten Stadtplan Weimars von 1569/81, den Johannes Wolf, der Bürgermeister Weimars war, anfertigte, verzeichnet und wurde um 1645 nach dendrochronologischer Datierung unter Benutzung älterer Bauteile in der bestehenden Form errichtet. Das Haus erlebte mehrere Um- und Überbauungen. 1846 wurde die Abstandsfläche an seiner Südseite überbaut, 1889/90 kam ein Ladengeschäft im nordwestlichen Raum des Erdgeschosses hinzu. Um 1934 bekam die Fassade ihr heutiges Aussehen mit einem Terranova-Fassadenputz, einer Ziegelverblendung am Gewände der Haustür und am Sockel und den Wulstrahmen um die Fenster. Das zweigeschossige zum Platz hin traufständige Gebäude mit Satteldach gilt als eines der letzten Zeugnisse frühneuzeitlicher Bebauung in der Jakobsvorstadt.[1] In seiner Dimension, technischen Ausführung und im Raumgefüge zeigt es sich als typisches Haus einfacher Handwerker dieser Zeit. Es ist mit einem flach überdeckten Kriechkeller ausgestattet, besteht im Erdgeschoss aus im Lehmmörtel besetztem Bruchstein, im Obergeschoss aus Holzfachwerk. Das mit Ziegeln gedeckte Dach besitzt Dachgauben. Im Innern blieben eine einfache Ausstattung des 18. und 19. Jahrhunderts aus Brett- und Feldertüren und eine klassizistische Treppe mit Stabgeländer erhalten.[2] Im Rollplatz 6 befand sich einmal eine Wäscherei.[3]