Roman Gofman
Israelischer Offizier
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Roman Gofman (hebräisch רומן גופמן; * 1976 in Masyr, Weißrussische SSR) ist seit dem 2. Juni 2026 Leiter des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad. Zuvor war er im Range eines Generalmajors seit 2024 Militärsekretär des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und davor unter anderem in der Planungsdirektion des Generalstabs der Israelischen Streitkräfte (IDF) und Leiter des Ausbildungszentrums der IDF-Bodentruppen.

Werdegang

Roman Gofman wurde 1976 als Sohn eines Arztes und einer Lehrerin in der Weißrussischen Sozialistischen Sowjetrepublik geboren und besuchte bis zu seinem 13. Lebensjahr eine Schule in der Sowjetunion, ehe er 1990 mit seinen Eltern im Zuge der großen postsowjetischen Alija nach Israel auswanderte. Er besuchte eine Schule in Aschdod und absolvierte das Mechina-Militärinternat in Eli. Er hat einen Bachelor-Abschluss in Politikwissenschaft des Aschkelon Academic College und einen Master-Abschluss in Politikwissenschaft und Nationaler Sicherheit der Universität Haifa. Als Boxer erreichte er einen zweiten Platz bei den nationalen Jugendmeisterschaften. Er ist verheiratet, Vater von drei Töchtern und lebt in Aschdod.[1][2][3]
Gofman trat 1995 der 188. Panzerbrigade bei und bekleidete im Laufe der folgenden Jahre verschiedene Positionen, darunter als Panzerkommandant der Brigade, Bataillonskommandeur in der 7. Panzerbrigade „Saar me-Golan“ und ab 2013 als Operationsoffizier der 36. Division „Ga’ash“.[4] Am 31. August 2015 übernahm er im Range eines Oberst das Kommando über die 426. Regionalbrigade „Etzion“, zuständig für den Großraum um den Siedlungsblock Gusch Etzion im von Israel besetzten Westjordanland.[5] 2017 wurde er zum Kommandeur der 7. Panzerbrigade „Saar me-Golan“ ernannt und führte bis September 2022 zwei Jahre lang die auf den Golanhöhen stationierte 210. Division „Bashan“ des Nordkommandos, zuständig für die Sicherung der Grenzen zu Syrien und Libanon. Zwischenzeitlich erfolgte seine Beförderung zum Brigadegeneral, womit erstmals ein nicht in Israel geborener Soldat in diesen Rang erhoben wurde.[6][7]
Nach dem Niederlegen des Divisionskommandos wurde er zum Leiter des Ausbildungszentrums der IDF-Bodentruppen in Tze’elim ernannt. Am 7. Oktober 2023, während des Terrorangriffs der Hamas auf Israel, befand sich Gofman in seinem Haus in Aschdod. Sofort nach Bekanntwerden des Eindringens von Terroristen in die nahegelegene Kleinstadt Sderot, begab er sich dorthin und sammelte einige Polizisten um sich. Bei den anschließenden Kämpfen mit den Terroristen wurde Gofman angeschossen und schwer verwundet, nachdem er zuvor zwei der Angreifer getötet hatte.[8] Aufnahmen seines Einsatzes ohne Schutzkleidung, aufgezeichnet von Verkehrskameras an der Kreuzung von Scha’ar HaNegev, wurden im Dezember 2025 veröffentlicht.[9][10] Er wurde in das Barzilai-Krankenhaus in Aschkelon und später in das Shamir-Krankenhaus in Beer Jaʿakov gebracht, wo er rund einen Monat verbrachte. Er war der ranghöchste Offizier der IDF, der während des Terrorangriffs verwundet wurde.[11]
Im März 2024 wurde Gofman in die IDF-Planungsdirektion des Generalstabs versetzt[12] und bereits am 8. April 2024 von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zu dessen Militärsekretär bestellt.[13] Für diese Funktion wurde er am 16. Mai 2024 zum Generalmajor befördert.[14]
Im November 2025 wurde bekanntgegeben, dass Gofman als einer von drei Kandidaten für die Rolle des Nachfolgers des Mossad-Chefs David Barnea vorgesehen sei, welcher im Juni 2026 zurücktreten sollte.[15] Am 4. Dezember 2025 wurde Gofman schließlich durch Ministerpräsident Netanjahu zum designierten Mossad-Chef ernannt.[16] Die Ernennung wurde am 12. April 2026 vom Prüfungsausschuss unter Asher Grunis genehmigt.[17][18] Gegen seine geplante Ernennung wurden zwei Klagen eingereicht, diese aufzuheben oder zumindest den Ernennungsausschuss und Netanjahu anzuweisen, die Entscheidung erneut zu prüfen. Als Grund wurde angegeben, dass Gofman, während er die 210. Division befehligte, einen damals 17-jährigen Betreiber eines Telegram-Kanals sowohl zu Zwecken der Informationsbeschaffung als auch zur Einflussnahme mit sicherheitsrelevanten Informationen versorgen ließ, was dessen Verhaftung am 24. Mai 2022 durch den Inlandsgeheimdienst Schin Bet zur Folge hatte, die erst am 6. Juli 2022 aufgehoben wurde. Danach stand er weiterhin unter Auflagen, bis die Anklage am 14. Dezember 2023 zurückgezogen wurde. Gofman wurde vorgeworfen, darüber gelogen zu haben, ob er die Identität des 17-Jährigen und die Einflussoperation gekannt habe. Der Oberste Gerichtshof entschied am 1. Juni 2026 mit Mehrheitsbeschluss (2:1), dass die Klagen zurückzuweisen seien und Gofman kein Verhalten vorgeworfen werden könne, welches seine Ernennung ausschließe.[19][20]
Am 2. Juni 2026 übernahm er offiziell die Leitung des Mossad[21] und wurde damit nach Isser Harel der bereits zweite Chef des Auslandsgeheimdienstes, der auf dem Staatsgebiet des heutigen Belarus geboren wurde.[22]
Weblinks
- 'IDF emerges victorious': Interview with General Roman Gofman, News of Israel (1. Mai 2024)
- Highest-ranking officer wounded on Oct 7 will be new military secretary to Israeli PM, I24 News (8. April 2024)