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Roman Wladimirowitsch Starowoit

russischer Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Roman Wladimirowitsch Starowoit (russisch Роман Владимирович Старовойт; * 20. Januar 1972 in Kursk; † 7. Juli 2025[1] in Odinzowo, Oblast Moskau[2]) war ein russischer Politiker und von Mai 2024 bis Juli 2025 russischer Verkehrsminister. Kurz nach seiner Entlassung wurde er tot aufgefunden.[3]

Roman Starowoit (2018)

Karriere

Mit Wladimir Putin (2018)

Starowoit wurde in Kursk geboren und wuchs in Sosnowy Bor auf.[4]

Seine berufliche Laufbahn begann er als Geschäftsführer einer Investmentagentur, leitete später ein Bauunternehmen und arbeitete in verschiedenen Positionen in der Verwaltung der Stadt Sankt Petersburg. Dort war er unter anderem für die Ansiedlung von Autofabriken (Toyota[5], Nissan[6], Suzuki[7]) zuständig.[8]

Er leitete ab 2012 die Föderale Straßenagentur Rosawtodor und wurde 2018 stellvertretender Verkehrsminister.[4] Als Leiter von Rosawtodor überwachte er unter anderem die Einführung eines Mautsystems für Lastkraftwagen, das Lastwagenfahrern heftig kritisierten, und war am Bau der Krim-Brücke beteiligt. Seine Hauptaufgabe war, das Straßennetz in Sotschi auf die Olympischen Winterspiele 2014 vorzubereiten.[9]

Im Oktober 2018 wurde er nach dem Rücktritt von Alexander Nikolajewitsch Michailow zum kommissarischen Gouverneur der Oblast Kursk ernannt. Er erhielt bei der Gouverneurswahl 2019 81,07 % der Stimmen.[9]

Starowoit war als Mitglied von Einiges Russland ein linientreuer Politiker, der in der russischen Regierung zahlreiche Positionen ausübte. Er erhielt für seine Arbeit mehrfach hohe Orden und war Wirklicher Staatsrat 1. Klasse der Russischen Föderation.[4][9]

Am 14. Mai 2024 ernannte Präsident Putin ihn zum Verkehrsminister der Russischen Föderation im Kabinett Mischustin II.[4]

Entlassung und Tod

Am 6. Juli 2025 wurde Starowoit als Verkehrsminister entlassen. Putin ernannte Andrej Nikitin, bis dahin stellvertretender Transportminister, zu Starowoits Nachfolger.[10][11]

Der Kreml betonte, dass Starowoits Entlassung nicht durch mangelndes Vertrauen begründet sei; weitere Begründungen wurden nicht genannt. Allerdings hatte Kommersant von Ermittlungen gegen ihn berichtet, wegen angeblicher Unterschlagung von Geldern für Befestigungsanlagen während seiner Amtszeit in der Oblast Kursk.[12] Die Ermittlungen nach einem Schuldigen waren gestartet worden, nachdem ukrainische Truppen im August 2024 ohne größeren Widerstand Teile der Oblast Kursk eingenommen hatten, obwohl der russische Staat mit Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine umgerechnet über 250 Millionen Dollar für den Bau von Verteidigungsanlagen bereitgestellt hatte. Mehrere Personen, darunter Alexei Smirnow (Starowoits Nachfolger im Amt des Gouverneurs von Kursk) waren daraufhin festgenommen worden. Sie räumten ein, dass die für die Verteidigung bestimmten Mittel teils veruntreut worden waren.[8]

Nur wenige Stunden nach seiner Entlassung wurde Starowoit tot in einem Gebüsch in Odinzowo aufgefunden.[13] Nach russischen Medien erschoss sich Starowoit am Malewitsch-Park mit einer Pistole, mit der er 2023 für seine beruflichen Verdienste geehrt worden war.[14]

FAZ-Redakteur Reinhard Veser sah in Starowoits Ende ein Anzeichen für eine „Radikalisierung des russischen Regimes seit dem Überfall auf die Ukraine“, die „auch das Leben seiner eigenen Elite gefährlicher und unberechenbarer macht.“ Starowojt habe das Schicksal des früheren stellvertretenden Verteidigungsministers Timur Iwanow vor Augen gestanden, der Anfang Juli 2025 zu 13 Jahren Haft verurteilt wurde.[15]

Persönliches

Starowoit war bis 2021 verheiratet und hatte mit seiner Frau zwei Kinder. Danach war er mit einer Absolventin der Medizinischen Universität Kursk liiert.[14]

Commons: Roman Starowoit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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