Romanus Seifert
deutscher Orgelbauer
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Karl Romanus Seifert (* 22. September 1883 in Mudersbach; † 15. Januar 1960 in Kevelaer) war ein deutscher Orgelbauer. Er war der Namensgeber und langjährige Leiter des traditionsreichen Orgelbauunternehmens Romanus Seifert & Sohn, das bis heute seinen Sitz im niederrheinischen Kevelaer hat und zu den renommiertesten Orgelbauwerkstätten Deutschlands zählt.
Leben und familiärer Hintergrund
Romanus Seifert wurde 1883 in eine der bedeutendsten Orgelbauerdynastien Deutschlands geboren. Sein Vater, Ernst Hubert Seifert (1855–1928), hatte im Jahr 1885 in Köln (im heutigen Stadtteil Raderberg) eine eigene Orgelbauwerkstatt gegründet und den Orgelbau des späten 19. Jahrhunderts – insbesondere durch die Erfindung einer präzisen pneumatischen Membranlade – entscheidend geprägt.
Romanus wuchs in diesem handwerklich und musikalisch ausgerichteten Umfeld auf. Wie auch seine Brüder Ernst jr. (1891–1964) und Walter erlernte er das Orgelbauhandwerk im stark expandierenden väterlichen Betrieb.
Er war zweimal verheiratet.
Wirken und Unternehmensgeschichte
Im Jahr 1906 erhielt die Kölner Werkstatt Ernst Seiferts den prestigeträchtigen Großauftrag, die Orgel der Marienbasilika im Wallfahrtsort Kevelaer zu erbauen. Um dieses gewaltige Projekt logistisch zu bewältigen und vor Ort präsent zu sein, wurde in der Jägerstraße in Kevelaer eine Filiale eingerichtet.
Romanus Seifert übernahm in den Jahren 1914/1915 die Leitung dieses Zweigbetriebs am Niederrhein. Während die Kölner Stammfirma sowie eine spätere Ausgründung in Bergisch Gladbach von seinen Brüdern geleitet wurden, konzentrierte sich Romanus darauf, den Standort Kevelaer kontinuierlich auszubauen. Unter seiner Führung entwickelte sich die Filiale zu einer hochangesehenen Werkstatt, die die Instrumentenbaukunst der Romantik pflegte und den Übergang zur Orgelbewegung begleitete.
Im Jahr 1936 vollzog Romanus Seifert den letzten juristischen Schritt in die formelle Unabhängigkeit: Der Kevelaerer Betrieb wurde als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Romanus Seifert & Sohn in das Handelsregister eingetragen. Der Zusatz „Sohn“ bezog sich dabei auf seinen eigenen Sohn Ernst Seifert (II.) (1910–2001), der bereits 1926 in das Familienunternehmen eingetreten war.
Romanus Seifert führte das Unternehmen durch die wirtschaftlich schwierigen Jahre des Zweiten Weltkriegs und widmete sich dem beginnenden Wiederaufbau zerstörter Kirchenorgeln in der Nachkriegszeit. Nach dem Krieg übergab er die Geschäftsführung schrittweise an seinen Sohn Ernst.[1]
Bedeutung und Nachfolge
Als Romanus Seifert im Jahr 1960 verstarb, hinterließ er ein florierendes und überregional anerkanntes Orgelbauunternehmen. Während die Kölner und Bergisch Gladbacher Linien der Familie Seifert den Orgelbau im späten 20. Jahrhundert aufgaben (der Kölner Stammbetrieb schloss 1981/1982), bestand das von Romanus Seifert gegründete Unternehmen in Kevelaer erfolgreich fort.
Heute existiert die Werkstatt weiterhin unter dem Namen Orgelbau Romanus Seifert & Sohn GmbH & Co. KG und wird in der mittlerweile fünften Generation von Roman Maximilian Seifert geleitet. Zahlreiche große Instrumente in bedeutenden Kirchen und Domen (unter anderem in Kevelaer, Köln, Düsseldorf und Speyer) gehen auf die handwerkliche Tradition zurück, die Romanus Seifert in Kevelaer etablierte.[2]