Ronald Burkle
US-amerikanischer Unternehmer
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Ronald Wayne Burkle (* 12. November 1952 in Pomona, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Unternehmer. Er ist Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter von The Yucaipa Companies, LLC, einer privaten Investmentgesellschaft, welche zeitweise Anteile an bis zu 35 Unternehmen in verschiedenen Sektoren gleichzeitig besaß. Laut Forbes lag sein Vermögen im August 2025 bei 3,7 Milliarden US-Dollar.[1]
Laufbahn
Ron Burkle wurde am 12. November 1952 als älterer von zwei Söhnen von Betty und Joseph Burkle in Pomona, Kalifornien, geboren. Sein Vater Joseph betrieb einen Supermarkt der Kette Stater Bros, wobei Ronald als Jugendlicher im Supermarkt seines Vaters arbeitete. Mit 16 Jahren schloss er die High School ab und begann ein Studium der Zahnmedizin an der California State Polytechnic University in Pomona, brach sein Studium jedoch nach zwei Jahren ab, um im Supermarkt seines Vaters zu arbeiteten. Er begann auch, in unterbewertete Lebensmittelgeschäfte zu investieren und diese weiterzuverkaufen. Mindestens einen dieser Deals schloss er mithilfe des Junk-Bond-Finanziers Michael Milken ab.[2][3]
Burkle wurde zum Filialleiter bei Stater Bros. befördert und später zum Vizepräsidenten bei Petrolane, Inc., der Muttergesellschaft von Stater. Als er 29 Jahre alt war, beschloss Petrolane, Stater Bros. zu verkaufen. Burkle organisierte heimlich einen Leveraged Buyout mit Charles Munger, dem stellvertretenden Vorsitzenden von Berkshire Hathaway, der sich bereit erklärte, die Hälfte des Eigenkapitals aufzubringen. Der Vorstand von Petrolane lehnte das Angebot jedoch ab und feuerte Burkle, der sich daraufhin selbständig machte. Aufgrund erfolgreicher Investments hatte Burkle bereits ein Vermögen von 5 Millionen Dollar aufgebaut.[2]
Nach einigen Jahren als Aktieninvestor gründete Burkle 1986 Yucaipa Companies, eine Private-Equity-Gesellschaft, die sich auf Leveraged Buyouts von Supermarktketten und anderen Unternehmen spezialisierte. Yucaipa investierte in zahlreiche Unternehmen, darunter Alliance Entertainment, Barnes & Noble, Golden State Foods, Dominick's, Fred Meyer, Ralphs und Food4Less. Er war Vorstandsmitglied der Occidental Petroleum Corporation, KB Home und bei Yahoo!. Im Gegensatz zu anderen US-Investoren gilt Burkle (der mit 13 Jahren selbst der United Food and Commercial Workers beitrat) als gewerkschaftsfreundlich.[2]
1999 finanzierte Burkle die Übernahmen des bankrotten NHL-Teams Pittsburgh Penguins mit Mario Lemieux und ist seitdem Mitbesitzer des Teams. Burkle, der ein Freund von Leonardo DiCaprio und Ashton Kutcher ist, betätigte sich auch als Filmproduzent und versuchte gemeinsam mit den Brüdern Bob und Harvey Weinstein das Filmstudio Miramax für 600 Millionen US-Dollar von Disney zu übernehmen.[4] Mit Harvey Weinstein produzierte er mehrere Filme.[5] Er investierte in verschiedene Medienunternehmen und versuchte nach der Pleite der Weinstein Company infolge des Weinstein-Skandals diese 2018 zu übernehmen.[4] Im Jahr 2004 half Burkle bei der Finanzierung des Starts von Al Gores Current TV, der im Januar 2013 an Al Jazeera verkauft wurde.[6][7]
Gemeinsam mit Ashton Kutcher und Guy Oseary gründete Burkle 2010 die Wagniskapitalgesellschaft A-Grade Investments.[8] A-Grade investierte unter anderem SeatGeek, SoundCloud, Uber, Warby Parker, Spotify, Foursquare und Airbnb. Im Jahr 2014 erwarb Burkle Soho House, eine Kette von Hotels und privaten Mitgliederclubs.[9]
Am 22. Januar 2019 wurde Burkle als neuer Hauptinvestor des Fußballklubs Sacramento Republic FC bekannt gegeben. 2021 zog sich Burkle im Rahmen der COVID-19-Pandemie allerdings aus dem Projekt zurück, wodurch die Expansion in die MLS von Sacramento gefährdet wurde.[10] Als Ersatz wurde Burkle Besitzer des Frauenteams San Diego Wave FC, das 2022 erstmals in der National Women’s Soccer League antrat.[11]
Politik
Burkle hat persönlich Millionen von Dollar an die Demokratische Partei gespendet und schätzungsweise 100 Millionen Dollar bei von ihm veranstalteten Fundraising-Events mit zahlreichen Prominenten für Kandidaten der Demokraten gesammelt, darunter für Hillary und Bill Clinton und Cory Booker und John Kerry. Während der Präsidentschaft von Bill Clinton war Burkle ein wichtiger Geldgeber und die beiden wurden enge Freunde. Im Jahr 2002 stellte Burkle Clinton als Seniorberater für zwei inländische Investmentfonds von Yucaipa ein und Clinton investierte auch in einen Investmentfonds von Yucaita für ausländische Unternehmen.[12] Im Jahr 2009 beendete Bill Clinton seine Beziehung zu Yucaipa aufgrund potenzieller Interessenkonflikte.[13]
Bei einem Besuch von Burkle im Weißen Haus anlässlich des Stanley-Cup-Gewinns der Pittsburgh Penguins 2017 bezeichnete US-Präsident Donald Trump Burkle als seinen „langjährigen Freund“.[14]
Privatleben
Im Alter von 21 Jahren heiratete er Janet Steeper, eine Angestellte bei Stater Bros. und eine Urgroßnichte der Wright-Brüder. Sie hatten drei gemeinsame Kinder. Beide wurden später geschieden, ein langjähriger Rechtsstreit über das 1997 vereinbarte Scheidungsabkommen wurde 2006 zugunsten von Burkle entschieden.[15] Laut Gerichtsdokument warf seine Ex-Frau ihm vor, dass er sie, ihren Sohn und ihren neuen Freund ausspioniert habe. Laut Burkles Tochter habe er zu Erpressungszwecken Sexvideos und kompromittierende Fotos seiner Ex-Frau produzieren lassen.[16] Am 6. Januar 2020 wurde Burkles Sohn Andrew tot in seinem Haus in Beverly Hills aufgefunden.[17]
Burkle ist ein Fan historischer Architektur und erwarb verschiedene historische Villen und Gebäude, wie das Ennis House in Los Angeles, was er 2019 für 18 Millionen US-Dollar verkaufte.[18] Im Dezember 2013 erwarb Burkle eine olympische Goldmedaille, die Jesse Owens bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin gewonnen hatte, für 1,5 Millionen Dollar. Er erwarb auch William Faulkners Nobelpreis für Literatur.[19]
Als langjähriger Familienfreund von Michael Jackson kaufte er Jacksons ehemalige Neverland Ranch für 22 Millionen Dollar im Dezember 2022.[20] Burkle's Name wurde in Jeffrey Epstein's Adressbuch und in Epstein's Privatjet-Logbuch gefunden. Burkle unternahm gemeinsam mit Bill Clinton auf Epstein's privater Boeing 727, die manchmal als „Lolita Express“ bezeichnet wurde, mehrere humanitäre Reisen nach Afrika.[21][22] Auch mit Sean Combs war Burkle eng befreundet und wurde Patenonkel von dessen Kindern.[21] 2003 investierte Burkle 100 Millionen Dollar in Combs Modemarke Sean John.[23]
Philanthropie
1997 spendete Burkle 15 Millionen Dollar für den Bau der Walt Disney Concert Hall.[24] In den zehn Jahren bis 2010 spendete Burkle über 100 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke.[2] Burkle ist Gründer und Vorsitzender der Ronald W. Burkle Foundation. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, „Menschen auf der ganzen Welt und ihre Gemeinschaften positiv zu beeinflussen“, indem sie Programme unterstützt, die „das internationale Verständnis stärken, die Rechte von Arbeitnehmern fördern, benachteiligte Gemeinschaften stärken, Kunst und Architektur fördern, Kinder zum Lernen motivieren und die wissenschaftliche Forschung vorantreiben“.[25]
Burkle ist Co-Vorsitzender des Ronald W. Burkle Center for International Relations an der UCLA, dessen Ziel es ist, „die Forschung und Diskussion über internationale Beziehungen, die Außenpolitik der USA und komplexe Fragen der globalen Zusammenarbeit und Konflikte zu fördern“.[26]
Burkle ist u. a. Trustee des Carter Center und saß im Aufsichtsrat des J. Paul Getty Trust, des Los Angeles County Museum of Art, des Los Angeles Music Center, des John F. Kennedy Center for the Performing Arts und des Museum of Contemporary Art, Los Angeles.